Emys - die Schildkrötenseiten von Fritz Wüthrich

Bilder und Gedanken zur einheimischen Tierwelt
 

Steinbock
3.6.2001: Der Steinbock (Capra ibex) war praktisch im ganzen Alpenraum ausgerottet. Einzig im Aostatal existierte noch eine kleine Population. In der Schweiz war der Steinbock von 1800 bis 1850 total ausgerottet. Bis heute hat sich der Bestand durch Aufzucht und Aussetzung auf ca. 14'000 Tiere erholt. Der Bestand ist so hoch, dass einzelne Tiere abgeschossen werden. Der Bestand im Kanton Bern wird einschliesslich der beiden grenzüberschreitenden Kolonien Brienzer Rothorn und Wittenberg auf 1'000 Tiere geschätzt. Sie verteilen sich des weiteren auf Gadmerflüh, Wetterhorn, Augstmatthorn, Oldenhorn, Blattenstock, Schwarzmönch, Justistal und Bire/Oeschinen. Es sind noch nicht alle geeigneten Habitate von Steinböcken besetzt. Ein geeigneter Lebensraum findet sich auch im Diemtigtal im Berner Oberland. Im Jahr 2001 sollen 5 Geissen und 5 Böcke vom Augstmatthorn gefangen und im Diemtigtal im Gebiet Spillgerten ausgesetzt. Das erste Steinbock Paar wurde am 11. Mai 2001 im Gebiet Spillgerten ausgesetzt. Hoffentlich vermögen die ausgesetzten Tiere im Diemtigtal eine weitere Steinwildkolonie im Kanton Bern zu begründen.

4.9.2002: Nachdem im Jahr 2001 insgesamt 5 Steinböcke im Diemtigtal eine neue Heimat fanden, wurden im April 2002 4 weitere Steinböcke, 2 Geissen und 2 Böcke, umgesiedelt. Mit Ausnahme eines Bockes, der immer wieder an der Niesenkette gesichtet wird, sind die übrigen Steinböcke im Diemtigtal geblieben.  2 der 2002 umgesiedelten Tiere stammen aus der Kolonie Schwarzmönch bei Wengen, die beiden anderen aus dem Wildpark Brienz. Auf die Tiere aus dem Wildpark hat man zurückgegriffen, um die genetische Variabilität in  der Kolonie zu erhöhen, da diese eine andere Herkunft als die Wildfänge aus dem Kanton Bern haben.
Sehr erfreulich ist, dass eine der 2001 ausgesetzten Geissen ein Kitz führt. Eine lebensfähige Steinbockkolonie ist sicher eine grosse Bereicherung für die wunderbare Bergwelt im Diemtigtal.
Mehr dazu finden sie unter www.steinbock.ch

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Thunersee vom Gemmenalphorn aus gesehen. In diesen steilen Wänden bewegen sich die Steinböcke mit einer Sicherheit, man kann es kaum glauben.

Steinbock (Capra ibex)
Niederhorn bei Beatenberg. Hier sind die Tiere überhaupt nicht scheu. Die Aufnahme entstand bei einem Abstand von weniger als 5 Meter.

Blick vom Niederhorn ins Justistal richtung Sichel. Hier oben lebt eine grosse Steinbock Kolonie.



Lämmerdieb und Fischräuber, gejagt und ausgerottet

Bartgeier (Gypaetus barbatus) und Fischotter (Lutra lutra lutra) wurden früher als Schädlinge stark gejagt und schliesslich ausgerottet. Die Wiederansiedlung des Bartgeiers scheint von Erfolg gekrönt zu sein. Ich hatte das Glück, diesen imposanten Vogel im Berner Oberland zu beobachten. Ein wirklich tolles Erlebnis. Mehr zur Wiederansiedlung des Bartgeiers finden sie unter www.wild.unizh.ch/bg. Beim Fischotter sieht es leider nicht so gut aus. Die heutigen Gewässer sind stark verbaut und mit Umweltgiften wie PCB belastet. Genügend lange Uferabschnitte mit ausreichendem Fischbestand gibt es praktisch nicht mehr. So besteht denn auch keine Hoffnung, in naher Zukunft diese verspielten Gesellen freilebend in der Schweiz zu beobachten.

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Bartgeier
Tierpark Dählhölzli Bern
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Fischotter
Tierpark Dählhölzli Bern

Einheimische Schlangen

Von den drei abgebildeten Schlangen sind die Aspisviper und die Alpenviper - eine Unterart der Aspisviper - giftig, die Ringelnatter ist ungiftig. Schwere Vergiftungen nach Bissen von einheimischen Giftschlangen sind selten. Tödliche die absolute Ausnahme. Der letzte Todesfall nach einem Biss durch eine einheimische Schlange in der Schweiz ereignete sich 1969. Nur etwa jeder zweite Biss führt zu Vergiftungssymptomen. In den übrigen Fällen ist die abgegeben Giftmenge zu gering. Der Biss ist an einem oder zwei Nadelfeinen Einstichen zu erkennen. An der Bissstelle tritt eine Schwellung mit rötlich blauer Verfärbung auf, oft begleitet von einem brennenden Schmerz. Ist nach 1-2 Stunden keine Schwellung sichtbar, ist mit keinen Vergiftungssymptomen zu rechnen. Bei leichten Vergiftungen ist mit einer lokalen Schwellung um die Bissstelle, Übelkeit, Erbrechen und Herzklopfen zu rechnen. Mit zunehmender Vergiftung nimmt auch der Schweregrad und die Ausdehnung der Schwellung zu. In seltenen Fällen können Lähmungserscheinungen auftreten. Je nach Schwere der Vergiftung heilen die Symptome mehr oder weniger schnell ab.
Was ist nach einem Schlangenbiss zu tun? In jedem Fall einen Arzt aufsuchen. Nach einem Biss besteht genügend Zeit für Erste-Hilfe-Leistung. Bissstelle desinfizieren, Patienten beruhigen und den betroffenen Körperteil ruhig stellen, um die Blutzirkulation nicht unnötig anzuregen. Bei Bissen durch einheimische Schlangen keinesfalls, wie früher propagiert, den betroffenen Körperteil abbinden, die Wunde aufschneiden und aussaugen. Patienten bis zum Abtransport im Schatten Schocklagern.

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Aspisviper (Vipera aspis)
Tierpark Dählhälzli Bern

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Alpenviper (Vipera aspis atra)
juveniles Männchen im Simmental
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Junge Ringelnatter (Natrix natrix)
Alte Aare bei Büren

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letzte Änderung: 31. Dezember 2002 / © Fritz Wüthrich

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