Die Armut hat viele Gesichter
und
viele Ursachen.
Meine Erfahrung in Suedamerika
während
15 Jahren (hauptsächlich in Chile) führt mich zu der Aussage,
dass die folgenden
3 Eigenschaften die Hauptursache der Armut sind:
-
Faulheit
-
Dummheit
-
Frechheit
Dazu möchte ich einige Erfahrungen und Beispiele anführen um dies näher zu beleuchten:
Eine Familie mit 3 Kindern
bittet
mich um Geld, weil für die Kinder keine Nahrung und für das
kleinste
keine Milch vorhanden sei.
Gerne wollte ich helfen und
dachte,
dass mit etwa 100 Dollar für einige Zeit geholfen sei.
Doch was folgte:
Es wurde gleich ein Berg Fleisch
und eine Anzahl Flaschen Wein gekauft und in der folgenden Nacht wurde
mit den Nachbarn
zusammen ein Fest gefeiert: Fleisch über dem
Feuer
gebraten (carne a la parrilla) und gegessen, in riesigen Mengen und
dazu
Wein getrunken bei lauter Musik und Tanz ...
und nach 2 Tagen standen sie
wieder
da und haben um eine Gabe gebeten, da die Kinder nichts zu essen
hätten.
Jegliche Belehrung, dass man das
Geld aufsparen und in kleinen Raten ausgeben solle, damit es für
einige
Zeit reicht wird nicht
verstanden ... ist dies nicht ein Beweis von
Dummheit
?
Zu ergänzen wäre hier
noch,
dass in jeder Stube, auch bei den Aermsten, ein Fernseher steht.
Und sehr oft noch ein teures
Modell.
Auch wenn es zum Essen kaum reicht so wird, wenn man auf irgendeinen
Weg
zu Geld kommt,
dieses gleich sofort wieder ausgegeben. So fand ich auch
eine teure Videokamera im Wohnzimmer der Familie, welche mich um
Geld
für
die Nahrung der Kinder bat. Ist dies nicht eine Frechheit ?
Und diese gleiche Feststellung
musste
ich an verschiedenen Orten machen.
Konsequenz:
Kein Geld geben, sondern Speisen
in Naturalien. Reis, Teigwaren, Milchpulver. All dies ist gescheiter,
siehe
oben.
Zur Faulheit muss man ganz
einfach
feststellen, dass der Latino nicht gern arbeitet. Er versucht alle
Methoden
um sich davon zu drücken
und tut es erst, wenn wirklich kein
anderer
Weg mehr da ist.
Als ich im Spital war und es auf
Weihnachten zu geht, da muss man daran denken, dass an Feiertagen die
meisten
Spitalangestellten
zu Hause bleiben und die Versorgung nicht mehr
sichergestellt
ist. Man muss dann selbst mit Familienangehoerigen einen
Versorgungsdienst
organisieren sofern man nicht einige Tage ohne Speise und Medikamente
auskommen
will...
Was sehr üblich ist, ist
dass
man um ein "Prestamo" gebeten wird.
Gemäss Wörterbuch:
prestar
= leihen.
Doch das Wort leihen verstehen sie
im dem Sinn, dass wenn mal etwas geliehen wurde nie mehr an ein
Zurückgeben
gedacht wird.
Also wenn man etwas leiht, dann kann man es geradesogut
schenken,
sonst bemüht man sich vergebens darum.
Diese Erfahrung musste ich leider
auch sehr hart machen. Da wird versprochen, dass jede Zahlung
eingehalten
wird und jedes Papier
unterschrieben. Sofern man nicht einen
notariellen
Vertrag macht und eine Sicherheit grundbuchamtlich einträgt ist
jedes
Papier und
jede Unterschrift wertlos und das Papier nicht wert.
Das Geltendmachen ist dann
wiederum
nicht einfach. Braucht amtliche Hilfe und kostet was ...
Dass man nach solchen Erfahrungen
nie mehr etwas "leiht" wird wohl die logische Folgerung sein...
Sorge
tragen
unbekannt:
Wenn hier (Suedamerika) jemand ein
Auto, eine Videokamera oder einen Computer hat, so verkommen diese
Dinge
leider sehr schnell.
Ein 3-jähriges Auto sieht
hier
schlimmer aus als ein 20-jähriges in der Schweiz oder in
Deutschland.
Voller Beulen, verkratzt, verdreckt
und ohne Wartung. Benzin
einfüllen
ist wohl das einzige was sie verstehen. Dass ein Motor und ein
Kugellager
Wartung brauchen und
Reinigung - das ist dem meisten hier ein Fremdwort.
Alles verliert dadurch sehr
schnell
seinen Wert und ein Computer läuft wenn es gut geht einige Wochen,
dann geht nichts mehr daran.
Fast überall wo ich hinkomme
stehen Computer herum, doch kaum einer ist zu gebrauchen, da wegen
Unkenntnis
der Handhabung
und Bedienung alles gleich "stirbt".
Ist dies nicht ein schneller Weg
in die Armut, wenn teure Sachen bald unbrauchbar und damit wertlos
werden
?
Kinder
kriegen:
Eine arme Familie mit 4 Kindern
hat eine Tochter von 15 Jahren. Diese kriegt ein Kind bevor sie 16
Jahre
alt ist und geht noch zur Schule.
Der Kindsvater: 2 Jahre älter,
natürlich
auch noch in Ausbildung.
Dies kommt laufend vor. Und dies ist der Weg, der immer wieder direkt in die Armut führt.
Warum dies ?
Die Kinder werden zu wenig
aufgeklärt
und nicht überwacht.
Dass Mädchen mit 13 oder 14
Jahren schon einen Freund haben und abends ausgehen ... darf meines
Erachtens
nicht geschehen und muss durch
gezielte
Ausbildung und Kontrolle seitens der Eltern gesteuert werden.
Die Lehre und Kontrolle dazu
sollte
sein, dass bevor die Ausbildung nicht abgeschlossen ist und bevor
Kinder
gezeugt werden, muss
die Basis vorhanden sein, dass für kommende
Kinder
die Mittel vorhanden sind, ihnen Nahrung und Kleider, sowie eine
richtige
Ausbildung zu gewähren. Falls dies nicht vorhanden ist, dann
führt
es in einen Teufelskreis, der in Armut endet.
In die Aufklärung
gehört
das Kennenlernen von Methoden um die Empfängnis sicher zu
verhindern.
(: Enthaltung - wenn nicht möglich, dann eine sichere
Methode,
welche auch vor AIDS schützt siehe hier)
Armut
bekämpfen:
Armut kann nicht bekämpft werden, indem man Bettelnden Geld gibt.
Dies ist nur eine Anleitung zum Nichts-Tun und das Betteln nimmt damit
nur zu und die Arme werden länger.
Was man geben kann ist: Brot, Reis, Teigwaren, Milchpulver oder
ähnliches.
Das einzig wirkungsvolle jedoch ist AUSBILDUNG.
Und zwar Hilfe zur Selbsthilfe, indem man junge Leute zu
selbständigen
Handwerkern ausbildet wie:
Maurer, Schreiner, Schlosser, Automechaniker, Elektriker, Landwirt,
wo sie lernen fachgerecht zu arbeiten und die Werkzeuge
und Maschinen
richtig
zu handhaben und zu warten, sowie das nötige Grundwissen bekommen
um eine kleine Werkstatt zu führen.
Solche Ausbildungsstätten hab ich gefunden, geführt vom Kolpingwerk
(Kolping Deutschland und Kolping
Chile).
Ich halte wenig von Werken wie Rotes Kreuz (und
ähnliche),
wo ein grosser Teil des gesammelten Geldes in der Administration
verschwindet
und wo die Delegierten im Ausland in 5-Stern Hotels logieren !
Also das wichtigste zur Bekämpfung der Armut ist das
Vermitteln
von Ausbildung und Anleitung zum sich selbst erhalten,
verbunden mit
der
richtigen Lebenshaltung (Umgang mit Geld, Kinder kriegen).
(Ausnahmen zu meinen obigen Feststellungen gibt es
selbstverständlich,
diese bestätigen die Regel).
Und ausserdem empfehle ich diesen Link über
Spenden: SPENDENPORTAL