ARMUT
    Ursachen  -  wie bekämpfen
    Link-Update:  26.April 2009

    Die Armut hat viele Gesichter und viele Ursachen.
    Meine Erfahrung in Suedamerika während 15 Jahren (hauptsächlich in Chile) führt mich zu der Aussage, dass die folgenden
    3 Eigenschaften die Hauptursache der Armut sind:

    -    Faulheit
    -    Dummheit
    -    Frechheit

    Dazu möchte ich einige Erfahrungen und Beispiele anführen um dies näher zu beleuchten:

    Eine Familie mit 3 Kindern bittet mich um Geld, weil für die Kinder keine Nahrung und für das kleinste keine Milch vorhanden sei.
    Gerne wollte ich helfen und dachte, dass mit etwa 100 Dollar für einige Zeit geholfen sei.
    Doch was folgte:
    Es wurde gleich ein Berg Fleisch und eine Anzahl Flaschen Wein gekauft und in der folgenden Nacht wurde mit den Nachbarn
    zusammen ein Fest gefeiert: Fleisch über dem Feuer gebraten (carne a la parrilla) und gegessen, in riesigen Mengen und dazu
    Wein getrunken bei lauter Musik und Tanz ...

    und nach 2 Tagen standen sie wieder da und haben um eine Gabe gebeten, da die Kinder nichts zu essen hätten.
    Jegliche Belehrung, dass man das Geld aufsparen und in kleinen Raten ausgeben solle, damit es für einige Zeit reicht wird nicht
    verstanden ... ist dies nicht ein Beweis von Dummheit ?

    Zu ergänzen wäre hier noch, dass in jeder Stube, auch bei den Aermsten, ein Fernseher steht.
    Und sehr oft noch ein teures Modell. Auch wenn es zum Essen kaum reicht so wird, wenn man auf irgendeinen Weg zu Geld kommt,
    dieses gleich sofort wieder ausgegeben. So fand ich auch eine teure Videokamera im Wohnzimmer der Familie, welche mich um
    Geld für die Nahrung der Kinder bat. Ist dies nicht eine Frechheit ?

    Und diese gleiche Feststellung musste ich an verschiedenen Orten machen.

    Konsequenz:
    Kein Geld geben, sondern Speisen in Naturalien. Reis, Teigwaren, Milchpulver. All dies ist gescheiter, siehe oben.

    Zur Faulheit muss man ganz einfach feststellen, dass der Latino nicht gern arbeitet. Er versucht alle Methoden um sich davon zu drücken
    und tut es erst, wenn wirklich kein anderer Weg mehr da ist.

    Als ich im Spital war und es auf Weihnachten zu geht, da muss man daran denken, dass an Feiertagen die meisten Spitalangestellten
    zu Hause bleiben und die Versorgung nicht mehr sichergestellt ist. Man muss dann selbst mit Familienangehoerigen einen Versorgungsdienst
    organisieren sofern man nicht einige Tage ohne Speise und Medikamente auskommen will...

     

    Was sehr üblich ist, ist dass man um ein "Prestamo" gebeten wird.
    Gemäss Wörterbuch: prestar = leihen.
    Doch das Wort leihen verstehen sie im dem Sinn, dass wenn mal etwas geliehen wurde nie mehr an ein Zurückgeben gedacht wird.
    Also wenn man etwas leiht, dann kann man es geradesogut schenken, sonst bemüht man sich vergebens darum.

    Diese Erfahrung musste ich leider auch sehr hart machen. Da wird versprochen, dass jede Zahlung eingehalten wird und jedes Papier
    unterschrieben. Sofern man nicht einen notariellen Vertrag macht und eine Sicherheit grundbuchamtlich einträgt ist jedes Papier und
    jede Unterschrift wertlos und das Papier nicht wert.

    Das Geltendmachen ist dann wiederum nicht einfach. Braucht amtliche Hilfe und kostet was ...
    Dass man nach solchen Erfahrungen nie mehr etwas "leiht" wird wohl die logische Folgerung sein...

    Sorge tragen unbekannt:
    Wenn hier (Suedamerika) jemand ein Auto, eine Videokamera oder einen Computer hat, so verkommen diese Dinge leider sehr schnell.
    Ein 3-jähriges Auto sieht hier schlimmer aus als ein 20-jähriges in der Schweiz oder in Deutschland. Voller Beulen, verkratzt, verdreckt
    und ohne Wartung. Benzin einfüllen ist wohl das einzige was sie verstehen. Dass ein Motor und ein Kugellager Wartung brauchen und
    Reinigung - das ist dem meisten hier ein Fremdwort.

    Alles verliert dadurch sehr schnell seinen Wert und ein Computer läuft wenn es gut geht einige Wochen, dann geht nichts mehr daran.
    Fast überall wo ich hinkomme stehen Computer herum, doch kaum einer ist zu gebrauchen, da wegen Unkenntnis der Handhabung
    und Bedienung alles gleich "stirbt".

    Ist dies nicht ein schneller Weg in die Armut, wenn teure Sachen bald unbrauchbar und damit wertlos werden ?

    Kinder kriegen:
    Eine arme Familie mit 4 Kindern hat eine Tochter von 15 Jahren. Diese kriegt ein Kind bevor sie 16 Jahre alt ist und geht noch zur Schule.
    Der Kindsvater: 2 Jahre älter, natürlich auch noch in Ausbildung.

    Dies kommt laufend vor. Und dies ist der Weg, der immer wieder direkt in die Armut führt.

    Warum dies ?
    Die Kinder werden zu wenig aufgeklärt und nicht überwacht.
    Dass Mädchen mit 13 oder 14 Jahren schon einen Freund haben und abends ausgehen ... darf meines Erachtens
    nicht geschehen und muss durch gezielte Ausbildung und Kontrolle seitens der Eltern gesteuert werden.

    Die Lehre und Kontrolle dazu sollte sein, dass bevor die Ausbildung nicht abgeschlossen ist und bevor Kinder gezeugt werden, muss
    die Basis vorhanden sein, dass für kommende Kinder die Mittel vorhanden sind, ihnen Nahrung und Kleider, sowie eine richtige
    Ausbildung zu gewähren. Falls dies nicht vorhanden ist, dann führt es in einen Teufelskreis, der in Armut endet.

    In die Aufklärung gehört das Kennenlernen von Methoden um die Empfängnis sicher zu verhindern.
    (: Enthaltung  - wenn nicht möglich, dann eine sichere Methode, welche auch vor AIDS schützt siehe hier)

    Armut bekämpfen:
    Armut kann nicht bekämpft werden, indem man Bettelnden Geld gibt.
    Dies ist nur eine Anleitung zum Nichts-Tun und das Betteln nimmt damit nur zu und die Arme werden länger.
    Was man geben kann ist: Brot, Reis, Teigwaren, Milchpulver oder ähnliches.

    Das einzig wirkungsvolle jedoch ist AUSBILDUNG.
    Und zwar Hilfe zur Selbsthilfe, indem man junge Leute zu selbständigen Handwerkern ausbildet wie:
    Maurer, Schreiner, Schlosser, Automechaniker, Elektriker, Landwirt, wo sie lernen fachgerecht zu arbeiten und die Werkzeuge
    und Maschinen richtig zu handhaben und zu warten, sowie das nötige Grundwissen bekommen um eine kleine Werkstatt zu führen.
    Solche Ausbildungsstätten hab ich gefunden, geführt vom Kolpingwerk (Kolping Deutschland und Kolping Chile).
    Ich halte wenig von Werken wie Rotes Kreuz (und ähnliche), wo ein grosser Teil des gesammelten Geldes in der Administration
    verschwindet und wo die Delegierten im Ausland in 5-Stern Hotels logieren !

    Also das wichtigste zur Bekämpfung der Armut ist das Vermitteln von Ausbildung und Anleitung zum sich selbst erhalten,
    verbunden mit der richtigen Lebenshaltung (Umgang mit Geld, Kinder kriegen).

    (Ausnahmen zu meinen obigen Feststellungen gibt es selbstverständlich, diese bestätigen die Regel).

    Und ausserdem empfehle ich diesen Link über Spenden:   SPENDENPORTAL 


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