| © Schwarbinho 05.05.2002
Endlich, endlich, endlich!!!!!
Nein, ich bin nicht so euphorisch, weil ich seit
langer Zeit wieder einmal eine Kolumne
schreibe. WIR SIND SCHWEIZER MEISTER!!! *sing* *freu* *klatsch* Was will
man dazu noch sagen?? Dafür gibt es eigentlich keine Worte. Ich versuche
es trotzdem.
Die Fahrt mit dem "Meisterexpress" von Basel nach Bern war absolut kultig,
schlichtweg
genial. Die ersten Meisterzigarren wurden auch schon geraucht, weshalb
nicht nur der
Alkohol zu einem beduselten Zustand beitrug. In der Hauptstadt ging es
vom Bahnhof per
Fussmarsch zum Neufeld. Von da an hapert es ein wenig mit dem Erinnerungsvermögen.
Vom Match haben die Harmlosen nicht besonders viel gesehen. Dass der FCB
3:0 gesiegt
hat, haben aber sogar wir mitbekommen. Der Schlusspfiff mit anschliessendem
Feldsturm
war das Grösste. Ab derlei viel Emotionen (und vermutlich auch dem einen
oder anderen
Bier) hat es nicht jeder geschafft, sich auf den Beinen zu halten und
ohne Sturz bis zur
Tribüne zu gelangen. Was dann kam, war ein Siegesrausch! Die Heimfahrt
nach Basel
verkam zur Triumphfahrt; es ging mit Zwischenstopp am rot erleuchteten
Joggeli vorbei und
in den Bahnhof SBB, wo eine Hundertschaft von Fans uns begrüssten. An
dieser Stelle noch
ein Dank an all diejenigen, welche uns diesen euphorischen Empfang bereiteten.
Danach kam
der Marsch zum Barfi, wobei es kein Autofahrer geschafft hat, nicht vom
völlig aus dem
Häuschen geratenen Aussie umarmt zu werden. Nicht mal die beiden Polizisten
auf ihren
Motorrädern beim Theaterplatz kamen ohne Liebkosungen davon. Spezielle
Gegebenheiten
verlangen spezielles Verhalten. Die Masse vor dem Stadtcasino war überwältigend.
Einzelheiten möchte ich gar nicht erst erwähnen. Wer nicht dabei war,
ist selber Schuld. Nur
das "UFFTA" von Benjamin "The Teamgärtner" Huggel hat mich ein bisschen
irritiert.
Irgendwie ist da ein "F" verlorengegangen. Das sei ihm natürlich verziehen;
wir wollen
schliesslich nach diesem Erfolg bis mindestens zum Saisonende über keinen
FCB-Spieler
herziehen… na, sagen wir mal bis zum Ende dieses Satzes. Denn wir hatten
am Tag nach der
Meisterfeier wieder einmal eine Privataudienz beim FCB-Tross. Hier einige
Impressionen
(siehe auch Kolumne "Trainingsauftakt 2002" vom 10.01.02):
· Nenad Savic und Murat Yakin hatten natürlich auch beim Birslauf die
Nase vorn.
· Die Herren Tum, Aziawonou und Atouba hatten dagegen den Schwarzen Peter
gezogen
und merkten jetzt, dass so eine Meisterzigarre nicht nur Vorteile bringt.
· Langsamer war nur noch Big George, sein Handy war auf lautlos eingestellt
gewesen.
· Massimo Ceccaroni und Christian Gross suchten immer noch wie verzweifelt
die
Sporttaschen, die ihnen am Vortag abhanden gekommen sind. Vor allem der
Meistertrainer
war untröstlich, da sich sein jungfräulicher Kamm und sein noch nicht
angebrauchtes
Shampoo bei den geklauten Waren befanden.
· René C. Jäggi durfte nicht in die Nähe der Mannschaft kommen, er hatte
seinen Fanpass
verloren.
· Es fehlten auch Philippe Cravero und Sébastian Barberis, da sie David
Copperfield
Nachhilfe erteilen mussten.
· Hakan Yakin und Carlos Varela waren ebenfalls nicht anwesend. Sie nahmen
diesmal an
einem Podiumsgespräch zum Thema "Wie halte ich meine Aggressionen im Zaum,
wenn der
Gegenspieler bei GC, Zürich, Servette, YB, Lugano, Sion, St. Gallen, Xamax,
Lausanne,
Aarau, Luzern oder sonst wo spielt?" teil.
· Pascal Zuberbühler und Mario Cantaluppi möchten, nach dem sie auch mit
Basel Meister
sind, endlich richtiges Schweizerdeutsch lernen.
· Scott Chipperfield und Ivan Ergic wollten versichert bekommen, dass
die Punkte jetzt
wirklich nicht nochmals halbiert werden.
· Benjamin Huggel bekamen wir leider nicht zu Gesicht, da er immer noch
auf dem Balkon
des Stadtcasinos stand und mit den Leuten, welche zur Arbeit unterwegs
waren, sein
"UFTA" übte.
Alles in allem war es ein ruhiger Morgen. Der eine oder andere wird vermutlich
unerklärlicherweise einen pochenden Schmerz unterhalb der Schädeldecke
gespürt haben,
welcher jedoch wieder schnell vorbeigewesen sein dürfte. Bei mir hat eine
kleine
Presseschau genügt!!! Und jetzt holen wir das Double gegen unsere Freunde
aus meiner
Lieblingsstadt!
© Schalki 19.03.2002
Wo sind die Gegner - wo sind sie
nur geblieben?
5:2 in Lugano, 1:0 gegen Zürich, 2:0 gegen Bern
und 4:0 gegen Sion - der FC Basel 1893
steht auch nach vier gespielten Finalrundenpartien ohne Verlustpunkt alleine
auf weiter Flur
wo er hingehört - an der Tabellenspitze. Mittlerweile beträgt der Vorsprung
auf die
zweitplatzierten Grasshoppers bereits sieben Punkte und die Basler haben
ja auch noch das
"Phantomspiel" in St. Gallen nachzuholen. Nach Adam Riese könnte man also
die
Konkurrenz auf zehn Punkte distanzieren und ausserdem haben die Basler
noch den Vorteil,
dass man bei Punktgleichheit vor jeder anderer Mannschaft platziert sein
würde, weil man
die Qualifikation als Sieger abschloss. Also: wo sind sie nur geblieben,
die Gegner? Nicht
auf den grünen Matten, sondern vielmehr am grünen Tisch ist die FCB-Opposition
ziemlich
stark vertreten. Als Wolf im Schafspelz kristallisierte sich einmal mehr
der SFV
(Schweizerischer Fussballverband) heraus, der sage und schreibe acht Tage
benötigte, um
zu verkünden, dass dem FC St. Gallen keine Schuld nachgewiesen werden
kann. Naja,
Tatsache ist doch, dass die Probleme hinlänglich bekannt sind. Bereits
vor einigen Jahren
war das Espenmoos von einem Lichtausfall betroffen. Dreimal dürfen Sie
raten, gegen
welches Team damals gespielt wurde. Ausserdem haben sich die Ostschweizer
selber ein
Ei gelegt, als das Stadtwerk grossmäulig verkündete, dass es den Schaden
innerhalb der
vorgesehenen Frist hätte beheben können. Aber der Fussballgreis Isoz wusste
bereits schon
wenige Minuten nach dem Spielabbruch, dass der FCB "Angst um die Meisterschaft
habe
und die drei Punkte am grünen Tisch einheimsen will". Sehr professionelle
Aussage, die die
Kompetenz des SFV nachhaltig unterstreicht. Und nicht unrecht hat, wer
sich die Stirn in
Falten legt und sich die Investition des FCB in beinahe Millionenhöhe
für die paar Heimspiele
auf der Schützenmatte in Erinnerung ruft. Da kam keiner vom Verband und
hat die "Fünfe
mal gerade" (Schalki zahlt auch gleich fünf Euro ins Phrasenschwein ein)
sein lassen. Aber
anscheinend gefällt es nicht allen Verbandsoberen, dass Sonnenkönig Jäggi
mit seiner
selbstherrlichen Art auf der ganzen Linie Erfolg hat, sondern misst beim
Nobelclub FC Basel
mit strengem Mass und Dienst nach Vorschrift, während die Provinzbauern
lockere
Handhabung geniessen. Vielleicht wird in Zukunft der FCB mit einem 0:3-Handicap
in jedes
Spiel starten müssen, weil man ja ach soviel Geld hat und die armen, armen
Provinzler
können da leider, leider nicht mithalten. Nun ja, dann wäre zumindest
mal ein bisschen
Spannung in der eintönigen Liga, bei der sich die Teams um Platz zwei
streiten. Ist doch süss?
Wir konnten aber auch für einen anderen NLA-Club einen Gegner ausfindig
machen.
St. Gallen und das Kreuz mit der Technik. Aber wir überlassen das Sprüchemachen
lieber
Anderen, weil wir vor Mitleid ergriffen nicht noch mehr Salz in die Wunde
streuen möchten.
Lustig, wie sich die St. Galler die Theorie zurechtlegen, dass wir aus
Angst nicht auf's
Espenmoos kommen wollen. Dagegen spricht jedoch die Tatsache, dass wir
keinen Gegner
fürchten, der gegen den FCZ verliert. Das ist mal Punkt Eins. Und zweitens
haben wir noch
keinen einzigen Punkt abgegeben, weshalb sollten wir vor den Olmas Angst
haben? Und
Drittens kratzt es uns nicht die Bohne, ob wir am Schluss mit 15 oder
18 Punkten Vorsprung
Meister werden. Vielleicht schlägt der Verband noch einen Kompromiss vor
und St. Gallen
und der FCB erhalten je einen Punkt - und den dritten Punkt könnten wir
ja dem FC Luzern
für Bedürftige schenken. Ich denke, damit wäre allen gedient.
Sensationelles können wir auch von den Brüdern Murat und Hakan Yakin vermelden.
Murat
spielt seit geraumer Zeit auf beeindruckendem Niveau und seine Ballgewinne
sind kaum zu
zählen, auch Hakan feierte nach seiner Sperre gegen Sion mit zwei Toren
einen super
Einstand. Aber auch hier haben wir einen Gegner ausfindig machen können.
Mit
"yakinsworld.ch" haben die Zwei einen gemeinsamen Auftritt im Internet
gestartet. Leider
sind die Beiden der Deutschen Sprache nicht wirklich mächtig und die selbstgeschriebenen
Texte sind nicht frei von Fehlern. Eigentlich ist kaum ein Wort frei von
Fehlern. Oder wollten
die Yakins nur den Beweis antreten, dass das Geschreibsel wirklich von
ihnen ist? Zumindest
sind wir davon überzeugt?
Aber das wusste Netzpress-Guru Beat "the brain" Alder bereits vor zwei
Jahren. Gegen
Alder ist selbst Nostradamus, der sympathische Astrologe aus dem 16. Jahrhundert,
eine
kleine Nummer. Denn Alder wusste bereits im Jahre 2000, dass zwei Jahre
später das 2002
anbricht. Und er wusste bereits vor zwei Jahren, dass René C. Jäggi sich
einen Gegner
namens Fanproletariat anlacht. Denn Jäggi wagte sich mit einem wenig durchdachten
Gebilde namens "Fanpass" auf die Äste und zog sich den Unmut des gemeinen
Pöbels auf
sich. Was sich zuerst wie ein 1. April-Scherz anhört, versuchen Jäggi
und Konsorten
tatsächlich in die Tat umzusetzen. Man stelle also einen Antrag an den
FC Basel, ob man
glücklicher Besitzer eines solchen Fanpass werden darf, warte den polizeilichen
Entscheid
ab und wenn man wirklich noch nie die Kioskfrau beraubte, hat man gute
Chancen auf
Erhalt. Mit Fanpass darf man sich dann zur Geschäftsstelle begeben und
eine Karte für den
Auswärtsblock beziehen. Ja, so stellen sich die Fanpass-Macher die Sache
vor. Leider ist in
der Praxis nicht jeder Fan aus dem Grossbasel. So hat der FCB über den
ganzen Erdball
Anhänger. Soll nun jeder, der den FC Basel an Auswärtsspiele begleiten
will, einen Fanpass
beantragen, sich prüfen lassen und dann vor jedem Spiel sich auf die Geschäftsstelle
begeben? Zur Erinnerung: selbst im Bündnerland hat der FCB einen Fanclub,
auch R
oda Kerkrade-Fan Bas W. ist uns allen bestens bekannt? wie soll das gehen?
Ausserdem
hat der FCB "vergessen" sich mit den anderen Vereinen abzusprechen, was
den Fanpass-
Gegnern Rückenwind gibt. Die Zürcher Vereine nehmen es den Baslern nämlich
ziemlich
übel, dass man eigenmächtig handelte und stellt sich nun mit "technischen
Problemen" quer.
Wie sieht also die Realität aus? In Lugano und in St. Gallen traf man
die Hardcorefans dort
an, wo man sie wohl am wenigsten haben will: auf der Tribüne. Und wieso
eigentlich ein
Fanpass? Das Wort "Hooligans" macht die Runde, aber das ist Quatsch. Den
Verantwortlichen stossen die ultraorientierten Fans quer auf. Bengalen
sind der Alptraum
eines jeden Präsidenten. Schliesslich muss man als Verein eine Busse bezahlen.
Dass diese
Aktiven aber auch tolle Choreos, Doppelhalter und Schwenkfahnen auf die
Beine stellen
und viele Fans sich daran freuen und stolz darauf sind, wird vergessen.
Und dass nun die
Hools als Sündenbock gebraucht werden, ist auch nicht unbedingt fair.
Vielleicht sollte sich
der Präsident mal erklären lassen, wie sich die Fanszene zusammensetzt
- und wie man wen
oder was bezeichnet. Erst dann kann er Gruppierungen anprangern. Und dann
würde er
sich sicherlich auch nicht über Hooligans auslassen, die mit den Bengalen
soviel zu tun
haben wollen, wie Jäggi mit Nostradamus - Beat Alder, mein ich.
© Schwarbinho 25.02.2002
Das Grauen hat einen Namen
Etwas vom kuriosesten, was die Schweiz zu bieten
hat, ist wohl das Schweizer Fernsehen
DRS! Während die Privatsender allesamt wieder verschwinden (ohne Roger
"ICH finde"
Schawinski scheint das Leben sinnlos), behauptet sich unser Nationalsender
souverän im
hartumkämpften Feld um Quoten. Mit absolut genialen Sendungen wie "Das
Wort zum
Sonntag" und tollen Serien wie "Für alle Fälle Stefanie" ist das auch
kein Wunder. Nur
dumm, dass das SFDRS nicht von Zuschauerzahlen abhängig ist, sondern Papa
Staat
immer zu Hilfe eilt, wenn es nötig wird.
So reibt sich manchmal der durchschnittliche Schweizer öfters die Augen,
als ihm lieb ist.
Vor allem die Sportredaktion ist mit besonders gewieften Leuten besetzt.
Die Fussball
WM 2002 in Japan und Südkorea findet für das Schweizer Fernsehen nicht
statt. Super,
da reisst eine beispiellose Serie von Beni Thurnheer. Wie können Menschen
nur so
grausam sein? Ich hätte ja nie gedacht, dass ich das mal sagen muss, aber
Gott sei Dank
haben wir noch das Schweizer Fenster auf Sat.1. Gut möglich, dass sich
Roman
Kilchsperger und Andrea Nägeli irgendwo in Japan verirren, aber wir können
immerhin
noch auf Live-Bilder hoffen.
Tja, und am Sonntag, dem 24.2.2002, hat dann endlich wieder die Finalrunde
in der NLA
begonnen (für unsere "Freunde" von der Kiesgrube und von Olma City mit
einem dankbaren
Remis schon am Samstag). Nach dem absolut erfreulichen Resultat aus dem
Tessin freute
ich mich natürlich auf die Zusammenfassung der drei Sonntagsspiele. Aber
oje, es ist ja
Olympia. Da war das SFDRS selbstverständlich praktisch rund um die Uhr
dabei. Nun gut,
ich bin ja auch sonst eher sportinteressiert, jedoch so ein bisschen Fussball
wäre nicht
schlecht. Um 19 Uhr 40 sollte dann der Spass beginnen. Vorher musste logischerweise
noch schnell zum ungefähr 500ten Mal nach Unterwasser zur "Supertrouper-Simon-Amman-
Olympiafeier" geschaltet werden. Respekt vor seiner Leistung, aber das
reicht dann wohl
langsam. Nachdem so ein dümmlicher Kollege von "Super-Simi" noch zu seinem
ersten
(und wohl letzten) Interview auf SF2 kam, schien es dann endlich zu klappen.
Da war ich
wohl etwas zu voreilig, denn "Super-Andi-Bucher" musste natürlich genau
am selben Tag
eine neue Jahresweltbestzeit in der Halle aufstellen (grandios, das Jahr
ist ja auch schon
ziemlich alt). Doch auch das habe ich noch erduldet und ENDLICH kam der
erhoffte
Bericht: Spitzenkampf, das zweitplatzierte Lugano empfängt den Leader
aus Basel
**trommelwirbel**. 30 Sekunden und sieben Tore im Eilzugstempo später
wars dann auch
schon wieder vorbei. Für Wiederholungen war keine Zeit. Die anderen beiden
Spiele, zwei
Abstiegsrundenduelle und die Tabelle hat man in Guiness-Buch-rekordverdächtigen
90
Sekunden reinpressen können. Das nenn ich effizient. So konnte man dann
schnell wieder ins
Studio nach Salt Lake City zurückschalten. Puh, zum Glück haben wir nicht
verpasst, wie
ein Rehlein neben die 7,2 Km Marke beim Langlauf gefurzt hat. Das hätte
gerade noch
gefehlt.
In diesem Sinne können wir nur noch auf Besserung hoffen und dass der
FCB die
Exklusivrechte an der allfälligen Meisterfeier an irgendeine Sendeanstalt
verkauft, nur nicht
an SFDRS.
© Schwarbinho 10.01.2002
Trainingsauftakt 2002
Die Harmlosen Bürger kamen am Montag zu der grossen
Ehre, als VIP-Gäste zum
ersten Training im neuen Jahr vom FCB eingeladen zu werden. Wir haben
uns natürlich
diese Gelegenheit nicht entgehen lassen, uns ein Bild von der Mannschaft
vor der
Finalrunde zu machen. Hier möchten wir auch gleich unsere Eindrücke weitergeben.
Entgegen anderslautenden Meldungen war es ein spektakulärer Trainingsauftakt.
Mit
Fritz Schmid war auch der neue Co-Trainer mit von der Partie. Nur noch
ein paar
Transfers und wir haben endlich die Champions League Mannschaft von GC
zusammen.
Im Gegenzug fehlte Scott Chipperfield, dem eine Woche länger Urlaub gegönnt
wurde.
Die wird er bestimmt auch dazu nutzen, um weitere Verhandlungen mit abstiegsgefährdeten
französischen Clubs zu führen. Wir haben schon verstanden, dass dies eine
neue
Herausforderung wäre, zumindest für den Finanzberater.
Weiter ist zu erwähnen:
· Nenad Savic und Murat Yakin hatten bei den Sprints wie immer die Nase
vorn.
· Um möglichst wettkampfnah zu trainieren, darf Ivan Knez neuerdings auch
im Training
90 Minuten dehnen.
· Christian Gross hat von der Mannschaft wie jedes Jahr einen Kamm und
ein Shampoo
geschenkt bekommen.
· Dagegen hat Jean-Michel Tchouga ein geheiztes Kissen für seinen Tribünenplatz
persönlich von René C. Jäggi entgegennehmen dürfen.
· Der Präsident seinerseits bekam vom Vorstand ein Jahresabo vom Facts.
· Beim fröhlichen Dreikönigskuchenessen wurde Miroslav König.
· Christian Gimenez gratulierte man zur Wahl zum 73. Präsidenten (innerhalb
von 32
Tagen) von Argentinien.
· Koumantarakis hat einen wahnsinnigen Spurt hingelegt, sein Handy hat
geklingelt.
· Hervé Tum ärgerte sich beim Trainingsspielchen wieder einmal schwarz.
· Auch David Copperfield war da. Er wollte schauen, ob Sébastian Barberis
und Philippe
Cravero sich tatsächlich unsichtbar machen können, sobald sie einen Fussballplatz
betreten.
· Cantaluppi spielte einen Pass vorwärts.
· Benjamin Huggel reduziert sein Trainingspensum ab sofort um 50%. Er
ist jetzt damit
beauftragt, den Joggelirasen auf Vordermann zu bringen.
· Pascal Zuberbühler hat einen Schuss gehalten.
· Ivan Ergic konnte, nachdem er zehn Gegenspieler ausgedribbelt hat, einen
Pass spielen.
· Alexandre Quennoz hat ein Tor geschossen.
· Hakan Yakin und Carlos Varela hatten eine Theoriestunde bei Frau Petignat.
Ihnen
wurden die Gelben und Roten Karten, sowie deren Bedeutung, nähergebracht.
· Oliver Kreuzer, der neue Teamcoach, ist eine Weltsensation gelungen.
Er konnte als
erster Mensch den Namen von Yao Aziawonou korrekt aussprechen.
· Über Massimo Ceccaroni machen wir keine Witze.
Jedenfalls nicht so lange er noch
verletzt ist und noch kein Tor geschossen hat.
Zur Zeit befindet sich die Mannschaft im Trainingslager in Mürren. Zur
Diskussion
standen auch noch Weihrauch und Gold. In diesem Sinne wünschen wir noch
eine gute
Vorbereitung.
© Schwarbinho 07.01.2002
Ein Titel nach 22 Jahren?
Tja, was lange währt, wird endlich gut. Oder auch
nicht? Zuerst möchte ich diese
abgedroschene Redewendung mal auf uns selbst beziehen. Einerseits ist
es schon leicht
beschämend, dass wir schon so lange keine Kolumne mehr zustande brachten
(da muss ich
mich wohl am meisten an der eigenen Nase nehmen). Hätte da ein paar kleine
Ausreden so
von wegen Weihnachtsvorbereitung, Krankheit, etc. Aber ich will hier keine
Ausflüchte
machen, sondern Besserung versprechen. Andererseits ist es noch viel schlimmer,
was mit
unserer Zaunfahne passiert, oder eben leider nicht passiert. Der Auftrag
in Freiburg, jenes
im Breisgau wohlgemerkt, ist storniert. Wir setzen nun wieder auf inländisches
Schaffen, auch
wenn das mit der Ostschweiz so eine Sache ist. Warten wir mal ab, wir
sind das ja jetzt
gewöhnt. Womit ich auch gleich eine Überleitung machen kann zum Wesentlichen:
Zu
unserem FCB! Der FC Basel 1893 wartet nun seit jenem legendären 4:2-Sieg
in Zürich auf
dem Letzigrund vor nun bald 22 Jahren auf einen Titel. Das muss geändert
werden. Ein
Grundstein ist nun gelegt mit der Leaderposition nach 22 Spielen, was
gleichzeitig den
Qualifikationssieg und den Wintermeistertitel bedeutet.. Schön, nur kann
man sich davon noch
nichts kaufen. Auch will es der eigentümliche Modus so, dass aus dem Polster
von 5 Punkten
eines von 3 Punkten geworden ist. Aber darüber klagen bringt nicht besonders
viel. Besser
ist es, positiv auf die Finalrunde zu schauen. Zuerst möchte ich jedoch
noch einmal die Quali
kurz und sachlich Revue passieren lassen. Begonnen hat alles mit einem
gewaltigen Schlag
mitten ins Herz jedes Fans. Eine 1:8-Kanterniederlage in Sion. Aua, das
tat verdammt weh.
Vom Spott und Hohn, den man ertragen musste, soll gar keine Rede sein.
Doch die
Mannschaft reagierte gut und gewann das Heimspiel gegen Servette einigermassen
souverän
mit 3:1. Als nächstes stand das schwere Auswärtsspiel in St.Gallen an,
wo man immerhin ein
3:3 erreichte, obwohl auch diesmal dem FCB in den Schlussminuten ein Tor
geklaut wurde.
Eine doch eher fragwürdige Entscheidung des Schiedsrichters, aber wir
haben eigentlich nichts
anderes erwartet. Dieses Spiel war auch der erste Auftritt von Jimmygoal
Gimenez im
Rotblauen Dress. Die 4. Runde wurde wegen dem UIC auf den 26.9. verschoben.
Weiter
ging es mit zwei peinlichen Niederlagen beim Z und in Neuenburg. Doch
auch hier konnte
reagiert werden, indem YB zu Hause besiegt wurde. Das war jener 45minütige
Auftritt von
RCJ in der Muttenzer Kurve. Als nächstes folgten ein glücklich erknorztes
Unentschieden in
Aarau und ein souveräner Sieg gegen Lugano mit einem überragenden Gimenez..
Die nächste
Runde gehörte dem Erzfeind von der Kiesgrube. 1:0 siegte der Meister,
wobei neuerdings
auch im Hardturm Tore vom FCB annulliert werden. Tchouga und die wie immer
zahlreichen
Basler im Publikum waren diesmal die Hauptleidtragenden. Von nun an verlor
man keines
der nächsten 10 Spiele mehr. Ja, man gewann sogar deren 8. Herauszustreichen
gilt es
insbesonders das 4:1 in Genf, das 2:2 gegen St.Gallen (OK, diesmal auch
ein wenig glücklich)
und das 2:2 in Bern, wo man trotz Unterzahl noch sensationell ausgleichen
konnte. Dann
kam der 21. Spieltag und das letzte Spiel vom ersten Jahr im St.Jakob
Park. Es war
Spektakel pur; nur mit dem falschen Sieger. Unsere grasshüpfigen "Freunde"
gewannen 4:5.
Wenigstens siegte die Mannschaft zum Abschluss noch in Luzern, was resultatmässig
ein
versöhnlicher Abschluss war. Nachzutragen ist der grandiose Vorstoss bis
in den Final des
UIC. Die Erlebnisse in Heerenven und Birmingham bleiben unvergesslich.
Die Autofahrt
nach Holland hat schon jetzt HB-Kultstatus erreicht. Auch wenn dieser
FCB einem manche
Jahre unglaublichen Kummer bereitet hat, auch wenn die grässlichen Jahre
im B noch immer
irgendwo im Hinterkopf sind, auch wenn nicht jederzeit alles so läuft,
wie es sollte, sieht es
doch im Moment ziemlich rosig aus. 22 Jahre!! Was lange währt,…..
© Schalki 25.11.2001
Die Geschichte der Kampfsuse...
Ganz klar: Genau so wenig wie Jens Lehmann jemals ein sogenannter
"echter Dortmunder"
wird, wird Andrea Möller jemals zum "echten Schalker", geschweige denn
zum "echten
Mann" mutieren. Frau Möller wird das bleiben was er immer war: Ein verlogener
und somit
waschechter Dortmunder. Das Erschreckende sind seine legendären Patzern
vor laufenden
Kameras. Bisweilen lockt er beim aktiven Zuhörer ein Schmunzeln, Stirnrunzeln
oder sich-
an-den-Kopf-fass hervor. Einige Beispiele möchte ich hiermit dem interessierten
Betrachter
der Bundesliga-Maschinerie darlegen. Die ersten Worte bei Schalke zielten
etwa in diese
Richtung: "Schalke ist mein Mount Everest. Diesen Gipfel will ich noch
erklimmen." Niedlich,
nich'? Oder: "Ich denke, dass ich auch jemand bin, den man sehr gut anfassen
kann." Naja,
lassen wir das lieber, Andy... Jedenfalls bemühte sich Andrea gleich mit
ein wenig
Bescheidenheit sein ramponiertes Image aufzubessern, denn man kann ihm
ja alles nachsagen,
aber mit Sicherheit nicht Arroganz… "Man kann alle Statistiken durchgehen,
dann soll man
mir einen nennen, der in den vergangenen Jahren als Mittelfeldspieler
besser war." Wo Du
recht hast, hast Du recht, Andrea. Da fällt mir so auf Anhieb keiner ein.
Jedenfalls
übernahmen die Schalker eines schönen Tages die Tabellenführung, was Möller
wie folgt
kommentierte: "Wir bleiben weiterhin in Lauerstellung." Nun gut, die bisherigen
Worte
zielen eher gegen den geschätzten Sportsfreund Möller. Ich will nun an
dieser Stelle auch
mal eine Lanze brechen, schliesslich hat auch jede Medaille zwei Seiten.
Beispielsweise
erinnere ich mich daran, als Möllers Gegenspieler aufgrund einer Möller-Schwalbe
die
gelb-rote Karte sah und sein damaliger Verein, Geld-Schwatz Lüdenscheid,
noch einen
Elfer zugesprochen bekam. Möller zeigte danach wahre Grösse und gab auch
klar zu,
dass es eine Schwalbe war (die TV-Bilder zeigten auch, wie er etwa drei
Meter vom
KSC-Gegenspieler entfernt war, als er sich fallen liess'…) und dann kam
das schönste
und ergreifendste Statement, dass wohl je in die Deutschen Wohnzimmer
flackerte:
"Hoffentlich wird er nur für ein Spiel gesperrt." Sie haben richtig gelesen
- Möller, der
Gütige, der Grosse, der Allmächtige setzt sich für NUR eine Spielsperre
ein. Danke,
Andrea, danke, dass Du mich weiterhin an das Gute im Menschen glauben
lässt.

Bild: www.schleimig-verlogener-arschkriecher.de
Zu guter Letzt liste ich doch nochmals ein paar Ausrutscher des Zeitgenossen
Möller auf,
der weder orthographische noch geographische Fähigkeiten oder sonst einen
funktionierenden Verstand zu besitzen scheint. "Ich denke, dass man stolz
sein kann auf
die Leistung von Schalke 04, wegen der Leistung." "Wir sind an ein Limit
gekommen, wo
es im Moment nicht drüber geht." "Ich bin ein Führungsspieler." "Das ist
eine Deprimierung."
"Ich habe mit Erich Ribbeck telefoniert, und er hat zu mir gesagt, ich
stehe für die Maltareise
nicht zur Verfügung." "Ich hatte vom Feeling her ein gutes Gefühl." "Mein
Problem ist, dass
ich immer sehr selbstkritisch bin, auch mir selbst gegenüber." "Mailand
oder Madrid -
Hauptsache Italien!" Man kann sagen, was man will, aber für mich bleibt
die Kampfsuse
die torgefährlichste Mittelfeldspielerin der 90er...
© Schalki 09.11.2001
Eine Ode an den einzigen und wahrhaftigen Fussballgott
Netzer. Günther Netzer. Mit der Lizenz zum töten. Ja, wahrhaftig tötet
er manchmal den
letzten Nerv, trotzdem wollen wir ihm hier ein literarisches Monument
setzen. Der Mann
beschäftigt uns seit Jahren. Die Deutsche Antwort auf Heinz Herrmann,
quasi.
Unvergessen, wie er gemeinsam mit Beni "Schnurri-der-Nation" Thurnheer
("Jetzt,
Überzahl! Zwei gegen zwei!") die besten Jahre der Schweizer Nationalmannschaft
mit
seinen erfrischenden Kommentaren versehrte. Wir erinnern uns gerne an
die
Weltmeisterschaften von 1994 in den USA und auch unser persönliches Highlight
vor
dem Ausgleich der Amis zum Endstand von 1:1. Zuvor hatte Georges Bregy,
der heutige
Erfolgstrainer des FC Zürich, den Ball per Freistoss in die hohe Ecke
gezirkelt und just
der Ausgleich sollte auch per Freistoss aus ähnlicher Position fallen.
ZHDRS-
Kommentator Thurnheer prophezeite es für einmal anders: "Die USA haben
keinen
Georges Bregy!" Stimmt. Aber 'nen Eric Wynalda. Der Ex-Bochumer schlenzte
die Pille
genauso famos ins Eckige, wie zuvor der weltoffene Walliser. Pascolo im
Schweizer Tor
blieb sogar schuldlos (ja, das gab's tatsächlich auch!). Netzer wies danach
den
unkompetenten Thurnheer zurecht. Gut gemacht, Günthi. Ja, so nennen wir
ihn liebevoll:
Günthi. Hach, wie vermissten wir Dich und Deine Statements, die immer
treffend waren,
zumindest verstandest Du es, uns Laien den Fussball näher zu bringen:
"Die Nase ist halt
eine verletzliche Stelle, und wenn man sie mit den Stollen oder der Fussspitze
berührt,
kommt es zu Nasenbluten." Aha. Danke, Günther. Man lernt nie aus. Und
dann,
nachdem Du wochenlang vom Bildschirm verschwunden warst, tauchtest Du
wieder auf,
wie Phoenix aus der Asche. Dein Grounding (wurde soeben vom Fanclub Harmlose
Bürger zum Unwort des Jahres 2001 gewählt) fand ein Ende. Welch' Freudenschrei
erfasste die Nation! Du warst zurück! Ein Comeback, das selbst Michael
Jordans
Rückkehr in den Schatten stellte, solltest Du erfahren! Zusammen mit Gerhard
"Sitzt-meine-Frisur?" Delling flimmertest Du wieder in die heimischen
Wohnstuben -
Strike! Seitdem nimmst Du jedes Mal geduldig zur Frage des Jahrzehnts
- des
Jahrhunderts, natürlich - Stellung (Delling: "Günther Netzer, erzählen
Sie doch noch mal
wie sie sich damals im Pokalfinale selber eingewechselt haben…") und erheiterst
uns
immer wieder mit den alten Geschichten, die zwar keinen Hund mehr hinter
dem Ofen
hervorlocken, wir aber noch immer mit Spannung geniessen und uns auf der
Zunge
zergehen lassen. Herrlich! Oder die Geschichte, wie Du als kleiner Junge
immer
zwischen die Pfosten musstest… ein Brüller! "Als kleiner Junge musste
ich immer ins
Tor, meine Karriere begann also als Torwächter", und wir lauschen Deinen
Worten
immer und immer wieder fasziniert zu. Erinnert uns irgendwie an die Sache
mit Obelix,
der als kleiner Junge… aber lassen wir das. Noch stundenlang könnten wir
uns über
Deine Genialität auslassen. Naja, zumindest ein paar Minuten würden wir
hinbekommen,
trotzdem wollen wir an dieser Stelle unsere ewige Dankbarkeit mit der
Ehrenmitgliedschaft bei den Harmlosen Bürger krönen und Dir nochmals sagen,
dass
wir Dich einfach lieben. Anbeten, wäre wohl der richtige Ausdruck. Ja,
Du bleibst der
Grösste und einzig jemals existierende Fussballgott auf Erden! Danke,
Günther Netzer…
und wie war das schon wieder, als Sie sich selber in der Verlängerung
des Pokalfinales
eingewechselt haben?
© Schalki 09.11.2001
Tabellenführer - was sonst?
Mittlerweile zogen 18 Meisterschaftsspiele ins Land und der FC Basel hat
es sich auf
dem Thron gemütlich gemacht. Mit vier Punkten Vorsprung stehen wir unangefochten
an erster Stelle. Die meisten Anzahl Siege (10) und die meisten erzielten
Tore (44)
sprechen eine deutliche Sprache. Massgeblichen Anteil am guten Gelingen
des
bisherigen Saisonverlaufs hat Christian "Jimmygoal" Gimenez. Mit 19 Toren
ist somit
auch der Thron der besten Skorer fest in Basler Händen. Nunez von GC brachte
es
bislang auf 14 Treffer und ist der einzige, der "Jimmy" den Titel des
Torschützenkönigs
noch streitig machen kann. 22'400 Zuschauer Basler finden durchschnittlich
den Weg in
den neuen St. Jakobspark, auch hier ist Basel der absolute Liga-Krösus.
"Verfolger"
St. Gallen hat im Schnitt 10'250 Matchbesucher. "Was will uns diese Zahlenrechnerei
nun sagen?", fragen Sie sich zurecht. Nun gut, es belegt einzig und alleine
die Tatsache,
dass wir Basler mit uneinholbarem Abstand auf Lebenszeit die absolute
Nummer Eins
der Schweiz sind und bleiben. Nicht mehr, nicht weniger. Klar, dass dies
nicht allen in
den Kram passt. Vor allem die Sportsfreunde aus dem kargen Osten, die
sich selber
auf Platz Zwei gesetzt haben, da sie in ihrer - über 120jähriger - Geschichte
tatsächlich
zwei Meistertitel eingefahren haben. Den einen erlangten sie anno Tubak
und der andere
vor zwei Jahren, als sie mit Hilfe der Unparteiischen, die sich mit diesem
Wort ziemlich
schwer taten, zum grossen Triumph kamen. Das Selbstwertgefühl der ganzen
Region
war somit auch mal zum Leben erwacht und seither ist schon fast 'ne Ausnahme,
wenn
man nicht von den Güllern belästigt wird. "Aus dem Osten nichts Neues"
wünscht sich
so mancher Basler, der einen Blick auf die Gästebücher unserer Fan-Webseiten
wirft.
Apropos Websites: auch hier gebührt den Baslern das dickste Lob. Nicht
nur, dass man
mit Abstand die meisten Auftritte mit den - mit unendlichem Abstand -
meisten
Besuchern hat, auch die Qualität ist europaweit führend. An dieser Stelle
sei mal ein
kräftiges "Danke" angebracht! Zurück zu den Bauern: wie gesagt, die selbsternannten
Zweitbesten versuchen nun gar - von Grössenwahn oder Apfelmost getrieben
- am
Thron des Allmächtigen zu kratzen und sich mit intellektuellen Einträgen
in den Foren
und Gästebüchern zur Nummer Eins zu schreiben. Einige Beispiele gefällig?
Lieber nicht?
Auch gut. Wie gesagt, den Tag werden wir alle nicht erleben, an dem eine
andere Stadt
uns die Krone wegschnappt. Natürlich ist es für jeden schwer zu ertragen,
dass man nie
gegen Basel ankommt, doch damit wird sich jeder abfinden müssen. So war
es, so ist
es - und so wird es bleiben.
© Schwarbinho 09.11.2001
Zur Lage der Nation
Nun wird mir tatsächlich die grosse Ehre zuteil,
den Anfang in dieser Rubrik zu machen!
Ich habe mir auch gleich ein schwieriges Thema ausgesucht: Der Verfall
des Schweizer
Fussballs. Natürlich ist nicht alles ernst gemeint und wer sich persönlich
angegriffen fühlt,
hat entweder ein besonders bindende Beziehung zum Schweizerischen Fussballverband
oder ist sonst irgendwie verbittert.
Wie dem auch sei, möchte ich zuerst mal unsere glorreiche Nationalmannschaft
ansprechen. Schwere Hiobsbotschaften erreichen uns so regelmässig, wie
Luzern Tore
kassiert (möchte an dieser Stelle noch mein Bedauern für Patrick Foletti
ausdrücken,
der nun wirklich nicht in eine solche Gurkentruppe gehört). Zuerst wird
wie immer
wenn es gegen Ende einer EM- oder WM-Quali geht gerechnet, durch welche
unmöglichen Konstellationen und Resultate es unsere Nati doch noch schaffen
könnte,
an einer Endrunde teilzunehmen. Dies alles nur damit man schliesslich
trotzdem einmal
mehr enttäuscht wird. Ist dann wieder eine solche Chance verpasst, fangen
traditionsgemäss die Diskussionen und gegenseitigen Beschuldigungen an.
Zuerst ist
mal Hakan Yakin der Sündenbock, weil er sich als fast einziger bemüht
hat, doch noch
etwas zu bewegen und dann dümmlich eine Ampelkarte kassiert. Dann verlassen
Chappi und Henchoz das Camp (obwohl das mit Chappi natürlich wieder in
Ordnung
kommt, da er ja soooo viele Verdienste hat, bei GC spielt und sowieso…)
und
schlussendlich kommt noch der grösste Hammer: Kubi Türkylmaz kann aus
Verletzungsgründen niemals mehr Fussball auf höchstem Niveau spielen!!
Dieser
selbstlose Kämpfer, das Laufwunder aus dem Tessin, der sich in jedem noch
so
unnötigen Freundschaftsspiel für die Schweiz zerrissen hat. Gut, in den
letzten zirka 25
Tests war er nicht dabei, er hatte aber immer einen triftigen Grund. Er
war sowohl bei
den eigenen wie auch bei den gegnerischen Fans durch seine offene, herzliche
und nie
überhebliche Art gleichfalls beliebt. Zudem wurde er von seinen Trainern
immer als
einfacher Spieler und Trainingsweltmeister geschätzt. Bei all diesem Schicksal
ist es
aber gut, dass Kubi seine Bröttchen beim FCL verdient: Er kann ja nur
nie mehr
Fussball auf höchstem Niveau spielen, und das ist in Luzern definitiv
nicht der Fall.
Wenden wir doch den Blick mal zu unseren Freunden vom SFV. Was haben die
uns
nicht schon Freude bereitet, herrlich. Einerseits stützen sie ausnahmslos
die noch so
komischsten Entscheidungen der pfeifenden Gilde im Verband, andererseits
rücken
sie sich gerne auch mal selber in den vordersten Vordergrund. Da werden
einem nicht
näher zu bezeichnenden Verein aus dem Wallis (nennen wir ihn mal unverbindlich
FC Sion) Auflagen erteilt, Strafen ausgesprochen, Punkte abgezogen, Punkte
wieder
dazugezählt, undundund… Dies betrifft uns Fussballfachkundigen aus der
Nordwestschweiz nur solange nicht, wie unser FCB vor dem besagten Club
in der
Tabelle steht. Spricht aber immerhin schon einmal für die Kompetenz im
SFV. Was
uns mehr betrifft sind Phantomtore, nicht gegebene Tore, unglaublich lange
Nachspielzeiten, ungerechtfertigte Platzverweise, und was noch alles kommen
möge.
Nun ist es so, dass gewisse Dinge Tatsachenentscheide sind und andere
eher in die
Kategorie "Chasperlitheater" gehören. Dass im Verband fast nur greise,
unkompetente,
unfähige und senile Leute sitzen, dürfte ja hinlänglich bekannt sein.
Nun fangen sie aber
auch noch an, blind zu werden und zu lügen. Kann womöglich mit dem Alter
und dem
schleichenden Verfall der geistigen Wahrnehmung zusammenhängen. Unprofessionell
und schlampig ist es allemal. Der Fall Kawelashvili ist ein gutes Beispiel
dafür. Da kann
die georgische Torgarantie nach einer Roten Karte nur wegen eines Rekurses
spielen
und handelt sich sogleich wieder einen Platzverweis ein. Das ist seine
Sache. Nur
brauchen die Herren vom Verband jetzt eine halbe Ewigkeit, bis endlich
ein Urteil
publik gemacht wird und dann fällt die Strafe auch noch äusserst milde
aus. Alles
verständlich, will man doch nicht den armen FCZ zusätzlich schwächen,
hat er schon
so mühe, die Finalrunde zu erreichen. Die verhängte Strafe nach dem ungerechtfertigten
Ausschluss (welcher von Hänzi, Frau Pétignat und Fahnenschwinger Gonzalez
zu
ungefähr gleichen Teilen verantwortet wird) von Hakan Yakin in Bern, ist
nicht nur ein
schlechter Witz sondern schlichtweg ein Skandal.
Bei allem Ungemach genügt uns jedoch ein Blick auf die Tabelle der NLA,
welche uns
sagen würde (wenn sie könnte): "Der FCB ist die Nummer eins!!!" Und wir
sagen: "So
soll es auch bleiben!!!" |