5.248  Rom ist gefallen, der Papst ist an der Rhone.
 

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Zusammenfassung
 

In der vierten Zeile erfahren wir, dass der Papst sich nicht mehr in Rom sondern an der Rhone, d. h. entweder in Frankreich oder in der Schweiz befindet. Der Grund dafür dürfte sein, dass Rom ("die Stadt") sowie die Einwohner Ausoniens (mindestens Süd- und Mittelitaliens) von einer wohl kirchenfeindlichen Macht unterworfen sein werden. Von einer Eroberung Roms ist auch in 5.36, 5.45, 5.46, 5.63, 5.91, 5.103 und 5.132 die Rede. Interessant sind dabei besonders 5.45, 5.46 und 5.63. In 5.46 tauchen auch die Neo-Punier aus dem Irak auf, was eine Verbindung zu den "Bürgern von Mesopotamien" aus der ersten Zeile von 7/22 sein könnte. Von einem punischen Angriff auf Sardinien lesen wir in 2/81 (5.45). 8/99 (5.63) berichtet von einem Dreierbündnis, das u. a. aus den Neo-Puniern bestehen könnte. Die Flucht des Papstes aus Rom und die Verlegung der Kurie an einen anderen Ort finden sich ebenfalls in 5.46 und 5.63. Als Kandidaten für den neuen Papstsitz kommen dabei meines Erachtens Saint-Maurice (Wallis, Schweiz) und Sankt Moritz (Graubünden, Schweiz) in Frage. Für Letzteres spricht die mögliche Erwähnung von Graubünden in 10/38 (5.46). 7/22 ist jedoch zu entnehmen, dass sich der Papst an der Rhone befinden wird. Falls es sich dabei nicht bloß um einen zeitlich begrenzten Aufenthalt handelt, hieße das unmissverständlich, dass die Kurie nach Saint-Maurice zieht. Saint-Maurice liegt nämlich an der Rhone. In den ersten beiden Zeilen von 7/22 ist von Mesopotamiern die Rede, die wütend auf die Freunde von oder aus Tarragona sein werden (vgl. Anmerkung 4). Was die Identität dieser Freunde angeht, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Falls die Mesopotamier und Tarragona Feinde sind, wären auch Tarragonas Freunde Feinde der Orientalen. Handelt es sich bei den Mesopotamiern und Tarragona um Verbündete, wären die Freunde der Spanier auch Alliierte der Mesopotamier. Die Stelle ließe sich zudem auch dahingehend verstehen, dass es sich um Freunde aus Tarragona handelt, die den Zorn Mesopotamiens auf sich ziehen. Allerdings wäre auch bei dieser Lesart nicht zu entscheiden, ob sie den Orientalen freundlich oder feindlich gesinnt sind. Auch der Grund für die Wut der Mesopotamier ist unklar. Dazu könnte jedoch die dritte Zeile möglicherweise Auskunft geben. Man ist offenbar vergnügt und feiert ("Spiele", "Lachen", "Bankette"). Doch was wird gefeiert? Der Sieg? Gleichzeitig scheint das Volk oder Kriegsvolk (vgl. Anmerkung 6) "eingeschlafen" zu sein. Ist das vielleicht der Grund für den Unwillen der Mesopotamier? In diesem Fall könnten die Freunde von bzw. aus Tarragona Verbündete der Orientalen sein, die sich mit dem Erreichten zufrieden geben und den Kampf einstellen, während die Mesopotamier weiter Krieg führen.

Quellen
 

7/22  

Les citoyens1) de Mesopotamie2),
Die Bürger1) von Mesopotamien2)
Yrés encontre amis3) de Tarraconne4),
[werden] wütend auf [die] Freunde3) von Tarragona4) sein.
Ieux, ritz5), banquetz, toute gent6) endormie7)
Spiele, Lachen5), Bankette, das ganze Volk6) [ist] eingeschlafen7).
Vicaire8) au Rosne, prins cité, ceux d’Ausone9).
[Der] Stellvertreter8) [ist] an der Rhone. [Die] Stadt [ist] eingenommen [wie auch] diejenigen von Ausonien9).
1) Oder: "Landsleute, Stadtbewohner, nicht unter dem kanonischen Recht Stehende".
2) Land zwischen Euphrat und Tigris im Irak, Syrien und der Südtürkei.
3) Das mittelfranzösische "ami" bedeutet neben "Freund" u. a. auch "Parteigänger, Verbündeter, Landsmann".
4) Tarragona (lat. "Tarraco") ist eine Hafenstadt in Katalonien, Spanien. Die nach ihr benannte römische Provinz (Hispania) Tarraconensis umfasste den Norden und Osten der Iberischen Halbinsel.
5) "Ritz" bzw. "ritez" bedeutet "Bräuche". Hier ist aber wohl eher "riz" (Lachen, Gelächter, Freude) gemeint.
6) Oder auch: "Kriegsvolk".
7) Oder auch: "geschwächt, träge".
8) Hier dürfte der Papst gemeint sein. Die Päpste verstehen sich Seit Leo I. (440 - 461) als "Vicarii Christi" (Stellvertreter Christi). Auch die Bezeichnung "vicarius filii dei" (Stellvertreter des Sohnes Gottes) könnte Nostradamus gekannt haben, da diese in der sogenannten "Konstantinischen Schenkung" (Nr. 11)  auftaucht.
9) "Ausonien" bezeichnet im engeren Sinne Süd- und Mittelitalien, im weiteren aber auch die gesamte Apenninenhalbinsel bis zu den Alpen.

 

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