Reiseberichte Senegal
Reiseberichte Marokko Reiseberichte Mauretanien
Reiseberichte Mali Reiseberichte Burkina Faso
Reiseberichte Togo Reiseberichte Ghana
Schlussbericht Reisebericht Senegal 1.Teil
Reisebericht Senegal 2. Teil Reisebericht Senegal 3. Teil
29.01.03 Kedougou (Senegal) Senegal 4.Teil
Kenia - Mali 1:3, Nigeria - Marokko 0:1, Senegal
- Burkina Faso 0:0!!!
Jawohl, die Fussball-Afrikameisterschaften haben begonnen und alle sind im
Fussballfieber und sitzen vor dem Fernseher oder ihrem kleinen Transistorradio.
Natürlich waren alle enttäuscht, als der haushohe Favorit Senegal gegen den
klaren Aussenseiter Burkina Faso nicht über ein Unentschieden hinaus kam. Neben
dem Fussball schauen, habe ich auch schon wieder ein paar Kilometer zurückgelegt
und dabei die 5000 km-Marke erreicht.
Von Tambacounda fuhr ich los in Richtung Niokolo Koba N.P. Vor dem Eingang übernachtete
ich im dortigen Campment. Da ich mit dem Fahrrad wegen den gefährlichen Tieren
nicht in den Park durfte, fragte ich die zwei Reisegruppen, die ebenfalls im
Campment übernachteten, um eine Mitfahrgelegenheit an. Leider aber hatten sie
keinen Platz für mich. Da ich in diesem Campment als Zeltler keine Toilette und
keine Dusche zugewiesen bekam und man mir nicht einmal Nachtessen servierte,
wollte ich nicht auf weitere Gruppen warten und entschied mich weiter zu fahren.
Dafür musste ich aber auf der Nationalstrasse ebenfalls den Nationalpark
durchfahren. Ausser im Parkbüro von Tambacounda wurde mir aber immer geraten,
die Strecke in einem Bus zu bewältigen, da es hier wegen der Löwen und Hyänen,
etc. zu gefährlich sei mit dem Fahrrad. Ich nahm die Strecke aber doch in
Angriff, da man im Parkbüro sagte, auf der Hauptstrasse hätte es ja Verkehr
und dadurch würden die Tiere Abstand halten. Als mir dann aber während den
ersten 90Minuten kein einziges Fahrzeug begegnete, dafür Paviane, Gazellen und
riesige Wildschweine, die zum Teil nur wenige Meter neben mir davonrannten,
wurde es mir doch etwas mulmig. Würden Löwen wohl auch wegrennen, oder lieber
mit mir "spielen"? So war ich heilfroh nach 60km eine Parkkontrolle
erreicht zu haben, wo ich dann auch meine erste Pause machte. Am Nachmittag auf
der Weiterfahrt sah ich dann nicht mehr so viele Tiere, dafür mehrere
Buschbrände mit meterhohen Flammen gleich neben der Strasse. Die Tiere ruhen
sich halt bei Temperaturen um die 45-Grad lieber im Schatten aus und rechnen um
diese Zeit wohl nicht mit einem so irren Radfahrer.
Nach 160km erreichte ich schliesslich Kedougou. Hier legte ich einen Ruhetag
ein, ehe ich einen Abstecher zu einem schönen Wasserfall in Dindéfelo machte.
Da ich die Piste wohl nicht alleine gefunden hätte, verlud ich dafür mein
Fahrrad auf einen Pick-up. Nach einem weiteren ruhigen Tag fuhr ich diese Piste
dann mit dem Fahrrad zurück und musste feststellen, dass dies schneller geht
als mit dem Auto. Meist haben sich die Radfahrer nämlich einen eigenen kleinen
Weg "angelegt", der meist wenige Meter neben der schlechten Autopiste
entlangführt und nicht deren viele Löcher und Steine aufweist.
Nun bin ich wieder in Kedougou und nehme in den nächsten zwei Tagen noch die
etwa 120 km bis nach Mali in Angriff. Bin gespannt, was mich da alles erwartet.
Auf den nächsten 300 km habe ich nämlich keine Informationen über Unterkünfte,
Nahrungs- und Wasserbeschaffung. Die nächsten ca. 700 km sind auch noch Piste,
wo ich nicht einmal weiss, ob die überhaupt mit dem Fahrrad machbar sind.
Schaun mer mal.... Des weiteren "warte" ich immer noch auf den ersten
Platten!!! Sonst hatte ich noch keine Fahrradpannen und keine Stürze, von den
bekannten Speichenproblemen einmal abgesehen. Dafür ist mir aber ein
Fotoapparat, die Sonnenbrille und der Wasserfilter kaputt gegangen. Hoffe vor
allem, dass ich den Wasserfilter wieder reparieren kann, denn wenn ich das
Wasser aus den Flaschen kaufen muss, kostet der Liter einen knappen Franken, was
bei einem täglichen Wasserverbrauch von ca. 10l über die nächsten 2 1/2
Monate doch recht teuer würde. Also bis zum nächsten Mal aus Mali.
23.01.04 Tambacounda (Senegal) Senegal 3. Teil
Den ersten Tag benötigte ich um nach Farafenni in Gambia zu
kommen. Am Zoll hatte ich überraschenderweise keine Probleme. Das man für
einen Stempel in den Pass viel Zeit braucht, ist hier ja normal. In Farafenni
bemerkte ich gleich, dass Gambia in Sachen Fortschritt dem Senegal noch einiges
hinterherhinkt. In dieser Stadt gibt es noch keinen Strom, also auch kein
Internetcafe, kein kühles Cola und keine Strassenbeleuchtung. Die Essstände an
den Strassenrändern sind in der Nacht mit Kerzen beleuchtet und man schaut mit
der Taschenlampe in die Töpfe um zu sehen, was es an welchem Stand zu essen
gibt. Eine für mich doch neue Situation. Die Menschen hier sind aber noch
freundlicher als im Senegal und man wird auch weniger nach Geld und Geschenken
angefragt. Als ich mich in Farafenni nach einem Ruhetag an die neuen
Begebenheiten gewöhnt hatte, fuhr ich auf der Nordseite des Gambia River in
Richtung Osten. Die Piste war gut befahrbar und hatte nur wenige Sandpassagen,
die mich jeweils fast zum stürzen brachten. An einer Polizeikontrolle wollte
man mir 50 Dalasi (Fr.2.50) abknöpfen, nur um mit dem Fahrrad passieren zu können.
Ich bezahlte natürlich nicht und so wollte man mich mit einer Gepäckkontrolle
einschüchtern. Ich antwortete, dass ich nichts illegales dabei habe und sie
ruhig mein Gepäck durchsuchen können. Das tönte wohl nach zuviel Arbeit und
man liess mich passieren. Am nächsten Polizeiposten dann genau das Gegenteil:
Ich wurde zum Tee eingeladen!!!
In Wassu übernachtete ich dann in einer Auberge für Fr. 1.50, was seinem Preis
auch gerecht wurde. Zum Glück habe ich aber einen Schlafsack dabei, damit ich
wenigstens weiss, in was ich mich lege!!!. Der Ort Wassu ist bekannt für seine
Steinkreise. Eine Art britisches Stonehenge in Miniaturausgabe. Am nächsten Tag
hatte ich noch gut 20km auf übler Piste nach Georgetown zurückzulegen. Hier
verbrachte ich zwei schöne und ruhige Tage am Gambia River und mit
einheimischen Jugendlichen, die mich in ihr kleines Dorf mitnahmen und mir
Znacht auftischten. Natürlich war es Cous-Cous. Eigentlich wollte ich hier noch
eine Bootsfahrt machen um die Flusspferde zu sehen, aber das sollte wohl nicht
sein. Verlangte man von mir am Vortag noch 500 Dalasi, wollte man dann am
Abfahrtstag plötzlich 1000 Dalasi. Da ich mich aber nicht auf solche Spielchen
einlasse, machte ich kurzerhand kehrt und verzichtete auf die Fahrt. Nun hat der
Bootsfahrer halt gar nichts verdient, was ihm gerecht geschieht.
Weiter fuhr ich auf der Südseite nach Basse Santa Su. Bei der Ankunft in Basse
fragte mich ein Polizist ob es in Ordnung sei, wenn er mir eine Busse gäbe. Ich
fragte ihn wieso. Worauf er antwortete, weil ich keine Glocke hätte. Natürlich
aber habe ich eine Glocke, welche ich ihm sogleich vorführte. Er entgegnete,
dass ich aber kein Licht hätte. Ich antwortete, dass ich die Lampen in den
Fahrradtaschen habe und ich sie ihm gerne zeigen könne. Darauf gab er erfolglos
auf und liess mich ohne Busse weiterfahren. Um in Basse in die von mir ausgewählte
Unterkunft zu kommen, musste ich mit einer Piroge den Gambia River überqueren.
Auch hier dasselbe Spielchen: Der erste Preis für die Überfahrt lag bei 50
Dalasi. Den Betrag den ich schlussendlich bezahlte, war gerade noch deren 5
Dalasi. Langsam aber sicher werde ich müde davon, dass man mich immer und immer
wieder versucht übers Ohr zu hauen. Das gibt der ganzen Reise doch einen üblen
Beigeschmack. Die Leute sind doch sehr freundlich, aber meistens wollen sie doch
immer nur das eine und das ist Geld, welches vor allem bei weissen Touristen am
einfachsten zu holen ist. Wenigstens versuchen sie nicht das Geld zu stehlen.
Basse Santa Su hat einen schönen Markt. Aber interessant waren vor allem die
Frauen, die aus allen Regionen herkamen um einzukaufen. Hunderte von
verschiedenen Tüchern und Kleidern in allen Farben und Mustern wurden getragen
und präsentiert, was einfach faszinierend war zu beobachten. Da es auch in
Basse Santa Su nicht zu einer Bootsfahrt kam, entschied ich mich am nächsten
Tag nach Tambacounda, zurück in den Senegal, zu fahren. Wiederum ein
langdauernder Grenzübertritt lag vor mir. Als alle Formalitäten erledigt waren,
war es schon Mittag und ich musste mich dann kräftig ins Zeug legen, um im
Gegenwind das noch über 100km entfernte Tambacounda noch vor Sonnenuntergang zu
erreichen. Wenigstens halfen mir die Wolken etwas, welche die Temperatur
"nur" bis maximal 38-Grad ansteigen liessen. An anderen Tagen hatte
ich mit bis zu 45-Grad zu kämpfen. Da schüttet man dann schnell einmal
10 Liter Wasser am Tag die Kehle herunter, ohne je wirklich richtig auf die
Toilette gehen zu müssen. Die Hosenstösse sind jeweils nach einem Tag schon
weiss vom Schweiss.
Weiter fahre ich nun durch den Niokolo Koba N.P., ehe ich anfangs Februar nach
Mali einreisen werde. Ich denke ich werde etwa 3 Wochen brauchen, um auf den
dort grösstenteils ungeteerten Pisten nach Bamako, der Hauptstadt Malis, zu
kommen. Dort hoffe ich dann, dass ich wieder einen Zugang zum Internet finde, um
mich wieder melden zu können. Bis dann, Michi
13.01.04 Kaolack (Senegal) Senegal 2. Teil
Von St-Louis fuhr ich also, nachdem das Hinterrad
zum zweiten Mal neu eingespeicht war, los zum Djoudji Nationalpark. Die Piste
dorthin war dann aber doch etwas zu schwierig. Wellblech und Sand verhinderten
meinen Besuch im Park. Nach 90 Minuten hatte ich gerade einmal 10 km
zurückgelegt und da ich nochmals etwa 40 km hätte machen sollen, entschied ich
mich umzukehren. Ich wollte auch meinem Rad nicht allzu viel zumuten.
So fuhr ich dann in die nahegelegene Zebra-Bar. Dies ist ein von Schweizern
geführter Zeltplatz, der von vielen aus dem Norden kommenden Senegalreisenden
angesteuert wird. Ist ja auch klar, wenn man aus einem islamischen Land wie
Mauretanien kommt, wo es keinen Alkohol gibt und man dann auf den
Hinweisschildern zur Zebra-Bar die Aufschrift "kühles Bier" liest. So
verbrachte ich dort 3 Nächte mit Nichtstun, was auch einmal sein musste. Danach
war ich bereit, endlich in den Senegal einzutauchen.
Ich entschied mich nicht nach Dakar zu fahren, sondern etwas das Hinterland zu
erkundigen. So fuhr ich also an wunderschönen Dörfern vorbei, die wie man es
sich in Afrika vorstellt, ausschliesslich aus diesen runden Strohhütten
bestehen. Am zweiten Tag wurde ich dann von einem Herrn zum Essen gerufen. Ich
hielt an und kriegte Reis. Schon bald wurde mir eine Hütte zugeteilt, wo ich
schlafen konnte. Eigentlich wollte ich noch 50 km weiterfahren, aber so eine
Möglichkeit einmal ein bisschen mehr vom Leben der Leute zu sehen, wollte ich
mir dann doch nicht entgehen lassen. Ich durfte mich hier völlig frei bewegen
und auch Fotos machen. Zum Znacht gab's dann, wie auch zum Frühstück Cous-Cous
(eine Art Hirsebrei mit Wasser verdünnt). Natürlich ohne Beilagen oder
Fleisch. Strom ist hier noch ein Fremdwort und das Wasser wird aus einem
seeehhhr tiefen Brunnen mühsam mit Hilfe eines Flaschenzuges heraufgeholt. Als
Dankeschön kriegt dann der Chef der Sippe ein T-Shirt und das grüne
Volleyballshirt von mir, dass er auch dankend annimmt.
Weiter fahre ich nach Touba. Die Stadt ist das Mekka Senegals. Die riesige
Moschee sieht man schon aus 10 km Entfernung. Der Staat Senegal hat hier so gut
wie keine Macht, das heisst also, die Stadt ist eigentlich ein Staat im Staate.
In der nächsten Stadt Mbake suche ich eine Unterkunft, werde aber sogleich von
einem Senegalesen zu sich nach Hause eingeladen. Da er aber plötzlich mitten
auf der Strasse sehr laut wird, merke ich schnell, dass er ein Alkoholproblem
hat. Also mache ich ihm klar, dass ich doch lieber eine Auberge aufsuchen werde.
Schnell aber standen dann ein paar Leute um mich herum und versicherten mir,
dass es kein Problem sei bei ihm zu übernachten, dass seine Familie in Ordnung
sei. Also ging ich doch mit und hatte so eine Übernachtung, die mich einen
halben Liter Roséwein kostete...
Weiter pedalte ich dann in den nächsten zwei Tagen ohne Probleme die restlichen
200 km via Kaffrine nach Kaolack. Der Senegal ist fast topfeben. Wenn ich auf
100 gefahrenen Kilometer 100 Höhenmeter hinaufpedalen muss, ist das schon viel.
Hier in der Sahelzone wachsen doch schon recht viele Bäume. Je weiter
südlicher man kommt, desto höher wird auch das braune, vertrocknete Gras.
Sehenswert sind vor allem die dicken Baobabs (Affenbrotbäume) und die vielen
kleinen Dörfer, bestehend aus Strohhütten. Als Toubab (weisser Mensch) auf dem
Fahrrad wird man meist mit lachenden Gesichtern und winkenden Händen durch die
Dörfer begleitet. Von überall hört man die Leute "Toubab, Toubab"
rufen. Dass ich dann eine Sehenswürdigkeit bin, wenn ich irgendwo raste und
sich schnell über 20 Leute um mich aufstellen um zu gucken, was der Toubab
macht, versteht sich von selbst. Etwas nervig sind zum Teil die Forderungen nach
Geschenken. Gib mir ein Geschenk, gib mir Geld, gib mir das Fahrrad, gib mir
deine Uhr tönt es von überall. Ich müsste wohl 500 Geschenke pro Tag
verteilen, um allen Forderungen nachzukommen. Sonst aber ist es doch angenehm
hier zu reisen. Ich fühle mich hier ein x-faches sicherer, als bei einem
Spätdienst auf der Arbeit. Einzige Schwierigkeit ist manchmal in den Dörfern
draussen etwas zu Essen zu bekommen. Erstens weiss man nicht welche Hütte Essen
hat und zweitens gibt es dann vielleicht gerade nichts oder dann aber nur Gries
oder Reis, was mich als Radfahrer nicht wirklich satt macht. Dasselbe Problem
haben aber auch die Dorfbewohner. Einige Schilder an der Strasse machen darauf
aufmerksam, dass die Leute auf Unterstützung vom Ausland angewiesen sind, um
genügend zu essen zu kriegen.
Da die Speichen schon 450 km gehalten haben, bin ich wieder zuversichtlich, die
Reise zu Ende führen zu können. Vielleicht liegt sogar noch ein nicht
geplanter Abstecher nach Guinea, Togo oder Benin drin. Leider ist nun aber mein
Fotoapparat kaputt gegangen. Gut habe ich noch einen zweiten mitgenommen, sonst
hätte ich schon wieder ein Problem.
05.01.04 St-Louis, Senegal Senegal 1. Teil
In der Nacht vor der Abfahrt von Nouakchott bekam
ich starke Bauchschmerzen. Mit Glück schaffte ich es dann gerade noch
rechtzeitig auf die Toilette. Da stellte sich dann schnell heraus, dass ich
Durchfall hatte. Habe wohl irgendetwas schlechtes gegessen. Einen Tag später
war das Ganze aber schon fast durchgestanden. So machte ich mich also auf den
Weg in Richtung Süden. Wegen der Speichenprobleme und des herrschenden Windes
entschied ich mich, nicht wie geplant, nochmals ins Landesinnere von
Mauretanien, sondern gleich in den Senegal zu fahren. Wüste habe ich
mittlerweile ja auch schon zur genüge durchradelt. So kam ich dann recht
schnell vorwärts und nur die untergehende Sonne stoppte mich nach 166 km vom
weiterfahren. Ich war so zwäg, da hätte ich locker noch ein paar Stunden
dranhängen können. Nachtfahrten sind aber erstens gefährlich und zweitens
sieht man ja auch nichts von der Landschaft.
Da an der ganzen Strecke Leute in Ihren Zelten und Wellblechhütten wohnen,
fragte ich dann jemanden, ob ich mein Zelt neben dem seinen aufstellen könne.
Natürlich erlaubte man mir das, worauf man mich auch gleich noch zum Tee
einlud. Am Tag darauf erreichte ich nach gut 40 km den Grenzort Rosso. Kaum da,
werde ich auch schon von Schleppern und "Möchtegerngeldverdienern"
angequatscht. Natürlich ignorierte ich die alle und gab meinen Pass erst aus
den Händen, als ihn ein Polizist verlangte. Dieser erledigte dann für mich die
Ausreiseformalitäten. Als er mir den Pass aushändigen wollte, verlangte
er
40 Euro. Natürlich war ich darauf gefasst und machte ihm entschieden klar, dass
ich das nicht bezahlen werde. Auch die anderen Händler sagten, dass das aber
soviel koste und man versuchte mich weichzuklopfen. Auch mit einem Gespräch mit
dem Polizeichef wurde gedroht. Ich sagte zu, was dem Polizisten wohl nicht
passte. So ging er runter auf 20 Euro, dann auf 10 Euro. Ich verlangte meinen
Pass, sagte, dass er kein Geld von mir bekäme. Nach etwa 20 Minuten
diskutieren, erhielt ich den Pass und bezahlte gut 2 Euro, was aber die
Überfahrt über den Grenzfluss Senegal mit der Piroge kostete. Korrupten
Polizisten sollte man nichts geben!!! Der Zöllner an der senegalesischen Seite
machte dann keine Probleme und ich bekam meinen Einreisestempel innert
kürzester Zeit. Dafür wollte mich der Geldwechsler auf dem Schwarzmarkt übers
Ohr hauen. Ich musste ihm doch tatsächlich dreimal davonlaufen, bis er begriff,
welchen Wechselkurs ich akzeptiere. Die meinen wohl, dass man jedem Touristen
das Geld aus der Tasche ziehen kann.
Da danach an meinem Hinterrad in kürzester Zeit gerade 2 Speichen brachen
(Nr. 6+7), verlud ich mein Fahrrad in einen Bus und erreichte so das noch
gut
50 km entfernte St-Louis in selbstmörderischer Fahrt. Diese Busfahrten sind
echt nichts für schwache Nerven.
In St-Louis fand ich dann am nächsten Tag einen Velomechaniker, der mir das Rad
erneut komplett neu einspeichte. Jetzt hoffe ich, dass ich mich in Zukunft
endlich wieder auf die Reise, die Menschen, die Natur, die Landschaften etc.
konzentrieren kann und mich nicht noch weiter mit Speichenproblemen
herumzuschlagen brauche.
Meine weiteren Pläne sind nun folgende: Erst versuche ich auf einer 50 km
langen Piste den Nationalpark Djoudij zu erreichen, welcher bekannt ist für
seine Vogelvielfalt. Weisse Flamingos, Pelikane, Adler und Zugvögel aus Europa
soll es dort in wunderschöner Landschaft zu Hauf zu beobachten geben. Auch
Krokodile, Wasserschlangen, Warzenschweine etc. sind dort heimisch. Danach werde
ich in Richtung Süden aufbrechen und wenn die Speichen halten, gleich nach
Gambia fahren, ohne Dakar anzusteuern. In Gambia wäre ich dann wieder auf
meiner geplanten Route.