| Ungeplante arbeiten am Motor |
Ja da will man nur mal schnell was kleines machen, und ......
OK alles von Anfang an.
Eigentlich wollte ich nur mal schnell neue Ventildeckel montieren, denn die
alten waren sowieso nicht mehr ganz dicht. Ich hatte noch schöne Corvette Alu Ventildeckel
die ab Werk auf die Corvette mit Mechanischer Benzineinspritzung montiert
wurden. Die mit dieser Benzineinspritzung ausgerüsteten Corvette sollen
scheinbar wie die Hölle gelaufen zu sein. Doch leider war diese mechanische Einspritzung
sehr anfällig, und kaum jemand konnte dieses Ding richtig einstellen. Deshalb
gab es dann später diese Option auch nicht mehr.
OK nach dieser kleinen Abschweifung in die Geschichte, wieder zu meinen
Ventildeckeln. Das Teil ist ein recht unschöner grober Aluminiumdruckguss.
So konnte ich die Dinger natürlich nicht einbauen.
Glänzen müssen die !
Ausgerüstet mit diversen Schmirgeltüchern und -matten ging ich nun auf die
Ventildeckel los. Angefangen mit einem 240er, um alle grossen Unebenheiten
rauszuschleifen, bis zum 800er nassschmirgeltuch, und 2000er Schleifmatte gingen
VIELE Stunden dahin bis ich sie endlich mit der Polierscheibe zu Ihrem Glanz
verhelfen konnte.
Nun konnte ich die glänzenden
Ventildeckel endlich einbauen.
Zu der schon montierten neuen Zündspule, und Unterbrecherkontakt spendiere ich
gleich noch neue Zünd-kabel und -Kerzen. Dazu sollen dann endlich auch die Originalen
Zündabdeckbleche montiert werden. Die wurden bei allen Corvette mit Radio
eingebaut, um Störungen von der Zündung zu vermeiden. Denn die Feuerwand ist
ja wie fast alles andere auch aus GFK, und bietet somit keine Elektromagnetische
Abschirmung.
Nun die alten Ventildecke schnell abmontiert, wundere ich mich, das bei einem
Kipphebel fast kein Öl dran ist (zweiter Kipphebel von rechts). Das muss
natürlich untersucht werden, und tatsächlich kommt bei diesem Kipphebel bei
laufendem Motor kein Öl. Nun da könnte ja die Stösselstange verstopft sein,
dass war jedoch nicht der Fall.
Obwohl kein klappern aufgrund von Ventilspiel
zu hören war, vermutete ich den Hydrostössel. Denn da muss ja das Öl erst
durch, damit es die Stösselstange hinauf gepumpt werden kann. Schnell neue
Hydrostössel bestellt, in der Hoffnung die über Ostern montieren zu können. (Ja es gibt auch Leute die schrauben über Ostern in der Garage, anstelle auf
der Autobahn im Stau zu stehen.:-)
Leider hat es nicht mehr gereicht, denn die
bei der Post haben ja auch Ostern-stimmung.
In der Zwischenzeit konnte ich in aller Ruhe die Einlassspinne, und alles dazu nötige abmontieren.
Nach genauerem untersuchen des vermutlich defekten Hydrostössels, konnte ich nichts aussergewöhnliches feststellen. Darauf habe ich die anderen Stösselstangen und Kipphebel etwas genauer angeschaut. Dabei ist mir aufgefallen, dass beim Fehlerhaften Kipphebel die Stösselstange auf der Oberseite ein kleineres Loch wie die anderen aufweist. Dazu ist die Ölaustrittsöffnung (kleines loch am Rande der Wölbung) der Kipphebelpfanne bei diesem Kipphebel weiter seitlich wie die anderen. Meine Vermutung ist mittlerweile, dass dadurch kein Öl mehr beim Kipphebel ausritt. Dies wird sich dann aber noch rausstellen, nachdem ich die neuen Hydrostössel montiert habe.
Da ich über die Ostern auf die Hydrostössel warte, und doch schon einiges abmontiert habe, nutze ich die Gelegenheit einige Teile wieder auf Vordermann zu bringen. So habe ich die Einlassspinne neu lackiert, und alle Anbauteile wieder aufpoliert.
Dem "Charter AFB" 4-fach Vergaser eine gründliche Reinigung spendiert.
Dem Verteiler habe ich an der rostigen Oberseite einen neuen anstrich verpasst, und die Unterdruckdose habe ich aufpoliert.
neue Erkenntnisse !!!!
In der Zwischenzeit habe ich mit mehreren Leuten gesprochen, die sich mit
den V8 Motoren auskennen. Die kleinere Öffnung der Stösselstange scheint durch
grosse abnützung hervorgerufen zu sein. Der Kipphebel "wältzt" bei
schlechter Schmierung mit der Zeit Material gegen die Öffnung der
Stösselstange, und dadurch wird an der Oberfläche die Öffnung immer kleiner.
Nach genauerem untersuchen der restlichen Stösselstangen stellte sich heraus,
dass alle schon recht verschlissen sind. Zum teil waren sie sogar leicht
gekrümmt. Auch sind verschiedene "Typen" montiert, und einzelne
ersetz worden. So auch mein "problem Kipphebel". Der war von einem
anderem Hersteller, und trug so auch noch etwas zu diesem Problem bei. Summa
Summarum alles in sehr schlechtem Zustand. Also alles weggeschmissen, und neu
gekauft.
Oft wurde mir geraten, die Hydrostössel nur mit der Nockenwelle
auszutauschen. Es kann sonst zu einer übermässigen Abnützung der Stössel und
Nockenwelle kommen. Da die Lauffäche der Hydrostössel doch schon recht
verschlissen war, habe ich mich nach längerem überlegen doch noch eine neue
Nockenwelle gekauft. Dazu natürlich gleich noch eine verstärkte Steuerkette
mit den Rädern.
(alte & neue Nockenwelle)
Nun ging's richtig los. Alles demontieren
was nun zum tauschen der Nockenwelle noch nötig ist. Kühler, Windleitblech,
Lüfter, Keilriemenräder, Wasserpumpe, Schwingungsdämpfer, Benzinpumpe (wird
von der Nockenwelle angetrieben), und Steuergehäusedeckel.
Die Markierungen der Steuerzahnräder
durch drehen des Motors übereinander bringen, abmontieren, und Nockenwelle
vorsichtig (um die Gleitlager nicht zu beschädigen)
herausziehen. Die neue Nockenwelle mit gutem Fett leicht einfetten, um für Schmierung
zu sorgen bis der Öldruck aufgebaut ist. Nun wieder vorsichtig die neue
Nockenwelle einführen. Neue Steuerräder und Kette in richtiger Position
montieren.
Natürlich konnte ich die alten Teile
nicht einfach so wieder montieren. Eine neue Lackierung musste schon sein. Beim Steuergehäusedeckel
kommt noch ein neuer Simmering für die Durchführung der Kurbelwelle rein.
Es gibt Leute, die behaupten ich sei
"Pingelig"
Die Markierung zur Zündeinstellung habe ich mit schwarzer Farbe eingelassen.
Den ganzen "kram" bis zur Wasserpumpe ist soweit montiert.
Die Hydrostössel vor dem einlegen mit Öl füllen.
Jetzt kann ich die Stösselstangen einlegen, Spinne, Kipphebel, und alles drum herum montieren. Nachdem ich die Kipphebel, und die Zündung grob eingestellt habe, montiere ich noch alte aufgeschlitzte Ventildeckel, um den ersten Testlauf zu starten.
Die Zündung, und die Kipphebel sind eingestellt. Nun ist alles "Ready to Drive" für die erste Testfahrt.
Die erste Testfahrt war ein voller
Erfolg. Er zieht jetzt schöner durch, und hat sogar ein etwas schöneres V8
Blubbern! :-)
Jetzt werde ich noch neue Zündkabel und Kerzen montieren. Anschliessend werde
ich wohl noch die Zündabdeckung die am Anfang dieser "Story" zu sehen
ist montieren.
Die Kerzendeckel Hitzeschutzschilder beim Kollektor (Auspuffkrümmer) habe ich nun vernickelt, und sind jetzt auch wieder montiert.
Neue Zündkabel & Kerzen sind jetzt montiert. Anschliessend habe ich nun endlich auch die Zündabdeckung montiert. Zwischenzeitlich habe ich auch noch die Viscokupplung für den Lüfter ersetzt. Die alte hatte sein Silikonöl verloren. Dadurch hatte ich bei sehr langsamer Fahrt, und im Stand eine etwas hohe Motortemperatur.
Nach der letzten Testfahrt, stirbt mir plötzlich der Motor ab. Das Glücklicherweise genau vor meiner Haustür. Nach der demontage des Luftfilters konnte ich noch zusehen wie der Vergaser überläuft, und das ganze Benzin in die Einlasskanäle fliesst. Der Fehler entpuppte sich dann Glücklicherweise nur als kleine Verschmutzung im Schwimmernadelventil des einen Schwimmers. Verursacht wurde das wahrscheinlich durch das wechseln des Benzinschlauchs, und des Benzinfilters.
Die Corvette hat sich bis jetzt bei den ersten Ausfahrten bestens bewährt.
Happy Cruising