5.200  Querverbindung von 5.36 ("Alba Longa"-Thema) und 5.193 ("Adler"-Thema).
 

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Zusammenfassung
 

In der ersten Zeile ist vom Einsatz leichter Kavallerie die Rede, was diesen Vierzeiler mit 5/91 (5.36) verbindet. In der dritten Zeile von 7/7 erfahren wir, dass diese offensichtlich sehr großen Truppenverbände ("Berge", vgl. Anmerkung 2) "in der Nacht" (d. h. wohl überraschend, vgl. 5/91, 5.36) die Kleriker angreifen und töten werden (vgl. dazu Anmerkung 3). In 5.36 erfahren wir, wo sich das Ganze zutragen wird - in Rom. "Rote" (Kardinäle mit rotem Ornat) werden laut vierter Zeile von 7/7 gefangen gesetzt und verschwinden wohl in Kerkern (vgl. Anmerkung 5). Das passt zu 4/98 (ebenfalls 5.36), wo die Hälfte der Kardinäle "gerupft" werden wird. Die zweite Zeile von 7/7 enthält eine für die chronologische Einordnung der Geschehnisse wichtige Information: Die islamische Mondsichel, die in 6/78 (5.193) noch einen Sieg erringt, wird zur Zeit der Vorkommnisse in Rom endgültig geschlagen worden sein. Näheres dazu erfahren wir hier allerdings nicht.

Quellen
 

7/7  

Sur le combat des grans cheuaux legiers1),
Während des Kampfes der großen leichten Kavalleristen1)
On criera le grand croissant confond.
wird man verkünden, [dass] die große Mondsichel vernichtet [ist].
De nuict tuer monts2), habits de bergiers3),
In der Nacht [werden die] Berge2) [sie] töten, [die] Kleider der Schäfer3).
Abismes4) rouges dans le fossé5) profond.
Versunken4) [sein werden die] Roten im tiefen Graben5).
1) Die leichte Kavallerie war, im Gegensatz etwa zu den Rittern, nicht oder nur leicht gepanzert, was ihr große Wendigkeit verlieh. Ihre Hauptwaffe war in der Antike und im Mittelalter der Pfeilbogen, mit dem der Feind aus großer Entfernung angegriffen werden konnte. Hunnen, Ungarn und Mongolen kämpften hauptsächlich mit leichter Kavallerie, aber auch das Osmanische Reich besaß derartige Truppen (Sipahis).
2) Das mittelfranzösische "mont" (Berg, Hügel) bedeutet auch "Haufen, große Menge", womit hier konkret "Heerhaufen" oder "Menschenmengen" gemeint sein könnten.
3) Mit den "Schäfern" oder "Schafhirten" dürften Geistliche gemeint sein, die die "Schafe Christi" (die Gläubigen) leiten. Allerdings spricht Nostradamus hier nur von den "Kleidern" (Amtstrachten) dieser Hirten. Das könnte vielleicht so verstanden werden, dass diese Kleriker ihre Aufgaben nicht oder nur schlecht erfüllt haben und deswegen ihre Habite das einzige sind, was sie mit guten Hirten der Kirche gemeinsam haben.
4) Lies: "abismés" (versunken, untergegangen).
5) Oder: "Loch". Mit dem "fossé profond" könnte Nostradamus möglicherweise eine "basse fosse" (unterirdisches Verlies, Oubliette) gemeint haben. Die in solchen Verliesen Inhaftierten sollten ihr Gefängnis nicht mehr lebend verlassen, konnten also "vergessen" werden (franz. oublier).

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