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Schutzprojekt in Grünheide

  

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Donnerstag, 3. Mai 2001



Auf der Suche nach der Sumpfschildkröte

Leute


In natura  hat er sie in Grünheide noch nicht gesehen, die Europäische Sumpfschildkröte, die das 1934 verliehenen Wappen des Ortes ziert. Seit 33 Jahren hat Max Tesch ein Gartengrundstück in Grünheide und liebt  Wald und Wasser.
Die Sumpfschildkröte galt vor zehn Jahren im Brandenburgischen noch als ausgestorben und wird nun in der Naturschutzstation Niederbarnim in Zepernick wieder zum Aussetzen vermehrt. Der 65-jährige promovierte Landwirt Tesch ist überzeugt: «Auch hier in Grünheide gibt es sie noch.» Immerhin ist er im Besitz einer Fotografie, die ein in Woltersdorfer Gewässern gesichtetes Tier zeigt.
Der seit dreieinhalb Jahren in Grünheide lebende Berliner wurde gleich nach der Lehre im Stadtgut Pankow Leiter der Tierproduktion. Gemeinsam mit 140 Leuten betreute er «von der Biene bis zu 75 Pferden» alle möglichen Tiere und baute die erste Enten-Mastanlage der DDR auf. Später wurde er an der Humboldt-Universität Berlin, an der er studiert und gelehrt hatte, verantwortlicher Mitarbeiter für den Institutsneubau für Landmaschinen und Bauwesen.
In der daraus entstandenen Ingenieurhochschule Berlin-Wartenberg in Blankenburg wirkte Max Tesch in verschiedenen Leitungsfunktionen und war Institutsdirektor für Umwelt und Kommunalverfahrenstechnik, bis die Einrichtung 1991 abgewickelt wurde. Dann ging er erst einmal fünf Jahre lang auf Reisen: «Unser Einfamilienhaus steckt darin», lächelt er, denn Ägypten, Tunesien, Hawaii, Kanada, Alaska, China und noch andere Länder sind keine billige Sache. Als ehrenamtlicher Präsident der Deutschen Agrarwissenschaftlichen Gesellschaft, Landesverband Brandenburg-Berlin organisierte er pro Jahr 20 Studienreisen.
1999 nun gründete er in Grünheide den Freundeskreis Wappentier. 18 Mitglieder hat er zusammengetrommelt, darunter die Bürgermeisterin, Lieselotte Fitzke (SPD), den Amtsdirektor Heinz Friedrich, Tierärzte, Biologen, Lehrer, einen Förster, einen Hobbytaucher und einen Mitarbeiter vom Heimattiergarten Fürstenwalde.
Sie rufen die Grünheider auf, nach der Schildkröte, ihren Gelegen oder Spuren im Sand Ausschau zu halten. Das im «Artenschutzprogramm Rote Liste» geführte Tier gehört «zu den scheuesten und heimlichsten Bewohnern unserer Gewässer», heisst es auf einem von Landesumweltamt Brandenburg herausgegebenen Poster.
Wer eine Sumpfschildkröte entdeckt, soll sich bei Max Tesch melden. Tesch und sein engster Mitstreiter, der 63-jährige Ernst Bartusch, besuchen jeden Entdecker und dokumentieren den Fund. Tel.: 033 62/50 06 18 ng

 
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letzte Änderung: 21. Januar 2003 / © Fritz Wüthrich

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