ein Theaterstück

Sonia - Tessie Mittner
Mina - Rosalie Bearth
Carmen - Adora M. Fischer
Aling Charing - Teresita Sprecher
Osang - Elisabeth Schaller
Nonne/Frau Santos - Rosie Birther
Feuermann 1/Karl Schmid - Marc Tomaschett
Feuermann 2/ Security Guard - Tanino Quinter
Hans - Orlando de Stefani
Krankenschwester/Botschaftangestellte - Martina Durst
Regie - Therese Spinas
Geschichte und Titelmelodie - Adora M. Fischer

Laut Statistik hat ein Viertel der Schweizer Männer ausländische Ehefrauen. Diese ausländischen Ehefrauen von Schweizer Männern kommen meistens aus Asien, vor allem aus den Philippinen und aus Thailand, aus Lateinamerika und aus Afrika. Forscher sagen, dass das kein Zufall ist. Die wirtschaftlichen Bedingungen in diesen Ländern sind schlecht. Die Mehrheit der Leute besitzt kein eigenes Land, und das Land, das für die Landwirtschaft genutzt wird, ist entweder schon in schlechtem Zustand oder wird durch Überdüngung und Überbeanspruchung noch verschlechtert. Der Wert der Arbeit und Anstrengungen der Frauen ist sehr tief. Dazu ist die politische Lage in diesen Ländern von Diktatur, Kolonisation und fremden Einflüssen geprägt. Das Militär spielt vielfach eine ausschlaggebende Rolle. Korruption und Bestechungen sind nicht selten. Natürliche Katastrophen wie Taifune, Erdbeben, Dürren oder Vulkanausbrüche machen die schon miserablen Bedingungen noch schlimmer. Am Schluss treibt der Familiensinn und die Sorgen für die Verwandtschaft viele Frauen aus ihrem Land, um irgendwo irgend etwas anzufangen. Für viele dieser Frauen ist ein Aufenthalt im Ausland die einzige Lösung, sei das nun als Arbeitsmigrantinnen oder Ehefrauen.

Sie nehmen alles in Kauf

Gewalt in der Ehe
Verschiedene Berichte weisen auf, dass das Leben vieler ausländischen Frauen nicht immer rosig ist. Der Aufenthaltsstatus der ausländischen Ehefrauen ist fünf Jahre lang davon abhängig, dass sie beim Ehemann verbleiben, deshalb nehmen sie alles in Kauf, um eine Abschiebung zu vermeiden.
Gewalt in der Ehe ist keine Ausnahme. Für einige bedeutet sie physikalische Angriffe, wie Schläge des Ehemannes. Für andere ist es mentale Tortur oder sexueller Missbrauch. Gewalttätigkeiten, die ausländische Ehefrauen erfahren, wird nicht immer durch den Ehemann ausgeübt. Es sind verschiedene Bedingung, welche Kraft auf diese Frauen ausüben, da einige Gemeinschaften immer noch in Grossfamilien - Strukturen aufgebaut sind.

Diskriminierung:
Rasse hat zwei Aspekte. Einerseits ist die ausländische Ehefrau immer noch unter dem Einfluss der kolonialen Mentalität und fühlt sich minderwertiger als Angehörige der weissen Rasse. Andererseits herrscht im Gastland die westliche Einstellung vor, besser als die Ausländer zu sein, was durch das ungleiche ökonomische Verhältnis zwischen den nördlichen und südlichen Ländern noch verstärkt wird. Diskriminierung wegen Geschlecht stammt von der männlich dominierten Welt, und der Erziehung der Frau, diese typischen Geschlechterrollen weiterzuführen. Im Land herrscht Angst, Zweifel und Misstrauen vor den Ausländern, denn sie repräsentieren das Unbekannte, sei es kulturell oder mental.

Isolation
Die Sprachbarriere ist ein wichtiger Grund, wieso die Frauen für sich alleine bleiben. Die grosse Distanz von zu Hause, und die immerwährende Sehnsucht, mit ihren Familien und Freunden zu sein, wo sie sich selbst sein können und sich geben wie sie sind, treibt diese Frauen oft in Depressionen. Echter Kontakt bedingt die Gleichberechtigung der Partnerinnen. Viele Schweizer und Schweizerinnen betrachten jedoch Ausländerinnen als minderwertig oder bemitleiden sie. Entweder sind sie "dreckige Ausländerinnen" oder "arme isolierte Frauen". Mitleid verunmöglicht freundschaftliche Beziehungen genau so wie Abneigung.

Müttern der "Schweizer von Morgen" ein Gesicht und einen Namen geben

das Kind ist Schweizer, die Mutter nicht.
Seit 1992 wird die ausländische Ehegattin eines Schweizers nicht mehr automatisch durch Heirat Schweizerin. Sie kann ein Gesuch um erleichterte Einbürgerung stellen, wenn sie seit sechs Jahren in ehelicher Gemeinschaft mit einem Schweizer Bürger lebt und mit der Schweiz eng verbunden ist.
Auf der anderen Seite wird ein Kind einer Schweizerin, oder eines mit einer ausländischen Mutter verheirateten Schweizers grundsätzlich automatisch Schweizer Bürger. Das heisst, das Kind, weil es Schweizer ist, hat das Recht, im Lande zu bleiben und zu leben, seine ausländische Mutter aber nicht. Ihre Aufenthaltsbewilligung hängt von ihrer Ehe mit dem Schweizer Bürger ab. Sollte diese Ehe aufgelöst werden, wird das Schweizer Bürgerrecht ihres Kindes ihr eine Aufenthaltsbewilligung ermöglichen.
Auf alle Fällen bleiben die ausländischen Ehefrauen Bürger zweiter Klasse. Sie dürfen zwar Schweizer Kinder zur Welt bringen, aber sie müssen lange und mühsam warten, bis sie eine unabhängige Aufenthaltsbewilligung bekommen.

Das Theaterstück, "Sonia, Mina, Carmen" erzählt die Geschichte der ausländischen Ehefrauen. Sie können aus Asien, Lateinamerika oder Afrika kommen, ihre Geschichten sind ähnlich, ihre Leidenswege diesselben. Hier im Lande werden sie als "Asiatin" oder "Schwarze" gerufen. Sie werden gerne als Opportunistinnen, Prostituierte, faule oder dumme Weiber angeschaut. Sie sind hier, werden aber dennoch fast nie wahrgenommen. Balikatan, ein Begegnungs - und Unterstützungszentrum für Filipinas, ihre Familien und Freundinnen, hofft, mit diesem Theaterstück den Müttern der "Schweizer von Morgen" endlich ein Gesicht und einen Namen zu geben.