Literaturglossar (IS D, in Arbeit  - Zusammenschnitt und eigene Ergänzung)

Alliteration
                                     gleicher Anlaut der Stammsilben. "Komm Kühle, komm küsse den Kummer" (Brentano)

Antithese
                                     gr. Gegensatz, Entgegenstellung von Begriffen und Gedanken. z.B. Heiß geliebt und
                                     kalt getrunken. Im Zusammenhang der dialektischen Erörterung bedeutet Antithese die
                                     Behauptung, die sich kontrovers auf eine vorliegende These bezieht und das Gegenteil
                                     vertritt.

Ballade
                                     von ital. ballata, Tanzlied. Die Ballade hat sich im 18. Jahrhundert in Deutschland
                                     eingebürgert als Gedicht, das lyrische Elemente (Grundstimmung/ gebundene Form) mit
                                     epischen Stoffen und dramatischem Aufbau vereinigt und in gebundener knapper Form
                                     eine Begebenheit erzählt. Man unterscheidet die Volksballaden, die einen unbekannten
                                     Verfasser haben, von den Kunstballaden, die von bekannten Dichtern geschaffen
                                     werden. Als erste Kunstballade gilt August Bürgers Lenore (1773).
Bericht
                                     "Der Bericht ist der Bruder der Nachricht, aber größer und auch schon ein wenig reifer"
                                     (La Roche S.129). Er ist eine tatsachenbezogene, um Objektivität bemühte
                                     Darstellungsform, die möglichst gründlich und meist länger als 20 Zeilen oder eine
                                     Minute über ein Ereignis oder Thema informiert. Im Unterschied zur Nachricht erhellt der
                                     Bericht auch die Zusammenhänge, Hintergründe und die Vorgeschichte des
                                     Ereignisses.
                                     Beim Korrespondentenbericht ist der Journalist als Augenzeuge zugleich Quelle der
                                     Information. Was persönliche Ansicht ist, sollte deutlich zu erkennen sein. Im Hörfunk
                                     bezeichnet man den abgelesenen längeren Text (außer der Nachricht und der
                                     Verkehrsdurchsage) als Bericht. Enthält er Originaltöne, heißt er "O-Ton-Bericht".

Boulevardzeitung: Straßenverkaufszeitung
                                     Ursprünglich sagt Boulevard lediglich etwas über den Vertriebsweg von Zeitungen aus.
                                     Im Unterschied zu den meisten Tageszeitungen werden Boulevardzeitungen
                                     ausschließlich auf der Straße, am Kiosk verkauft, weshalb sie auch anders als die
                                     Abonnementzeitschriften aufgemacht sind: mit Großbuchstaben, vielen Bildern und
                                     Überschriften, die nach Aufmerksamkeit heischen. Die erste Boulevardzeitung war die
                                     1904 von Ullstein gegründete BZ am Mittag. Im übertragenen Sinn bezeichnet man als
                                     Boulevardblätter oder -sendungen die Medien, deren Stil und Inhalte auf der Straße, beim
                                     ‚gemeinen Volke' ankommen: sensationelle Nachrichten, Sex, Crimes und VIP-Klatsch.
Dialektische Methode
                                     Methode der kontroversen Argumentation, die meist auf den Idealisten G.W.F. Hegel
                                     zurückgeführt wird. Sie ist dreistufig, triadisch, aufgebaut: These (Pro) - Antithese (Kontra)
                                     - Synthese: Schluss, der Pro und Kontra vermittelt, indem er den Widerspruch auflöst und
                                     die entgegengesetzten Thesen in einer "höheren Wahrheit" aufhebt.
Drama
                                     gr.: Handlung, Geschehen: Eine der drei natürlichen Grundformen der Dichtung, die in
                                     spannungsgeladenen Dialogen und Monologen Welt entfaltet, indem sie eine
                                     geschlossene Handlung in Szenen und Akten darstellt. Die früheste Form des Dramas
                                     ist die attische Tragödie, die späteste das epische Theater. Während Aristoteles nur zwei
                                     Formen des Dramas, Tragödie und Tragödie unterschied, wurden im Laufe der
                                     Geschichte je nach Stoff, Handlungsablauf und Darstellungsweise weitere
                                     Differenzierungen vollzogen: "Figurendrama", "historisches Drama" "Bürgerliches
                                     Trauerspiel", "episches Theater" etc. Bei Theater untauglichen Stücken spricht man von
                                     Lesedrama.
Epik
                                     von gr. Epos = Erzählung, Wort, Vers abgeleitete Bezeichnung für erzählende Dichtung
                                     mit objektivierender/ distanzierender Grundhaltung des Erzählenden zur erzählten
                                     Begebenheit. Als eine der drei natürlichen Grundformen der Dichtung (neben Drama und
                                     Lyrik) ist die epische Dichtung dadurch gekennzeichnet, dass sie in Prosa oder Versform
                                     vergangene/ abgeschlossene Ereignisse und Begebenheiten der inneren oder äußeren
                                     Welt vom Standpunkt eines Erzählers wiedergibt. Nach Goethe (Noten und
                                     Abhandlungen zum besseren Verständnis des West-östlichen Divans, 1819) behauptet
                                     die Epik als die ‚klar erzählende' die Mitte zwischen den anderen beiden ‚Naturformen
                                     der Poesie': der ‚enthusiastisch aufgeregten' Lyrik und der ‚persönlich handelnden'
                                     Dramatik (vgl. Best S. 150 ).
Erörterung
                                     Erörterung: In unserem Zusammenhang ein gegliederter Aufsatz, der sich argumentativ
                                     mit einem Problem oder einem strittigen Sachverhalt auseinandersetzt. Ist ein Text
                                     Ausgangspunkt der Problementfaltung, dann spricht man von einer textgestützten
                                     Erörterung, sonst von einer freien Problemerörterung. Man unterscheidet zwei
                                     Grundtypen der Erörterung: 1. die steigernde oder lineare, die ein Problem oder
                                     Sachverhalt Schritt für Schritt zuspitzt, so dass das wichtigste Argument zuletzt kommt. 2.
                                     die dialektische Erörterung, die das Pro und Kontra, die kontroversen Ansichten zu einem
                                     Problem oder Sachverhalt entfaltet und These und Antithese am Schluss in einer
                                     Synthese vermittelt.
Euphemismus
                                     Beschönigender Ausdruck, der eine unangenehme, gefährliche oder anstößige Sache
                                     umschreibend verhüllt. Z.B. statt sterben: ableben, entschlafen oder verscheiden; statt
                                     Völkermord: ethnische Säuberung.
Eye-catcher
                                     Nicht Augenweide, sondern Blickfang. Von den Printmedien gezielt eingesetzte
                                     großformatige Bilder und fettgedruckte Schlagzeilen, die Aufmerksamkeit erheischen
                                     sollen.
Elegie
                                     In der Antike bezeichnete man alle Gedichte, die aus Distichen (= aus je einem
                                     Hexameter und einem Pentameter bestehende Verspaare) bestehen, als Elegie. Im
                                     Besonderen versteht man darunter das Klagegedicht, den Ausdruck der Trauer über
                                     Verlust, Tod, Trennung, Zerrissenheit des Daseins - kurz, der Vergänglichkeit und
                                     Hinfälligkeit alles Irdischen aus der Perspektive des Absoluten. Höhepunkt der
                                     elegischen Dichtung in Deutschland ist Hölderlin, Rilke hat ihm mit seinen Duineser
                                     Elegien ein modernes Pendant geschaffen.
Ellipse
                                     von gr. Auslassung: Eine der Unmittelbarkeit des Ausdrucks dienende rhetorische Figur,
                                     bei der Satzglieder ausgelassen werden, ohne den Sinnzusammenhang zu zerstören.

Epik
                                     von gr. Epos = Erzählung, Wort, Vers abgeleitete Bezeichnung für erzählende Dichtung
                                     mit objektivierender/ distanzierender Grundhaltung des Erzählenden zur erzählten
                                     Begebenheit. Als eine der drei natürlichen Grundformen der Dichtung (neben Drama und
                                     Lyrik) ist die epische Dichtung dadurch gekennzeichnet, dass sie in Prosa oder Versform
                                     vergangene/ abgeschlossene Ereignisse und Begebenheiten der inneren oder äußeren
                                     Welt vom Standpunkt eines Erzählers wiedergibt. Nach Goethe (Noten und
                                     Abhandlungen zum besseren Verständnis des West-östlichen Divans, 1819) behauptet
                                     die Epik als die ‚klar erzählende' die Mitte zwischen den anderen beiden ‚Naturformen
                                     der Poesie': der ‚enthusiastisch aufgeregten' Lyrik und der ‚persönlich handelnden'
                                     Dramatik (vgl. Best S. 150 ).
Episches Theater
                                     allgemein: Bezeichnung für Dramen mit epischen Momenten, z.B. mit deutenden
                                     Chorpartien oder distanzierenden Darstellungseinlagen, die die Illusion der Handlung
                                     durchbrechen. Im Besonderen: die Theatertheorie und -praxis Bert Brechts, die sich in
                                     Absetzung von der traditionellen, "aristotelischen" Dramaturgie bestimmt. 1. sollen
                                     Schauspieler und Zuschauer Abstand zu den dargestellten Figuren/ der Handlung haben
                                     und sich nicht emotional mit ihnen identifizieren, 2. sie als Schein und Spiel
                                     durchschauen und auf mögliche /nötige Alternativen zum Dargestellten reflektieren. Um
                                     die Zuschauer zu distanziert-kritischen Beurteilern, statt zu Mitleidern der Handlung zu
                                     machen, setzt Brecht auf systematische "Verfremdungseffekte", die die Illusion zerstören.
 

Erörterung
                                     Erörterung: In unserem Zusammenhang ein gegliederter Aufsatz, der sich argumentativ
                                     mit einem Problem oder einem strittigen Sachverhalt auseinandersetzt. Ist ein Text
                                     Ausgangspunkt der Problementfaltung, dann spricht man von einer textgestützten
                                     Erörterung, sonst von einer freien Problemerörterung. Man unterscheidet zwei
                                     Grundtypen der Erörterung: 1. die steigernde oder lineare, die ein Problem oder
                                     Sachverhalt Schritt für Schritt zuspitzt, so dass das wichtigste Argument zuletzt kommt. 2.
                                     die dialektische Erörterung, die das Pro und Kontra, die kontroversen Ansichten zu einem
                                     Problem oder Sachverhalt entfaltet und These und Antithese am Schluss in einer
                                     Synthese vermittelt.

Erzähler-Standort         Der Erzählerstandort kann sich außerhalb oder innerhalb des erzählten Geschehens befinden; außerhalb=
                                     Außenperspektive; innerhalb=Innenperspektive; häufig vermischen sich beide Perspektiven in einem Text oder
                                     wechseln einander ab (fluktuieren).
                                     Der Erzähler kann das Geschehen in einem bestimmten räumlichen und zeitlichen Abstand darbieten. In der
                                     Nahperspektive befindet sich der Erzähler in geringem Abstand zu Geschehen und Figuren, in der
                                     Fernperspektive in großem Abstand. Wenn der Erzähler einen personalen Standort einnimmt, wird das
                                     Geschehen in den Darbietungsformen erlebte Rede oder innerem Monolog erzählt.
Euphemismus
                                     Beschönigender Ausdruck, der eine unangenehme, gefährliche oder anstößige Sache
                                     umschreibend verhüllt. Z.B. statt sterben: ableben, entschlafen oder verscheiden; statt
                                     Völkermord: ethnische Säuberung.
 Eye-catcher
                                     Nicht Augenweide, sondern Blickfang. Von den Printmedien gezielt eingesetzte
                                     großformatige Bilder und fettgedruckte Schlagzeilen, die Aufmerksamkeit erheischen
                                     sollen.
 Fabel
                                     (lat. fabula = Erzählung) allgemein: Plot, Stoff und Grundplan einer Dichtung. Im
                                     besonderen eine literarische Gattung kurzer lehrhafter Dichtung in Versen oder Prosa,
                                     die seit Äsop der Belehrung dient. Die Akteure der Fabel im engeren Sinn sind Tiere,
                                     Pflanzen oder unbelebte Naturdinge, die so handeln und sprechen wie Menschen
                                     (Anthropomorphisierung). Die Figuren der Fabel sind Typen, keine Individuen, ihre
                                     Erzählweise ist antirealistisch: Sie ist nicht auf Täuschung und Illusion angelegt, sondern
                                     auf satirischen Witz oder Belehrung. Das "fabula docet" ist mal explizit, mal implizit in der
                                     Fabel enthalten.

Feature
                                     oft ein Sammelbegriff für alle großen Formate, also umfassende Berichte, Reportagen
                                     und Dokumentationen. Als Feature (von engl. Gesichtszug, typische Eigenschaft) wurde
                                     ursprünglich die mit Musikeinspielungen und anderen akustischen Einlagen
                                     aufgelockerte journalistisch-künstlerische Radiosendung bezeichnet, die sich durch ihre
                                     Attraktivität von den gewöhnlichen Radiovorträgen unterschied. Im engeren Sinne ist ein
                                     Feature eine umfangreiche und illustrierende Analyse eines nicht unbedingt (wie bei der
                                     Reportage) aktuellen Themas, z.B. Bedeutung und Herkunft der Eier beim Osterfest.
                                     Charakteristisch für es ist "der ständige Wechsel zwischen Anschauung und Abstraktion,
                                     zwischen Schilderung und Schlussfolgerung" (La Roche S.139).

Flugblatt
                                     eine meist einseitige "Drucksache, die in knapper eindringlicher Argumentation in Bild
                                     und/oder Sprache eine Nachricht oder Botschaft übermittelt. Die Grenzen zum
                                     Maueranschlag oder Plakat sind ... fließend. Entscheidend ist das aperiodische
                                     Erscheinen und eine nichtgewerbliche Vertriebsform, die in der Regel auf persönlicher
                                     Weitergabe beruht" (Klaus Kirchner.Flugblätter. München 1974 S. 9).

 Glosse
                                     eine Spielart des Kommentars, die literarisches Talent, Witz und den "bösen Blick"
                                     voraussetzt, denn sie ironisiert, verspottet, tadelt oder entlarvt ihren Gegenstand. "Die
                                     Glosse ist der gut beobachtete Augenblick zwischen zwei Wimpernschlägen. ... Das
                                     heißt: Die Glosse sieht einem einzigen Schritt an, ob derjenige, der ihn tut, den
                                     aufrechten Gang pflegt oder ein Kriecher ist; die Glosse erschnüffelt aus einem
                                     Rülpserchen die Schlemmereien einer ganzen Woche" (La Roche/ Buchholz S.169f.).
                                     Berühmt ist die SZ für ihre tägliche Glosse auf der ersten Seite, das Streiflicht.

Hymne
                                     von griechisch Festgesang, bezeichnet ursprünglich einen kultisch verankerten Weihe-
                                     oder Preisgesang zu Ehren eines Gottes. Seit dem Barock und insbesondere inspiriert
                                     von Klopstocks enthusiastischer Dichtung in freien Rhythmen (z. B. Dem
                                     Allgegenwärtigen) öffnete sich die Hymne auch dem subjektiven religiösen Gefühl und
                                     anderen Themen, die eine erhabene Behandlung vertrugen: Freundschaft, Freiheit,
                                     Vaterland etc. Kennzeichen der Hymnen sind eine gehobene Sprache, erhabene Stoffe,
                                     freie Rhythmen und metrische Ungebundenheit.

 Hyperbel
                                     gr. Darüberhinauswerfen. Rhetorisches Stilmittel der positiven oder negativen
                                     Übertreibung, das z.B. dazu dient, intensiven Gefühlen Ausdruck zu verleihen, oder etwas
                                     durch den übersteigerten Ausdruck ins Absurde, Unglaubwürdige zu wenden.

Hypertext
                                     von Ted Nelson 1965 geprägter Begriff, der heute alle in HTML
                                     (Hyper-Text-Markup-Language) verfassten, verlinkte Texte bezeichnet. Nelson: "Hypertext
                                     ist eine sehr biologische Art der Informationsvermittlung, da er nachahmt, wie unser
                                     Gehirn Information verarbeitet, organisiert und wiederfindet. Er schafft einen organischen
                                     Informationsraum, im Gegensatz zu dem künstlichen linearen Format, der vom
                                     Druckparadigma erzwungen wurde. Hypertext bildet Links genannte Verknüpfungen
                                     zwischen Informationsbrocken, die nodes, Knoten, genannt werden. Die sich daraus
                                     ergebende Struktur heißt web, Gewebe. Hypertext erlaubt die Herstellung
                                     außerordentlich reichhaltiger, flexibler Dokumente und Metadokumente, besonders in
                                     Verbindung mit Multimedia".(zitiert nach Zimmer S.53f.).

Internet
                                     Das Netz der Netze, das weltweit Millionen Computer verbindet und auf einem
                                     gemeinsamen Übertragungsprotokolle fußt, dem IP (Internet Protocol), auch TCP
                                     (Transfer Control Protocol) genannt. Der Service des Internet umfasst u.a. das WWW,
                                     E-Mail, Newsgroups, Chats und ftp-Server, die mit dem File Transfer Protocol das
                                     Herunterladen (Download) von Daten aus dem Netz ermöglichen.
 Interview
                                     unverzichtbare Methode der journalistischen Recherche, deren Ergebnis zu einer
                                     Nachricht werden, in eine Reportage, einen Kommentar, eine Dokumentation, einen
                                     Bericht oder ein Feature einfließen kann. Neben dem Interview als Grundhandwerkszeug
                                     und Vorarbeit der journalistischen Recherche gibt es das Interview als eigenständige
                                     journalistische Darstellungsform. Dies wird nach La Roche (S.143) in drei Arten
                                     unterteilt: Das Interview zur Sache, das Informationen über Fakten vermitteln will, das
                                     Meinungsinterview, das eine (meist prominente) Person nach ihrem Urteil über ein
                                     Ereignis oder einen Sachverhalt befragt, und das Interview zur Person, das einen
                                     Menschen durch seine Antworten skizzieren will. Exemplarisch und inzwischen legendär
                                     für letzteres ist Günter Gaus’ Reihe Zur Person.
Inversion
                                     Veränderung der gewohnten Folge von Satzgliedern, um bestimmte Worte zu betonen.
                                     Unendlich ist die jugendliche Trauer.

 
 
 Kalendergeschichte
                                     Geschichte, die zum Abdruck in Kalendern bestimmt war/ist; volkstümlich-unterhaltsam; oft
                                     derb-schwankhaft; häufig belehrende, später didaktische Funktion; seit Erfindung des Buchdrucks (erster
                                     gedruckter Kalender 1455) werden in die Kalender zusehends belehrende Aufsätze, Rezepte, Legenden,
                                     Erzählungen, Satiren usw. übernommen, die daher zu den beliebtesten Lesestoffen niederer Volksschichten
                                     gehörten; Beispiele für Kalender, in denen derartige Geschichten erschienen sind: Grimmelshausen,
                                     Ewigwährender Kalender (1670); J. P. Hebel, Schatzkästlein des Rheinischen Hausfreundes (= bad.
                                     literarischer Kalender, 1811); Bertolt Brecht, Kalendergeschichten (1949)
Kreatives Lesen
                                     Lesehaltung, die auf den selbsttätigen, produktiven, phantasievollen Umgang mit einem Text zielt; Text
                                     Ausgangspunkt weiterer Bearbeitungen im Rahmen der produktiven Textarbeit oder der szenischen
                                     Interpretation - vgl. Lesen, Lesehaltungen.
                                     Z.B. Umsetzung in eine andere Textsorte, Comicsherstellung

Kritisches Lesen
                                     Lesehaltung, die zu einer kritischen Auseinandersetzung mit einem Text führt, die auf ein differenziertes Urteil
                                     hinauslaufen soll; Voraussetzung: distanzierte Haltung, sachlich nüchterne Haltung- vgl. Lesen,
                                     Lesehaltungen,
Kohärenz
                                     lat. cohaerentia = Zusammenhang; in der Textlinguistik: inhaltlicher und außersprachlicher Bezug
                                     (Texttiefenstruktur) von Sätzen, die als Text verstanden werden; Text als komplex strukturierte, sowohl
                                     thematisch als auch konzeptuell zusammenhängende Einheit; Textverstehen als Erschließen der jeweiligen
                                     Tiefenstruktur des Textes (Sinngebung)
Kommunikation
                                     Minimalkonsens ist, dass es zur Kommunikation mindestens einen Sender, einen
                                     Empfänger und so etwas wie eine Botschaft braucht. Aber es gibt mindestens 160
                                     Definitionen dieses Begriffs (siehe Maletzke S. 37). D.h. grundsätzlich muss jeder, der
                                     darüber reden will, genau sagen, was er darunter versteht, sonst wird er missverstanden
                                     und es gibt womöglich Kommunikationsprobleme. Aus dieser Tatsache sei eine
                                     Definition von Kommunikation abgeleitet: Kommunikation ist jegliche (ob verbale oder
                                     nonverbale, durch Gesten, Bilder, Zeichen, Mimik) Äußerung von Menschen, die von
                                     anderen Menschen missverstanden oder verstanden werden kann. Diese interpersonal
                                     auf das (Miss-)Verstehen von Botschaften ausgerichtete Definition schließt all die
                                     Beziehungen zwischen Menschen und anderen Wesen (z.B. zwischen Mensch und
                                     Maschine oder zwischen Tieren) aus, die manchmal auch unter den Begriff
                                     "Kommunikation" gefasst werden.

Kommentar
                                     Die in soliden Blättern und Sendern deutlich vom Informationsteil getrennte
                                     Meinungsäußerung, die sich alles zum Gegenstand machen kann, was auch eine
                                     Nachricht wert ist. Dazu gehören der Leitartikel, die Glosse, Lokalspitze, Rezension, Kritik
                                     und die Kolumne. Kennzeichen aller Kommentare ist, dass sie andere zu etwas bringen
                                     wollen, sei es zum Nachdenken, zu einem bestimmten Urteil, Handeln oder Verhalten.
                                     Kommentare, die motivieren, indem sie unterschiedliche Meinungen analysieren und
                                     echte Überzeugungsarbeit leisten, nennt man Argumentations-Kommentare. Davon
                                     unterschieden sind die Geradeheraus-Kommentare, mehr oder weniger geschickte
                                     Überredungsstrategien, die einzig die Gesinnung des Kommentierenden präsentieren.
                                     Nur Anstoß sein zum Nachdenken und Innehalten will die dritte Form, der
                                     Einerseits-Andererseits-Kommentar: Er wägt verschiedene Positionen ab mit dem
                                     Fazit, was besser ist, steht (noch) in den Sternen. (vgl. La Roche S.152)

Kritik
                                     ob Filmkritik, Theaterkritik oder Literaturkritik bzw. Rezension, "Kritik bedeutet: Aus
                                     Kenntnis beschreiben und urteilen" (Hooffacker/ Lock S.37). Zu einer guten Kritik gehören
                                     zum einen möglichst anschauliche und treffende Informationen über den Inhalt des
                                     Gelesenen oder Geschauten und den Autor bzw. die Darsteller. Zum anderen die
                                     Einordnung des Gelesenen/ Geschauten in das Werk des Autors und das Genre
                                     mitsamt einer fairen Beurteilung des Rezensenten.
Kurzgeschichte
                                     kommt wie ihr Name Short story aus dem Angloamerikanischen und bezeichnet die
                                     kurze Erzählform in Prosa, die sich in Deutschland erst nach dem Zweiten Weltkrieg als
                                     eine eigenständige hochstehende literarische Form durchsetzen konnte. Die
                                     Kurzgeschichte ist kürzer als die Novelle, und legt im Unterschied zu ihr Alltagsthemen
                                     zugrunde, die sie zu ungewöhnlichen Situationen zuspitzt. Sie ist "ein Stück
                                     herausgerissenes Leben" (W.D. Schnurre), d.h. fragmentarisch und im Unterschied zur
                                     Novelle nicht auf das allgemein Bedeutsame/ Symbolische einer "unerhörten
                                     Begebenheit" konzentriert. Die offene Form, ein unvermittelter, nicht durch eine Einleitung
                                     versehener Beginn und pointiertes Ende, verschiedene Erzählperspektiven,
                                     Durchschnittsmenschen oder Außenseiter der Gesellschaft als Personal, Verzicht auf
                                     einen deutenden Horizont und die Konzentration mehr auf eine Situation als auf eine
                                     Handlung sind weitere Unterscheidungskriterien zur Novelle.

Literatur
                                     Gesamtheit der schriftlich niedergelegten Äußerungen, im engeren Sinn die so genannte
                                     "Schöne Literatur" oder Belletristik, zu der sowohl fiktive Texte als auch Autobiographien,
                                     Memoiren, Tagebücher und Briefe gehören. Was zur "Schönen Literatur" gezählt wird, ist
                                     jeweils von Geschichte, Kultur und Gesellschaft abhängig. Allgemein verbindliche
                                     Kriterien, die ästhetische und formale Mindestanforderungen festsetzen, gibt es nicht.
Lyrik
                                     von gr. lyra = Leier, ursprünglich von der Leier begleiteter Gesang, der sich durch
                                     Rhythmus, Metrum, Vers, Reim und Bildersprache auszeichnet. Die Lyrik (Poesie) gilt als
                                     Urform des Dichterischen und wurde - anders als das bereits in der Antike definierte
                                     Drama und Epos - erst ab der Mitte des 18. Jahrhunderts als eigene literarische Gattung
                                     systematisiert. Insbesondere im deutschen Sprachraum setzte sich ein verkürztes
                                     (Pindarische Hymnen, Lehrgedichte und politische Dichtung außer Acht lassendes)
                                     Verständnis der Lyrik durch. Bis zum 20. Jahrhundert gilt Lyrik hier als subjektive,
                                     gefühlsbestimmte Rede von Empfindungen und Stimmungen - als Dichtung also, die
                                     ganz der "Innerlichkeit" verschrieben ist, im Kontrast zur Welt, der Äußerlichkeit.
Märchen
                                     kommt vom mittelhochdeutschen maere (Kunde, Bericht), bezeichnet aber eine der
                                     Realität und ihren kausalen Gesetzen enthobene kurze epische Form mit phantastisch
                                     wunderbarem Inhalt. Man unterscheidet die Volksmärchen, die nach langer mündlicher
                                     Überlieferung aufgezeichnet und gesammelt werden - z.B. Die Kinder- und
                                     Hausmärchen der Brüder Grimm - von den Kunstmärchen, die sich ganz dem
                                     künstlerischen Schaffen verdanken (E.T.A. Hoffmann, Clemens Brentano, Oscar Wilde).
                                     Typisch für Märchen sind 1. die Formeln zu Beginn und am Ende: Es war einmal 2.
                                     phantastische und stark typisierte Figuren, die meist streng in gut und böse, arm und
                                     reich, schön und hässlich geschieden sind 3. Die Handlung ist einsträngig, strikt auf die
                                     Helden ausgerichtet und oft in drei Teile gegliedert. 4. Motive wie Vertreibung/ Auszug,
                                     Missachtung der Helden, ausgleichende Gerechtigkeit, Sieg des Guten, Bestrafung oder
                                     die Selbstzerstörung des Bösen. 5.eine einfache, anschauliche, mit wiederkehrenden
                                     (Zauber- und Verwünschungs-) Formeln und Allgemeinplätzen bestückte Sprache, die
                                     mit schroffen Gegensätzen arbeitet.
Massenkommunikationsmittel
                                     auch genannt: Massenmedien, sind Träger indirekter Aussagen an ein breites
                                     zerstreutes und anonym bleibendes Publikum. Generell zählen zu ihnen die
                                     Druckmedien (sowohl periodische als auch nicht periodische Druckerzeugnisse),
                                     Fernsehen, Hörfunk, Film, CD, Tonkasette und Video. Wenn
                                     Massenkommunikationsmittel strikt als "Ein-Weg-Medien" aufgefasst werden, in denen
                                     ein Sender mit Hilfe technischer Verbreiterungsmittel die gleiche Botschaft an viele
                                     Empfänger richtet, die selbst nicht wieder zu Sendern werden, dann gehören PC und
                                     Internet nicht zu Massenmedien. Aber das ist eine Sache der Definition und der Politik.

Medien
                                     sämtliche Vermittlungsinstanzen von Botschaften, natürliche wie technische. Dazu
                                     gehören Körper und Körpersprache, Mimik und Gestik, gesprochene, geschriebene und
                                     gedruckte Sprache samt Druckerpresse, Farbe und Papier, Licht, Fotos, Bilder und
                                     Leinwand, Ton und Tonträger, Fernseher -und Hörfunk, Telefon, Internet samt allen
                                     technischen Hilfsmitteln zur Übertragung: Kabeln, Satelliten, digitalen Netzen, Kanälen
                                     und Bildschirmen.

Metapher
                                     gr. Übertragung, Ersetzung des eigentlichen Ausdrucks durch einen Ausdruck aus einem
                                     anderen Sachbereich, der zum eigentlichen Ausdruck in einem Analogieverhältnis steht.
                                     Nach Quintilian ist die Metapher ein "verkürzter Vergleich". Sie dient der
                                     Veranschaulichung eines abstrakten oder komplexen Zusammenhangs durch ein intuitiv
                                     erfassbares Bild, das unmittelbar einleuchtet. z.B. das Haupt der Familie, Redefluss

Nachricht
                                     "When a dog bites a man, that's not news, but when a man bites a dog, that's news". (zit.
                                     nach La Roche S. 64). Diese berühmte Man-bites-dog-Formel macht das ungewöhnliche
                                     Ereignis zur Quintessenz der Nachricht. Sie umfasst damit die sogenannten
                                     "hard-news", Informationen über aktuelle Ereignisse aus Politik, Gesellschaft, Wirtschaft
                                     und Natur, die wichtig und folgenschwer für die Allgemeinheit sind, und die "soft-news",
                                     Informationen mit Unterhaltungswert, die weder von allgemeinem Interesse noch
                                     folgenschwer sind: Kurioses und Klatsch aus aller Welt. Als journalistische Stilform
                                     bezeichnet die Nachricht eine möglichst verständliche, nach bestimmten Regeln (das
                                     Wichtigste zuerst) aufgebaute, um Objektivität bemühte Mitteilung eines aktuellen
                                     Sachverhalts.

Novelle
                                     von italienisch novella die Neuigkeit, bezeichnet die straff und oft dramatisch
                                     komponierte, auf das Wesentliche/ Bedeutende konzentrierte, meist objektivierende
                                     Erzählung mittlerer Länge, die eine "sich ereignete unerhörte Begebenheit" (Goethe) zum
                                     Gegenstand hat. Merkmale zahlreicher Novellen sind: 1. der geradlinige, gedrängte
                                     Aufbau, 2. die Konzentration auf ein Geschehen, bzw. eine Handlung, die 3. oft
                                     dramatische Züge trägt und 4. einen Wendepunkt (Peripetie) hat. 5. weicht das erzählte
                                     Geschehen auffällig vom Alltäglichen ab, muss aber - im Unterschied zum Märchen -
                                     wahrscheinlich, also grundsätzlich möglich und glaubwürdig sein. 6. erhält der
                                     geschilderte Einzelfall allgemeine Bedeutsamkeit: Er sagt etwas über das Leben als
                                     Ganzes aus und weist über die Fiktion hinaus. 7. sind die meisten Novellen aus der
                                     Perspektive des allwissenden auktorialen Erzählers geschrieben. Ursprünglich waren
                                     Novellen eingebunden in eine Rahmenerzählung und Bestandteil eines Zyklus nach
                                     dem klassischen Vorbild von Boccaccios Decameron.
Ode
                                     von gr. Gesang, Lied, allgemein die Lyrik, die "innerlich und äußerlich geprägt ist von
                                     Erhabenheit, Feierlichkeit, Würde, Gedankenschwung und Gefühlstiefe" (Best S. 371).
                                     Oden sind strophisch gegliedert, metrisch gebunden, meist ohne Reime und streng
                                     aufgebaut, z.B. triadisch: Strophe-Gegenstrophe-Nachstrophe. Höhepunkte der
                                     deutschen Odendichtung sind Klopstocks enthusiastische Oden und Hölderlins von
                                     tragischer Grundstimmung getragenen Oden.

Parabel
                                     (gr. Nebeneinanderwerfen, Gleichnis) Eine meist auf anschauliche Belehrung
                                     abzielende kurze Erzählung, die eine allgemeine Erkenntnis (gemeinter Sachverhalt)
                                     durch einen analogen, aus einem anderen Vorstellungsfeld stammenden Vergleich
                                     (Bildebene) erhellt. Die Parabel unterscheidet sich vom Gleichnis, das mit "so wie" direkt
                                     auf den gemeinten Sachverhalt verweist, dadurch, dass bei ihr ein Vergleichspunkt
                                     zwischen Bild- und Sachebene genügt und die Leser den Analogieschluss selbst ziehen
                                     müssen. Im Unterschied zur Fabel verzichtet die Parabel auf Anthropomorphisierungen
                                     (sprechende Tieren etc.). Die Parabel dient als rhetorisches Stilmittel - klassisches
                                     Beispiel ist Menenius Agrippa - , zur religiösen (NT: Das Gleichnis vom verlorenen Sohn)
                                     und sittlichen Erziehung (Lessings Ringparabel) und zur Artikulation der modernen
                                     Befindlichkeit (Kafka Vor dem Gesetz).
Personifikation
                                     Ausstattung nichtlebender Wesen mit Eigenschaften oder Handlungsweisen, die sonst
                                     nur Lebewesen zukommen. z.B. Mutter Natur, die Sonne lacht, der Berg ruft, blinder
                                     Zufall
Protokoll
                                     (gr. protos=der erste; kolla=der Leim) bezeichnete im Griechischen das einer
                                     amtlichen Papyrusrolle vorgeleimte Blatt mit Angaben über Entstehung, Verfasser und
                                     Inhalt der Schriftrolle. Noch heute versteht man darunter ein Zeugnis/ Dokument, das
                                     schriftlich festhält, haltbar und verbindlich macht, was bei einer Sitzung, Versammlung
                                     oder Diskussion von wem besprochen und beschlossen wurde. Je nach Anlass, Zweck
                                     und Adressatenkreis werden entweder wörtliche Protokolle angefertigt, die die
                                     Redebeiträge im Wortlaut wiedergeben, oder zusammenfassende Protokolle. Letztere
                                     geben die wichtigsten Beiträge komprimiert wieder und dokumentieren entweder den
                                     Ablauf einer Veranstaltung (Verlaufsprotokolle) oder nur die Ergebnisse und Beschlüsse
                                     (Ergebnisprotokolle).

Rede
                                     mündlicher Vortrag aus einem bestimmten Anlass, der das Publikum durch
                                     Überzeugung/ Überredung zu etwas bewegen will: zur Meinungsänderung,
                                     Gesinnungsänderung oder zum Tun oder Unterlassen einer Handlung. Traditionell
                                     unterscheidet man vier Gattungen der Rede:1. die anklagende oder verteidigende
                                     Gerichtsrede (genus iudicale), 2. die beratende oder ermahnende politische Rede
                                     (genus deliberativum) 3. die lobende oder tadelnde sogenannte Prunk- oder Festrede
                                     (genus demonstrativum), 4. die bekehrende Predigt (genus praedicandi). Die klassische
                                     Rhetorik unterscheidet fünf Produktionsstadien der Rede: 1. Inventio, Themenfindung,
                                     Sammlung und Sichtung des Materials, 2. Dispositio, Gliederung, 3. Elocutio,
                                     sprachlich-stilistische Ausarbeitung, 4. Memoria, Einprägen der Rede mit bildlichen
                                     Vorstellungshilfen, 5. Actio, Vortrag der Rede, begleitet von Mimik und Gestik.

Referat
                                     mündliche oder schriftliche Darstellung eines bestimmten Sachgebiets, das vor allem
                                     be- und unterrichten und belehren will. Wie die Rede sollte das Referat - jeweils
                                     abgestimmt auf das Publikum - verständlich, anschaulich und gut nachvollziehbar sein,
                                     und es kann, um Aufmerksamkeit zu gewinnen, auch rhetorische Mittel einsetzen. Aber
                                     diese sollten allein im Namen der zu vermittelnden Sache eingesetzt werden, nicht wie
                                     bei der Rede, um das Publikum zu etwas zu bewegen.
Rhetorik
                                     gr: die Redekunst ist die Theorie und Praxis der wirkungsmächtigen Beredsamkeit, bei
                                     der es mindestens so entscheidend ist, wie man etwas sagt, wie was man sagt. Jede
                                     nähere Definition der Rhetorik hängt davon ab, was die Definierenden von ihr halten: Ob
                                     Rhetorik überhaupt eine wirkliche Kunst ist, wie Gorgias meint, oder bloß Schmeichelei
                                     und Manipulation (Platon), ob Rhetorik nur die Kunst der auf Wirkung bedachten
                                     mündliche Rede ist (Aristoteles), oder insgesamt die "Königin aller Künste und
                                     Wissenschaften" (Quintilian), ob die kunstvolle Rede darauf abzielt, andere zu überreden
                                     und zu überwältigen (Gorgias), oder sie durch Plausibles zu überzeugen (Aristoteles).
Rhetorische Figuren
                                     standardisierte Stilfiguren, die von der 'normalen' Sprache abweichen und dazu dienen,
                                     Aufmerksamkeit zu erzeugen, etwas zu intensivieren, zu veranschaulichen oder
                                     auszuschmücken. Dazu gehören 1. Redefiguren wie Alliteration und Inversion, die eine
                                     Äußerung auf Satzebene wirkungsvoll verändern, 2. Tropen, die mit einer effektvollen
                                     Veränderung auf der Wortebene spielen, wie Metapher oder Euphemismus, und 3.
                                     Gedankenfiguren wie die Personifikation oder die rhetorische Frage. Aus der Redekunst
                                     und Dichtung hervorgegangen, haben sich zahlreiche rhetorische Figuren auch in der
                                     Alltagssprache und Werbung etabliert. Sie spielen überall da eine Rolle, wo es genauso
                                     darauf ankommt, wie einer etwas sagt, wie was er sagt.

Rhetorische Frage
                                     eine "unechte" Frage, die nicht auf eine Antwort zielt, sondern eine Aussage affektiv
                                     stärken, etwas behaupten oder zu etwas auffordern will. Wer glaubt denn noch an den
                                     an den Osterhasen?
Sprachliches Zeichen
                                     Zeichen als eine Einheit von Ausdruck (Lautung) und Inhalt (Bedeutung); nach SAUSSURE Einheit von
                                     Signifiant (Signifikant) und Signifié (Signifikat); Verbindung zwischen Ausdruck und Inhalt ist arbiträr
                                    (=willkürlich, an sich beliebig), ist aber durch Konvention (Übereinkunft) in jeder Einzelsprache festgelegt.
                                     Was der Sprecher in der außersprachlichen Wirklichkeit meint (außersprachlicher Bezugspunkt auf den das
                                     Zeichen verweist) nennt man Denotat.
Sprechgestaltende Interpretation
                                      textproduktives Verfahren zur Interpretation, das auf dem bewussten Einsetzen des Sprechausdrucks beruht,
                                      z.B. Tonhöhe, Tonhöhenverlauf, Klangfarbe, Klangfülle - Lautstärke, Lautstärkenwechsel, Betonungsstärke,
                                      Betonungsart - Sprechtempo, Geschwindigkeitswechsel, Pausenanzahl, Pausenlänge, Pausenart, - Lautart,
                                      Deutlichkeit, Lautungsstufe (z.B. Standardsprache, Dialekt, Soziolekt)
Statement
                                     Erklärung, Feststellung, meist als Ausschnitt aus einem Interview. Ein Statement ist die
                                     authentische Aussage einer öffentlich relevanten Person, die damit selbst wieder zur
                                     Quelle einer originären Nachricht wird.
Stil
                                     charakteristische Ausdrucks- und Gestaltungsweise eines Textes - vgl. Individualstil, Zeit- oder Epochalstil,
                                     Epigonalstil, Gattungsstil, Sachstil, Wissenschaftsstil, restringierter Code, elaborierter Code, Jargon,
                                     Umgangssprache, Dialekt, parataktischer Stil, hypotaktischer Stil, Nominalstil, Verbalstil
Synonym
                                     Wörter (genauer: Lexeme), die bedeutungsgleich oder so bedeutungsähnlich sind, dass sie innerhalb eines
                                     Satzes gegenseitig ausgetauscht werden können - vgl. Wortfiguren
                                     Beispiele: fast - beinahe; Samstag - Sonnabend;
Textanalyse
                                     Untersuchung eines Textes, die darauf abzielt, den Gegenstand, das Thema des Textes
                                     zu erfassen, die Aussageabsicht und die dazu verwendeten sprachlichen Mittel zu
                                     erkennen und eigenständig zu beurteilen. Zur Textanalyse gehört 1. eine Inhaltsangabe,
                                     die sachlich und präzise über den Kerngedanken des Textes informiert und seine
                                     wichtigsten Thesen, Argumente und die Intention in eigenen Worten zusammenfasst. 2.
                                     eine Stellungnahme, eine begründete Meinungsäußerung, die zeigt, dass der Leser den
                                     Originaltext verstanden hat und das Thema eigenständig beurteilen kann. Das Ergebnis
                                     der Stellungnahme sollte eine argumentativ gestützte eindeutige Bestätigung oder
                                     Gegenposition der in Frage stehenden These enthalten.
These
                                     Behauptung, die um nicht reine Meinung zu bleiben, der Begründung, einer vernünftig
                                     nachvollziehbaren Argumentation bedarf.
Werbeslogan
                                     (Slogan = engl. Schlachtruf) Werbespruch, der durch Sprachwitz und/oder Originalität die
                                     Aufmerksamkeit wecken und zugleich für einen gesteigerten Wiedererkennungswert des
                                     Produktnamens sorgen soll. Die zarteste Versuchung, seit es Schokolade gibt.
Wissenskluftthese
                                     auch Knowledge-gap-Hypothese. Sie besagt, dass sich durch ein wachsendes
                                     Informations- und Medienangebot die Kluft zwischen Menschen mit formal höherem und
                                     Menschen mit niedrigerem Bildungsgrad vergrößert.