Die umfangreichste archäometallurgische Fundstelle, welche das Almyras-Projekt im Moment noch eingehender untersucht, befindet sich in der Nähe der modernen Mine von Sia. Der Fundplatz Sia-Anogia besteht aus einer isolierten, dichten Schlackenbedeckung auf einer Flächevon über einer Hektare. Die Halde muss über 100 Tonnen Schlacke beinhalten. Gemäss C-14-Datierungen fällt die Produktion ebenfalls in die Zeit um 400 v. Chr. Die Radiokarbondatierung der Holzkohleeinschlüsse in Schlacke dient zur Altersbestimmung der Verhüttungstätigkeit. Die Koexistenz von kleinen Produktionseinheiten wie Almyras und grossen Fundplätzen wie Sia-Anogia auf engstem Raum ruft nach sorgfältiger Evaluation der geologischen, metallurgischen und vor allem politischen Voraussetzungen der Kupferproduktion in der vorrömischen Eisenzeit. Es kann davon ausgegangen werden, dass das gesamte Bergbaurevier im Dreieck Sia-Mathiati-Lythrodonda seit dem ersten Jahrtausend v. Chr. bis in unser Jahrhundert kontinuierlich begangen und ausgebeutet wurde. Ältere, bronzezeitliche Spuren wurden wahrscheinlich durch spätere Aktivitäten zerstört und können nur in äussersten Glücksfällen entdeckt werden.

Lage von Sia-Anogia

Im Zuge der durchgeführten Prospektion stiess unser Team im Oktober 1995 auf eine zweite Fundstelle mit Schmelzöfen. Der Verhüttungsofen wurde mittels C14-Analysen in die Zeit zwischen 600 v. Chr. und 400 v. Chr. datiert. Der Fundplatz, welcher gemäss Streufunden von Schlacken und Ofenwandfragmenten grösser ist als Agia-Varvara Almyras, liegt direkt an der Erosionskante der modernen Mine von Mathiati-Süd, in welcher von 1936-1938 im Tagebau Gold ausgebeutet wurde. Dabei wurden antike Spuren des Kupferbergbaus, vor allem Stollen, angefahren.

 

Öfen von Mathiati-Süd
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Schutz der Öfen