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Faltblatt der SIGS zur
Haltung von Rotwangenschmuckschildkröten |
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| Portrait |
| Die amerikanische Rotwangenschmuckschildkröte (Trachemys
scripta elegans) ist wohl die weltweit bekannteste Wasserschildkröte. Ihre
Bezeichnung hat sie wegen ihrem hübschen roten Wangenstreifen. |
| Grösse und Form: | Farbe: | ||
| Länge: Gewicht: Profil: |
bis 28 cm bis 2 kg flach |
Kopf: Panzer: Jungtiere: |
rote Wangenstreifen dunkel auffallend grün |
| Weibchen werden grösser als Männchen. Männchen haben einen kräftigeren und längeren Schwanz, und auffallend lange Vorderkrallen. Die Rotwangenschmuckschildkröte wird in den Vereinigten Staaten nachgezüchtet und in alle Länder der Welt exportiert. Sie wird zu einem Spottpreis als 2-3 cm grosser, niedlicher grüner Schlüpfling auf den Märkten und im Zoofachhandel angeboten. |
| Haltung |
| Jungtiere: | |
| - | Aquarium: je nach Grösse der Tiere 50 bis 1000 Liter, an sonnigem Fensterplatz. |
| - | Landteil aus Kork oder Ästen anbieten, diese Insel mit Spotlampe beleuchten. |
| - | Sonnenplatz mit 40°C, Nachts Temperaturabsenkung auf 18° - 20°C. |
| - | Die Wassertiefe kann ein mehrfaches der Panzerlänge betragen. Sauberes Wasser! |
| - | Winterschlaf. |
| Erwachsene: | |
| - | Sonnige, ausbruchsichere Aussenteichanlage mit Eiablageplatz. |
| - | Die Tiere müssen sonnenbaden können. |
| - | Winterschlaf. |
| - | Hygiene. |
| Fütterung |
| Jungtiere: |
| Abwechselnd Mückenlarven, Wasserflöhe, Wasserinsekten, Wasserschnecken, Zierfischfutter, Kompost- und Regenwürmer, kleine Fischstücke, Grünzeug: z.B. Wasserlinsen, Löwenzahn. |
Jungtiere fressen tierische und pflanzliche Nahrung. |
| Erwachsene: |
Erwachsene Rotwangenschmuckschildkröten fressen vermehrt |
Kein
Rinderherz, Hunde- oder Katzenfutter. |
| Krankheiten: |
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Fressunlust wegen Augenveränderung infolge Vitamin A Mangel. |
| - | Weicher Panzer bei Fehlernährung und mangelndem natürlichem Sonnenlicht. |
| - | Panzernekrose bei mangelnder Wasserhygiene und zu hoher Besatzdichte. |
| - | Bissverletzungen durch paarende oder rivalisierende Männchen. |
| Vorkommen |
| Die Rotwangenschmuckschildkröte lebt natürlicherweise vom Osten der USA bis in den Norden Mexikos in feuchtem, warmgemässigtem bis tropischem Klima. | ![]() |
| Fortpflanzung |
| Das Männchen, das kleiner bleibt als das Weibchen, umschwimmt das Weibchen und bleibt vor dem Kopf des Weibchens schwebend im Wasser stehen. In dieser Haltung steckt es seine Vordergliedmassen nach vorn aus und versucht , mit den langen Vorderkrallen den Kopf des Weibchens zu berühren. |
| Eiablage: |
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3-4 Tage nach der Paarung. |
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5 bis 20 Eier werden in die Eigrube abgelegt. |
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Die Eier sind länglich-oval und weichschalig. |
| Bebrütung und Schlupf |
| Bebrütung: |
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Substrat: Vermiculit oder Seramis. |
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Substrat muss feucht gehalten werden. |
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Temperatur 28° bis 30°C. |
| Schlupf: |
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Nach 80 bis 90 Tagen. |
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Jungtiere etwa 2 cm gross und grün |
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| Überwinterung |
| Alle Rotwangenschmuckschildkröten jeglichen Alters machen einen Winterschlaf. Der Winterschlaf ist ein völlig natürlicher Vorgang und gehört zum Leben einer Rotwangenschmuckschildkröte. |
| Aussenhaltung: |
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Rotwangenschmuckschildkröten, die im Sommer im Gartenteich gehalten werden, bereiten sich selbständig auf den Winterschlaf vor und bleiben im Teich. |
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Laubeinfall muss wegen Bildung von Fäulnisgasen verhindert werden. |
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Der Teich muss mindestens 80 cm tief sein. |
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Achten sie im Frühjahr auf das Aufbrechen einer bestehenden Eisschicht, damit schon aktiv gewordenen Männchen Luft holen können. |
| Innenhaltung: |
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Im Herbst während 4 Wochen vorbereiten: Futter, Temperatur, Licht schrittweise reduzieren. |
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Winterschlaf bei +4° - +8°C, dunkler Kellerraum o.ä. |
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Es genügt ein Wasserbecken mit einem Wasserstand, der der Panzerbreite entspricht. |
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Wasserhygiene beachten. |
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3 - 4 Monate lang. |
Kranke Tiere dürfen nicht in den Winterschlaf verbracht werden. Geschlechter getrennt unterbringen. |
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| Tierschutz |
| Auch wenn diese Reptilien auf vielen ausländischen Märkten billig angeboten werden, haben sie ein recht auf korrekte Haltung. Sie haben weiter das Recht auf: |
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Sauberes Wasser; bei Aquarienhaltung alle 2 - 3 Tage Wasserwechsel. |
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Artgerechte Fütterung: abwechselnd verschiedene Insektenlarven, Würmer,, Fische, Grünzeug wie Wasserlinsen und Löwenzahn. |
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Sonnenbaden. |
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Winterschlaf. |
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| Das Aussetzen von Schildkröten in die Natur ist verboten und verantwortungslos: Es gefährdet das Leben der einheimischen Fauna und des Tieres selbst. |
| Ausgesetzte Rotwangenschmuckschildkröten leben räuberisch und gefährden dadurch die ursprünglichen Tier- und Pflanzenarten. Sie fressen zum Beispiel sehr gerne Froschlaich. Viele schweizer Gewässer sind, leider aus Kopflosigkeit der ehemaligen Halter, mit Rotwangenschmuckschildkröten "verseucht". Gemäss Artikel 22/2 f des Eidgenössischen Tierschutzgesetzes ist das Aussetzen oder Zurücklassen eines Tieres, in der Absicht, sich seiner zu entledigen, verboten. Zuwiederhandlung kann mit einer Busse bis zu Fr. 20'000.- geahndet werden (Artikel 24a und c NHG). |
| Fakten |
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Männchen haben an Vorderfüssen viel längere Krallen als Weibchen. |
| - | Die oberste Hornhaut wird regelmässig abgestossen, was nicht krankhaft ist. |
| - | Rotwangenschildkröten werden zu Hunderttausenden in den USA für den Export nachgezüchtet. |
| - | Die Schlüpflinge werden frisch ab Ei gekühlt, bis sie zu Tausenden in den Export gelangen. |
| - | Die Erwachsenen Tiere sind eigentlich Pflanzenfresser. |
| Haben Sie gewusst? |
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Dass Rotwangenschmuckschildkröten bis 85 Jahre alt werden können? |
| - | Dass frischgeschlüpfte Rotwangenschmuckschildkröten 2 cm lang sind, innert weniger Jahre aber 28 cm erreichen können? |
| - | Amerika jährlich über 100'000 Rotwangenschmuckschildkröten nach Europa exportiert? |
| - | Dass fast alle Schildkrötenauffangstationen bei uns vor allem wegen leichtsinnig erworbenen Rotwangenschmuckschildkröten errichtet werden mussten? |
| - | Dass diese Stationen von den gross gewordenen Rotwangenschildkröten überschwemmt werden? |
| Bitte: Bevor Sie eine Schildkröte kaufen, erkundigen Sie sich über Haltung und Bedürfnisse dieser interessanten, aber anspruchsvollen Tiere bei der: |
| SIGS |
Gemeinschaft Schweiz Postfach 4416 Bubendorf +041 (0) 79 432 76 32 Die SIGS kann ihnen
auch viele weitere nützliche Tipps über Zucht und Haltung geben. Dem Verein sind mehr
als 1000 Mitglieder angeschlossen. In den Regionalsektionen findet reger
Erfahrungsaustausch statt. |
| Herausgeber: SIGS, Postfach, 4416 Bubendorf in Zusammenarbeit mit dem Zürcher Tierschutz |
Verfasser: U. Jost U. Eggenschwiler |
April 1998 |
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