FAQs zur Geographie der Erde

Allgemeines

Kontinente
KontinentMio. km2Ew. (Mio.)Ew./ km2
Asien 44350080
Afrika 3075025
Nordamerika 2430013
Südamerika 1849027
Antarktis 14403
Europa 1073073
Ozeanien 900
Verteilung von Land und Wasser
 WasserflächeLandfläche
Insgesamt71%29%
Nordhalbkugel60%40%
Südhalbkugel81%18%
Ozeane
  • Pazifik: 180 Mio. km2
  • Atlantik: 106 Mio. km2
  • Indik: 75 Mio. km2

Angloamerika

Staaten ausserhalb der üblichen USA-KartenAlaska, Hawaii
Anordnung der GebirgskettenRocky Mountains und Appalachen liegen in NS-Richtung. Bei uns: Alpen und Jura in WE-Richtung è In den USA ist es wegen dieser Anordnung (und wegen des fehlenden Golfstroms) kälter als auf gleicher Breite in Europa, weil Kaltluft aus dem Norden ungehindert eindringen kann.
New York und eine europäische Stadt auf demselben BreitengradNew York und Neapel (ev. Rom) liegen recht genau auf 40°N. In Mittelitalien ist es aber viel wärmer wegen der Ausrichtung der Gebirge (Europa: WE; USA: NS), wegen des Golf- bzw. Labradorstroms und weil die Westwinde NY kontinentale, Neapel aber ozeanische Luft bringen.
Lage von USA und RusslandRussland liegt etwa auf der Höhe Kanadas und hat eine wirklich einmalig grosse WE-Ausdehnung.
Besiedlung verschiedener Landesteile durch verschiedene europäische Nationen
  • Spanien: Süden: Kalifornien (z.B. Los Angeles).
  • Frankreich: Entlang des St. Lorenz-Stroms und Mississippi
  • England: New Plymouth, Neuengland, Maryland, Pennsylvania, Utha, Lancaster Country (generell NE).
  • Holland: Neu Amsterdam (auf Manhattan è NY).
US-LandwirtschaftSehr kapitalintensiv, hohe Mechanisierung, hoher Energieverbrauch, hoher Düngereinsatz, viel Chemie und Elektronik.
USA als weltweit grösster Soja-Produzent, gefolgt von:
  • USA
  • Brasilien
  • China
Great PlainsSteppengebiete östlich der Rocky Mountains, einst von Büffelherden und Indianern durchzogen, heute urbar gemacht (Kornkammer Amerikas). Problem: Erosion (begünstigt durch Monokulturen)
Keine Cowboys mehrWegen Industrialisierung der Landwirtschaft. Heute findet die Fleischproduktion in immer weniger und immer grösseren Mastbetrieben statt. Die Tiere werden mit Mais, Hirse, Luzerne von umliegenden Feldern gemästet, haben kaum Bewegungsmöglichkeiten.
Bedeutung des Colorado-River für KalifornienDer Colorado (Name von roten Sedimenten) ist Grundlage für die Bewässerung, d.h. letztlich für Leben und Landwirtschaft. In Las Vegas wird viel zu viel verbraucht und in Südwestkalifornien und Mexiko ist nur noch ein versalztes Rinnsal übrig.
Schachbrettartige Landnutzungsmuster der USAWestlich der Appalachen bis in die Rocky Mountains wurde gemäss Homestead Act (Landverteilungsgesetz, Lincoln) Staatsland zu günstigen Bedingungen an Siedler vergeben. Die übliche Fläche betrug 1/4 Quadratmeile in exakter NS-Ausrichtung.
Manufacturing Belt (MAB)
  • Grosse, alte Industrieregion im Nordosten der USA (Chicago, Detroit, Cleveland, Pittsburgh, Buffalo).
  • Die wichtigsten Branchen: Chemie, Eisen, Schwerindustrie.
  • Stadortfaktoren: Grosse Seen (St. Lorenz Strom è Atlantik), die ersten Europäer landeten im Osten, im Tagbau abbaubare Steinkohlevorkommen in den Appalachen, Eisenerz am Oberen See.
Hightech-Industrie
  • Standorte: San Francisco (Silicon Valley), Los Angeles, New York, Greater Boston (Nähe MIT).
  • Produkte: Medikamente, Maschinen, PCs, Geräte der Elektrizitätserzeugung und - Verteilung, Elektrohaushaltgeräte, Kommunikationstechnologien, Elektronische Komponenten, Flugzeuge, Raumfahrzeuge, Navigationsgeräte, Messinstrumente, Medizinische Instrumente, Phototechnische Ausrüstung.
  • Standortfaktoren der Hightechindustrie: Nähe zu Lieferanten, Zusammenarbeitsmöglichkeiten, Verkehrsanbindung, Bildungsmöglichkeiten, Subventionen, Verwaltung, Qualität und Quantität der Arbeitskräfte.
  • Standortfaktoren der Schwerindustrie: Kohle, Eisenerz, Verkehrsanbindung (Wasser).
St. Lorenz Seeweg (verkehrsreichste Binnenwasserstrasse der Welt, Ausbau 1959)
  • Haupttransportgüter: Kohle, Eisenerz, Getreide, Vieh, Holz (insgesamt 160 Mio. t / Jahr).
  • Probleme: Höhenunterschiede (è Schleusen), Stromschnellen (è Kanalbauten, z.B. Welland-Kanal um Niagarafälle).
  • Geringe Bedeutung des Mississippi für die Schifffahrt der USA: St. Lorenz Strom - Gebiet rohstoff- und industriereicher, ruhiger, weniger Pegelschwankungen (Seen gleichen aus), führt keine Baumstämme mit, mündet in den Atlantik, nicht in Golf v. Mexiko.
  • (Der Mississippi-Dampfer hat das Rad hinten, nicht seitlich, wegen Baumstämmen im Wasser.)
Afroamerikaner
  • 1619 kamen die ersten Schwarzen als Sklaven für Tabak- und Zuckerrohrplantagen in die Südstaaten, später v.a. für Baumwollplantagen.
  • 1863 wurde die Sklaverei aufgehoben. Aber bis heute haben nur ganz wenige Schwarze wirklich dieselben Chancen wie Weisse (Showbusiness, Musik, Sport)
Affirmative Action1964: Gleichstellungsgesetz. Um es möglichst schnell durchzusetzen wurde die Affirmative Action (unübersetzbar) eingeführt. Sie umfasst alle Massnahmen zur Korrigierung gegenwärtiger und Kompensation vergangener Diskriminierung (Quotenregeln in öffentlicher Verwaltung, Bevorzugung von Minderheiten an Unis, bei Vergabe von Aufträgen...
Typische US-StadtSie ist jung, wächst schnell, man baue, so hoch man kann (Städtebau ist Privatsache, Ausnahme Washington), alles verläuft rechteckig, man hat ausserhalb der grössten Zentren viel Platz, öffentlichen Verkehr gibt es fast gar nicht.
Verslumung ganzer InnenstadtquartiereViele Leute verlassen ihre Städte wegen hoher Kriminalitätsraten è wer zuzieht ist entweder verrückt, oder auch kriminell...
ChicagoLiegt am Michigan-See, damit an der St. Lorenz - Wasserstrasse, hat Kohle, Erz (è Schwerindustrie), fruchtbares Land, Schlachthöfe.
WashingtonMachtzentrum der USA, District of Columbia: Stadtstaat, hier Städtebau keinesfalls Privatsache: kein Haus darf höher sein als das Capitol.
New YorkGrosser Hafen, Industriestadt, Wall Street, World Trade Center è Riesen Finanzplatz.
Los AngelesFilmindustrie: Wegen passender Landschaft und gutem Wetter. Sommersmog: Kessellage, sommers im Hochdruckgürtel è fehlende Luftzirkulation. Ausserdem kaum ÖV, nur Privatverkehr è SMOG Vergleich: London: Dort Smog im Winter wegen Inversionslage, Nebel, Kohleverbrennung.

Lateinamerika

Schnelles Wachstum der Metropolen LateinamerikasStändiger Zulauf in den Armensiedlungen am Stadtrand wegen schlechter Lebensbedingungen der Landbevölkerung.
FavelasArmensiedlungen am Stadtrand
Panamakanal (Fertigstellung 1914)
  • Bauschwierigkeiten: Höhenunterschied von 26 m (è 3 Schleusen), Gatun-See: Riesensee, der gestaut werden musste, Tropenkrankheiten (Cholera, Typhus, Gelbfieber) rafften Arbeiter dahin è Planung und Bau gingen 35 Jahre.
  • Vorteile der Panama-Route: Viel kürzer (NY nach San Francisco: 5262 statt 13135 Seemeilen).
  • Güterströme: Getreide, Kohle, Chemie, Öl von E nach W; Öl, Eisen, Metall, Konserven, Kühlgeräte, Holz von W nach E.
BrasilienSchwellenland, im NE besonders rückständig wegen Grossgrundbesitz und Trocken-/Dornsavanne.
Kaffee in Brasilien
  • Angebaut v.a. in Gegend von São Paulo (E-SE).
  • Immergrüner, tropischer Baum, blüht und fruchtet immer, wächst auf 1200 m am besten, bei 18° C-22° C, die Frucht ist kirschenartig.
  • Der Kaffee unterliegt extremen Preisschwankungen, weil Produkt wetterabhängig und weil man gerade in Brasilien zu weit in den Süden anbaut è immer wieder Missernten wegen Frost, auf die andere hoffen è Spekulation.
  • Auf Preisstürze reagiert man erst mal mit Lagerung (geht bis 5 Jahre), sonst mit Vernichtung.
Tropische Anden
  • Nazca-Platte schiebt sich unter Südamerikanische Platte
  • Erzreichtum der Anden: vgl. Alpen: bei Verkeilung und Aufschmelzen kommt Erz vom Brasilianischen Schild hoch (Au, Ag, Sn, Cu, S, Bims, Smaragde).
Einige Begriffe
  • Costa: Westküste
  • Sierra: Hochebene
  • Oriente/Montaña: Flach abfallendes Gebiet im Osten der Anden.
  • Tierra Caliente: Heisse Zone, 0-1000 m, Regenwald, Kakao, Zuckerrohr, Reis, Baumwolle, Tabak, Bananen, Maniok, Mais.
  • Tierra Templada: Gemässigte Zone, 1000-2000 m, Bergwald, Kaffee, Zuckerrohr, Mais, Baumwolle, Tabak, Bananen, Maniok.
  • Tierra Fría: Kühle Zone, 2000-3000 m, Grasflur, Früchte, Weizen, Kartoffeln, Gerste, indianische Kulturpflanzen.
  • Tierra Helada: Kalte Zone, 3000-4000 m, Páramo, Lamas, Schafe, Gerste, indianische Kulturpflanzen.
Bedeutung des Kokains für Boliviens LandbevölkerungKokainanbau ist oft die einzige Möglichkeit, seine Kinder zu ernähren.
Rinderhaltung in Südamerikas Tropengebieten (nicht aber in Afrikas)In Afrika überträgt die Tse-Tse Fliege (biologisch gesehen eine Mücke) Trypanosoma, den Erreger der Schlafkrankheit.
Quito (Ecuador)0°, 2800 m.ü.M., in den Anden, tropisches Hochlandklima AC Niederschläge Dez/Jan/Feb (wegen innertrop. NW-Winde), Spitzen im April und Oktober (Zusammentreffen der ITCs), Jun/Jul/Aug praktisch nichts, wegen SE-Passat (ablandig, kontinental).
Die PampaRiesige, baumlose Ebene in Zentralargentinien, ist vergleichbar mit Steppe (Asien), Prärie (USA), im Osten noch recht feucht, sehr fruchtbar, insgesamt aber recht bis sehr trocken, v.a. als Weideland für Rinder, Pferde und Schafe geeignet (Regenschatten der Anden).
Hauptexportprodukt ArgentiniensRindfleisch und Lederwaren
Gefrierschiffe und Argentiniens WirtschaftSie ermöglichen Rindfleischexport in alle Welt.
Zwei Zuflüsse des Amazonas
  • Der Amazonas (6500 km lang) durchzieht das Amazonasbecken. Zuflüsse:
  • Rio Negro (von NW)
  • Purus (von SW)

Russische Föderation

Zwei eisfreie Ozeanhäfen Russlands
  • Wladiwostok ist südlich genug.
  • Murmansk wird vom Golfstrom erreicht (!).
Sibirien
  • Sibirien ist, verglichen mit Russlands westlichen Gebieten riesig, fast bevölkerungsleer und reich an Bodenschätzen: Erdöl, Erdgas, Kohle, Eisen Uran, Gold, Platin, Diamanten.
  • Das Problem bei der Nutzung dieser Schätze ist die Verkehrsanbindung (Permafrost-Matsch) und die Distanz zwischen Produzent und Konsument.
  • Sibirien verfügt aber auch über grosse natürliche Reichtümer wie wertvolle Pelztiere, der Natur ist jedoch v.a. zur Zeit der UdSSR fürchterlich übel mitgespielt worden.
Transsibirische Eisenbahn
  • Länge: 9400 km, von Moskau bis Wladiwostok.
  • Sie wurde gebaut zwecks besserer Kontrolle, Rohstofferschliessung, Verkehrsanbindung (Pazifik, Grenzsicherung gegen China).
  • Bauzeit: 1891-1913 (Zarenzeit)
  • Hauptproblem beim Bau: Permafrost, Kälte, Mücken, Morastboden.
  • BAM: Baikal-Amur-Magistrale: 1984 in Betrieb genommen, nördlich der Transsib vom Baikalsee bis zum Pazifik.
Verkehrsmittel
  • Westrussland: Bahn, Automobil
  • Südsibirien: Flugzeug, Schiff
  • Nordsibirien: Eisenbahn, (Flugzeug, Motorschlitten).
Alljährliche Überschwemmungen in den Flussebenen Nordsibiriens
  • Die Flüsse verlaufen von S nach N, Eis im N staut Wasser aus dem S.
  • Ausserdem sind Tiefländer immer überschwemmungsgefährdet, v.a. bei Schmelzwasser.
Landwirtschaft Russlands
  • Möglich nur im Westen, v.a. im Dreieck St. Petersburg, Odessa, Nowosibirsk, dort v.a. im Schwarzerdegürtel in der Südhälfte (Odessa-Nowosibirsk). Ausserdem mediterraner Anbau entlang des Schwarzen Meeres.
  • Natürliche Barrieren der Landwirtschaft: Norden: Kältegrenze/Sümpfe/Saure Böden (Podsol: verrottende Tannennadeln); Osten: Frost, Podsol; Süden: Trockenheit/Landesgrenze.
AralseeIst ein Endsee (nur Zuflüsse), geht zurück, Seespiegel sinkt, versalzt. Grund: Zuviel Wasserentnahme weiter oben an den Flüssen (für Bewässerung von Baumwolle in aridem Klima).

China

LössV.a. im Nordwestchinesischen Tafelland wird Löss von winterlichen NW-Winden aus der Wüste Gobi angeschleppt und dann vom Huang-He ins Nordchinesische Tiefland verfrachtet. Der Windlöss ist aber poröser und nährstoffreicher als dieser Schwemmlöss. Der Löss ist für die ausserordentliche Fruchtbarkeit Nordchinas verantwortlich.
KegelkarstFindet man in Südchina. Es handelt sich um tropischen Karst, der wegen grosser Feuchtigkeit, hoher Temperaturen, Staunässe im Boden (zuviel Wasser) und dem Fehlen von Frostsprengung nicht Dolinen und Poljen schafft, sondern Kalk-Kegel stehen lässt.
Huang-HoGelber Fluss, bringt Löss aus dem Nordwestchinesisch Tafelland ins Nordchinesische Tiefland, ist also für die Landwirtschaft unabdingbar. Gleichzeitig ist er ein wahrer Fluch ("Kummer Chinas" ), weil er regelmässig verheerende Überschwemmungskatastrophen hervorruft. Um seine Schwemmfracht etwas in Grenzen zu halten versucht man u.a. Terrassen und Wiederaufforstung im NW.
Huang-Ho und Jangtsekiang
  • Der Yangtse gehört mit 6300 km Länge zu den vier Flüssen über 6000 km weltweit (Nil, Amazonas, Mississippi/Missouri, Yangtse). Er führt gewaltige Wassermengen ins Chinesische Meer und ist 1000 km weit mit Meerschiffen befahrbar (bis Wuhan, mit kleineren bis ins Rote Becken) è Hauptverkehrsader Chinas. Mit dem Dreischluchten-Projekt will man ihn nun in grossem Masse für die Energiegewinnung einsetzen.
  • Der Huang-He führt nur ca. 5% so viel Wasser, ist weniger lang und seiner enormen Schwemmfracht wegen kaum schiffbar. Seine Hauptbedeutung liegt im Löss-Antransport für die Landwirtschaft (und in seiner Überschwemmungstätigkeit).
Nord- und Südchina
  • Nordchina: Nordchinesische Tiefebene (Aufschüttungsebene des Huang-He), Nordwestchinesisches Tafelland (Lössbergland), Halbinsel Shadong (alter Gebirgshorst), Mandschurei (altes Gebirgsland). Kontinentales Klima, kalte Winter, warme Sommer, eher trocken mit starken Niederschlagsschwankungen. Im Westen Wüsten und Steppen, im Osten Nadelwald. Weizenanbau und Ackerland (Löss!).
  • Qinlinggebirge als Grenze zwischen Nord- und Süd.
  • Südchina: Bruchschollengebirge, flachere Becken (z.B. Rotes Becken) und Schwemmland- und Küstenebenen sind Siedlungsschwerpunkte. Braun- und v.a. Roterde (subtropisches Klima). Im Sommer warm, im Winter mild, ozeanisch-tropischer Einfluss. Im Osten Monsuneinfluss (nicht so stark). Im Westen Gebirgsvegetation, im Osten subtropische Monsunwälder (insgesamt waldarm wegen Rodung). Reisanbau (Küstengebiete), Schwerindustrie.
Sozialistische Marktwirtschaft1949: Enteignung von Grundeigentümern, Bauern und Fabrikbesitzern. 1978: Sozialistische Marktwirtschaft, weil zentrale Planung die Weiterentwicklung hemmt:
  • Zentrale Planungsstellen haben keinen direkten Einfluss mehr.
  • Unternehmensführer haben mehr Eigenverantwortung als vorher.
  • Löhne können flexibler gestaltet werden.
  • Sonderwirtschaftszonen mit Steuervergünstigungen zur Erprobung des freien Markts.
  • Öffnung der Küstenzonen für ausländische Investoren (dürfen sich nur an chinesischen Projekten beteiligen, keine eigenen machen).
  • Eigentum und selbständige Erwerbsarbeit sind zugelassen.
  • Bevorzugung der Schwerindustrie wird aufgehoben.
  • Ausbau von Infrastruktur und Dienstleistungsbereich.
  • Einparteiensystem bleibt bestehen.
BevölkerungsverteilungDie Bevölkerung konzentriert sich auf die Küstengebiete SE-Chinas, v.a. wegen des Handels (Klima nicht zu vergessen).
Bevölkerungspolitik
  • Altes China: Kinder = Glück.
  • 1949: Kommunistisches China: Viel Bevölkerung macht China stark.
  • 1957: Schwangerschaftsabbruch legalisiert.
  • 1960er: Massenarbeitslosigkeit, Hungersnöte, Wirtschaftskrise.
  • 1970er: Familienplanung, Geburtenkontrolle: 2-Kind-Familie, Heiratsmindestalter.
  • 1979: 1-Kind-Familie (Bestrafung/Benachteiligung bei mehr Kindern).
Hongkong1997 nach 99 Jahren Pacht von GB an VR China zurückgegeben, ohne grössere Turbulenzen. Welthandelsplatz und Geschäftszentrum. 24'000 E/km2!!!
China und Tibet
  • Tibet lebte zurückgezogen vom Yak (zottiges Hochlandrind).
  • Neben Tibetern leben viele Han-Chinesen v.a. in den Städten (Lhasa).
  • 1950: Kommunistische Truppen marschieren ins unabhängige Reich Tibet, verstehen ihre Besetzung als Befreiung von feudalen, mittelalterlichen Strukturen, von Leibeigenschaft, Unterdrückung durch die Klöster, vom Buddhismus. Besonders fürchten sie den Einfluss der Klöster è harte Verfolgung.
  • 1959: Der Dalai-Lama flieht nach Indien, kämpft mit friedlichen Mitteln aus dem Exil.
  • China verdrängt die tibetanische Sprache (neue Ortsnamen chinesisch, Fernsehen chinesisch, Schulen chinesisch) und damit die tibetanische Kultur: Kultureller Genozid. Ausserdem überschwemmt man Tibet mit Chinesen, macht die Tibetaner zu einer Minderheit.
  • Begründung: Unzureichend, z.T. historisch, ausserdem bringt man ja nur den Fortschritt.

Indien / Bangladesh

Buddhismus
  • Vor 2500 Jahren durch Siddharta Gautama begründet
  • Heute 450 Mio. Anhänger
  • Kein Schöpfergott, alles Ursache und Wirkung (atheistisch), viele Geister
  • Man bestimmt durch jetziges Verhalten die Art seiner Wiedergeburt
  • Aus dem Rad der Wiedergeburt steigt der Buddha (Erleuchtete) aus ins Nirwana (ewiges Glück)
  • Man suche stets den Mittelweg.
Hinduismus
  • Auf Indischen Subkontinent beschränkt, 700 Mio. Anhänger
  • Kein Religionsgründer, besteht seit 1. Jh. n. Chr.
  • Keine abgeschlossene Lehre, wird weiterentwickelt.
  • Tausende verschiedener Gottheiten. V.a.: Brahma (Weltschöpfer), Vishnu (Welterhalter), Shiva (Weltzerstörer), als Erscheinungsformen desselben Gottes.
  • Götter sind direkt in Bildern und Statuen verkörpert.
  • Zeit als zyklische wiederkehrende Zeitalter (Symbol: Rad).
  • Ziel: Erlangung der Reinheit (durch Yoga z.B.).
  • Seelenwanderung (man kann sogar als Tier wiedergeboren werden).
  • Kastenwesen: Gesellschaftlicher Ausdruck des Glaubens ans Karma (Wirkungskette: man hat selbst verursacht, was man ist).
  • Neben Göttern werden auch gewisse Tiere, insbesondere Kühe, verehrt.
Kastenwesen
  1. Brahmanen: Priester, Lehrer.
  2. Krieger.
  3. Kaufleute.
  4. Diener.
  5. Dalit: Kastenlose / Unberührbare / Unreine.
Auswirkungen auf Indiens WirtschaftDie Mehrheit hat überhaupt nie eine Aufstiegschance, alles streng hierarchisch gegliedert è Konstruktive Zusammenarbeit ist nicht möglich (Kastenkrieg), Behinderung von Innovationen.
Grüne RevolutionSeit den 1970ern:
  • Höhere Produktion dank neugezüchteter Hochertragssorten
  • Bessere Ernährungsmöglichkeiten
  • Zuviel Wasser wird angezapft, viel teurer Dünger benötigt
  • Grossbetriebe und Grossgrundbesitzer werden letztlich (teure Investitionen) bevorzugt, den Armen geht's nicht besser.
  • Ausnahme: Kerala: An der Südspitze Indiens, einer der 25 Teilstaaten.
Kerala
  • Hier haben wegen Demokratischen Wahlen alle wichtigen Parteien Regierungsverantwortung
  • Grundbesitzer, die ihr Land nicht selbst bewirtschaften wurden enteignet
  • Landwirtschaftskredite wurden staatlich erleichtert
  • Wohnstätten wurden ihren Bewohnern übergeben
  • Staatsausgaben für Schule und Gesundheit wurden erhöht (v.a. für Mädchen)
  • Staatlich festgesetzte Preise für Landwirtschaftsprodukte.
  • Mindestlohn (der höchste in ganz Indien).
Probleme mit BaumwolleDie Reinigung der Naturbaumwolle ist die reinste Pestizidschlacht. Sie wird per Staubsauger geerntet und damit die Blätter nicht mitkommen muss man eben vorher entlauben (mit viel Gift)...
Anbau von BaumwolleBaumwolle wächst unter tropischen- und subtropischen Bedingungen, bei 19° C-25° C und reichlich Feuchtigkeit. Regen zur Erntezeit verdirbt die Ernte, natürlicher Nährstoffreichtum des Bodens (Vulkanisch oder durch Löss) ist von grossem Vorteil. Hauptproduzenten: China, USA, Indien.
Bangladesh
  • Liegt im Delta von Ganges, Brahmaputra und Meghna.
  • Eine der fruchtbarsten Regionen der Welt, liegt aber sehr tief.
  • Bei Monsun und Schneeschmelze im Himalaya liegt 30% unter Wasser.
  • Es kommt bei starkem Monsun zu katastrophenartigen Schichtfluten, die bis zu 80% des Landes überschwemmen.
  • Alljährliche Flussüberschwemmungen bringen bis 2 Mrd. Tonnen Naturdünger, aber auch viel Arbeit.
  • Man lebt von Fischerei und Reisanbau.
  • Hochwasserkatastrophen sind häufig: Dämme kann man sich nicht leisten, man ist auf Düngewirkung der Flüsse angewiesen, Fischerei braucht man auch (800 E/km2).
Voraussetzungen für ReisanbauAm besten tropische und subtropische Gebiete mit wechselfeuchtem Klima auf vulkanischer Erde und bei genügend Wasser.
Reisarten
  • Nassreis: Muss überflutet sein (Fluss / künstliche Terrasse).
  • Trockenreis: Braucht keine Überflutung, aber viel Wasser.
Anbaugebiete in Indien / Bangladesh
  • Reis: An den Küsten, wegen des Monsuns (Winter: NE, Sommer: SW), sowie im Ganges Delta è braucht viel Wasser.
  • Hirse: Weiter im Landesinneren in Trockengebieten è braucht wenig Wasser.
Reis als Welthandelsprodukt
  • Reis ist das bedeutendste Nahrungsmittel überhaupt, kann als Futtermittel eingesetzt werden und ist für den Menschen das verdaulichste Getreide überhaupt. Trotzdem ist es als Welthandelsprodukt kaum von Bedeutung:
  • Reis wird v.a. dort gegessen, wo er angebaut wird. Europa wird beliefert durch Kulturen in der Po-Ebene und in den USA.
Reisanbau
  • Keimaufzucht auf kleinem Feld.
  • Setzen auf Felder (unter Wasser) als Stecklinge è Sehr aufwendig.
  • Erst zum Ernten werden die Felder trockengelegt.
  • Danach wir Reis gemahlen, damit er schön weiss wird, anschliessend wird er wieder künstlich vitaminisiert.
Hauptproblem der Landwirtschaft in IndienMan ist auf den Monsun angewiesen; der aber ist sehr unzuverlässig bezüglich Zeit und Menge...

Südostasien

TigerstaatenUrsprünglich Entwicklungsländer, die seit längerer Zeit eine wirtschaftliche Aufholjagd von immensem Tempo begonnen haben. Japan diente dabei als Vorbild (Öffnung ab 1898): Südkorea, Taiwan, Hongkong, Singapur (sind konfuzianistisch!).
DrachenstaatenUrsprünglich Entwicklungsländer, die seit kurzer Zeit eine wirtschaftliche Aufholjagd von immensem Tempo begonnen haben: Thailand, Vietnam, Malaysia, Indonesien
Wirtschaftlicher Kollaps der Tigerstaaten Ende der 90erLiberalisierung des Marktes è ausländische Investoren è viel Geld, das man gewinnbringend einsetzen wollte è v.a. Spekulation und Baugewerbe è 1996 viel zu viele Wohnungen, die leer stehen è ausländische Investoren ziehen sich zurück è Aktien sinken um bis zu 75%!
MegalopolisAusgedehnte Stadtlandschaft mehrerer aneinander gereihter Grossstädte, auf die sich ein grosser Teil der Verkehrsströme eines Landes konzentrieren. Bsp.: Washington-Philadelphia-New York-Boston; London-Louis-Manchester-Liverpool-Birmingham; Tokio-Nagoya-Osaka.
Wachstum japanischer Städte ins Meer hinausGenerell steht in Japan nur ein kleiner Küstenstreifen zur Verfügung, dann geht es recht schnell recht steil ins Hinterland hoch.
Verkehrsprobleme in TokioBevölkerungsdichte von 13770 E/km2, wegen horrender Bodenpreise wohnen viele z.T. mehrere Stunden ausserhalb und müssen in die Stadt zur Arbeit è wohin mit den Strassen è U-Bahn, unterirdische Schnellstrasse unterquert die Bucht. Weiteres Problem: Smogglocke, die nur der Taifun im Herbst einige Tage wegblasen kann.
Plattentektonische Vorgänge, die zur Bildung der Japanischen Inseln geführt habenDie Japanischen Inseln liegen auf einer Naht, wo die Philippinische, die Chinesische und die Pazifische Platte aufeinander treffen. Es handelt sich um eine destruktive Plattengrenze è Hebung.
Japanische VulkaneDas Material der Chinesischen Platte ist sauer, zähflüssig è steile Kegel-/Stratovulkane (Fujiama). Ausserdem ist viel Wasser enthalten (Meerwasser) è explosiver Vulkanismus.
Ein TsunamiEine Flutwelle, ausgelöst durch ein Seebeben.
Breitenlage Japans, vergleich mit europäischem Land gleicher LageJapan liegt bei 31°-45°N, also ähnlich wie Spanien. Japan (Cw/Cf) hat aber Monsunklima: Sommers SE-Monsun (Regen), winters NW-Monsun (kontinental, kalt), dies im Zusammenhang mit der Verschiebung der Windgürtel und der riesigen Landmasse Asiens. Spanien dagegen (Cs) ist sommers trocken, winters feucht, ausserdem sehr warm wegen des Golfstroms.
Hauptprodukt der japanischen LandwirtschaftReis.
Hauptprodukt der indonesischen LandwirtschaftReis.
Bevölkerungsverteilung IndonesiensDie Bevölkerung ist stark auf Java konzentriert, weil dort der Boden viel fruchtbarer ist als auf den anderen Inseln: Man findet v.a. ausgeschwemmte Roterde-Böden, Java aber hat Vulkanismus è Fruchtbare Asche. Ausserdem liegt Java als Handelsstützpunkt günstig und ist schon seit Urzeiten ein Machtzentrum. è Transmigrasi: Regierungsprojekt, das Leute nach Borneo (Kalimantan) umsiedelt; viele kehren schlechter Böden und Vorbereitung wegen aber bald wieder zurück...

Australien

BodenschätzeGold, Silber, Diamanten, Kohle, Eisenerz, Bauxit, Buntmetallerze
Spezielle Pflanzen und TiereEukalyptus, Beuteltiere, Kloakentiere: vor 180 Mio. Jahren trennten sich Australien und Antarktita von den übrigen Landmassen und ihre Lebewesen machten in der Isolation eine eigene Evolution durch.
Breitenlage und Klima NeuseelandsNeuseeland liegt zwischen 35° und 46° Süd. Im Norden hat es Cs-Klima (MM), ansonsten v.a. Cf (wie bei uns).
AtollViele Pazifikinseln sind Atolle. Entstehung: Vulkaninsel, die langsam versinkt, Saumriff (Korallen) è Wallriff, Insel sinkt weiter è Atoll: von der Insel ist nichts mehr zu sehen, man hat einen Korallenring und eine Lagune in der Mitte.

Arabisch-Islamische Welt

Fruchtbarer HalbmondFruchtbarer Gürtel im sonst ariden Gebiet, lokalisiert um Mesopotamien bis ins Jordantal. Grund für Fruchtbarkeit: Genügende Bewässerung durch Jordan, Euphrat und Tigris (solange die Türken ihren Ilisu-Damm noch nicht haben).
Die fünf Pfeiler des Islam
  1. Bekenntnis: Es gibt keinen Gott ausser Gott und Mohammed ist sein Prophet
  2. 5 x täglich Gebet.
  3. Fasten im Monat Ramadan
  4. Zakat-Steuer (eigentlich: Almosenpflicht)
  5. Pilgerfahrt einmal im Leben, sofern gesundheitlich und finanziell möglich.
Oasen
  • Typen: Foggara-Oase, Flussoase, Quelloase, Grundwasseroase
  • Anbau: Datteln, Feigen, Gemüse, Obst, Zitrusfrüchte, Mandeln, Oliven, Kartoffeln, Gerste.
  • Oasen werden be- und entwässert, denn würde man das zugeführte Wasser einfach verdunsten lassen, würde die Oase innert kürzester Zeit versalzen.
Untergang der Nomadenkultur
  • Politik (Landesgrenzen, Sesshaft-Machen, Kriege)
  • Kultur (Schule, Fernsehen)
  • Wirtschaft (Strassen, Flugzeug, Land-Rover)
Die grössten Erdöl-Förderländer der arabisch-islamischen Welt
  1. Saudi-Arabien
  2. Iran
  3. Irak
  4. Kuwait
  5. Algerien
Erdöl
  • Entstehung: Planktonreiche Schelfgebiete è viel organisches Material è Rasche Sedimentation (Überdeckung) è Luftabschluss, Druck, Temperatur (è Fäulnis).
  • Anreicherung: Poröses Speichergestein (Sandstein, Kalk), undurchlässige Grenzschicht (Ton, Salz) è Erdölfalle: Antiklinalfalle, Salzstock (hebt sich und Erdöl mit), Diskordanz (verschieden verlaufende Schichten stossen aufeinander).
  • Suche (Prospektion): Natürliche Austritte, Seismik (künstliche Erdbebenwellen und ihre Spiegelung im Boden).
  • Bohrung: Rotationsbohrer, "Christbaum" zum Anzapfen, Wasser wird oft heruntergepumpt, damit Öl hochkommt.
Jordantal
  • Depressionsgebiet: Tektonischer Graben (-bruch), im Zusammenhang mit dem ostafrikanischen Graben, entstanden im Tertiär.
  • Jordan: Stromquelle im Libanon è See Genezareth (212 m.u.M.) è Totes Meer (403 m.u.M., sinkt ständig (Verdunstung), Salzgehalt: 28-30%, Endsee).
  • Eine Platte ist dabei, auseinander zu brechen (è konstruktive Plattengrenze).
  • Ähnliche Situationen: Kaspische Senke (-25m, Kaspisches Meer), Turkan-Senke (Aralsee), hier aber keine Plattengrenzen.
KibbuzKollektives landwirtschaftliches Grossgut ohne Privatbesitz mit einheitlich geleiteter Bewirtschaftung. Ackerbau und Viehzucht. Die Kibbuzim dienten (Israel der Gründergeneration) v.a. der Erschliessung der Wüste und der Entwicklung des Ödlandes.

Afrika südlich der Sahara

Massentourismus in KeniaKenia geniesst hohe Beliebtheit bei Touristen wegen Safaris, der Wiege der Menschheit beim Turkanasee, des Ostafrikanischen Grabenbruchs (Rift Valley), des Mt. Kenia, vieler Nationalparks, des Kilimandscharo, der Lodges, etc. Die Schattenseite: Eine alte Kultur wird von der westlich-amerikanischen überrollt und geht Gefahr, vollständig unterzugehen. Jugendliche "brauchen" plötzlich Prestigeobjekte, die sie sich nur über Prostitution, Bettelei und Kriminalität beschaffen können. Aggressive Gefühle gegen die Fremden, auf die man doch angewiesen ist, nehmen zu und die Natur wird eindeutig überfordert.
ApartheidRassentrennungspolitik, aufrechterhalten durch getrennte öffentliche Einrichtungen etc. (abgeschafft seit 1994).
Nil
  • Mit 6670 km Länge der längste Fluss der Welt.
  • Im Unterlauf ein Fremdlingsfluss: bringt Wasser in arides Gebiet, hat keine Zuflüsse mehr.
  • Weisser Nil: kommt vom Äquator è ITC è ständig Wasser, wenig Schwankungen. Der Viktoriasee dient zudem dem Pegelausgleich, ebenso die Sudan-Sümpfe (Schwamm-Wirkung).
  • Blauer Nil: kommt aus dem Hochland von Abessinien è Aw è Trockenzeit / Regenzeit è starke Pegelschwankungen, Hochwasser im Herbst, bringt fruchtbaren Nilschlamm, der im Assuan-See landet...
Assuan-Staudamm: (1960-1971)Staut den Nil è derzeit grösster Stausee: 500 km Länge, dient der Stromgewinnung, dem Pegelausgleich è Vorteil für Schifffahrt und Industrie, Nachteil für Landwirtschaft: viel weniger Nilschlamm, Nildelta wird nicht mehr akkumuliert sondern erodiert, Salzwasser dringt in fruchtbare Gebiete ein etc.