Allgemeines
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Geomorphologie | Griechisch: Morphos = Gestalt è Formenkunde / Gestaltkunde der Erdoberfläche.
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Erosion und Verwitterung | - Verwitterung: Zersetzung eines Gesteins.
- Erosion: Zersetzung und Abtransport eines Gesteins.
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Küstenformen | - Schärenküste: Buckelige Felsinseln vor der Küste, Ertrunkene Rundhöcker, Bottnischer Meerbusen (Schweden, Finnland).
- Fjordküste: Steilwandige Buchten weit ins Landesinnere, Ertrunkene U-Täler: Norwegen, Alaska, Grönland, Chile.
- Riasküste: viele, schmale, weitverzweigte Buchten, Im Meer ertrunkene V-Täler, NW-Spanien, Bretagne, Südengland.
- Ästuarküste: Trichterartige Flussmündung, durch Gezeiten ausgeräumtes Flussgeschiebe, Elbe-, Themse-, Amazonas-, Loire-, Seine-Mündung.
- Nehrungs- / Haffküste: Langgezogene Sandbänke (Nehrungen, Lidi) beginnen Buchten (Haffe, Lagunen) abzuschliessen, durch Meeresströmungen, Polen (Danziger Haff, Ostsee), Italien (Venedig, Adria), franz. Mittelmeerküste (Etangs).
- Ausgleichsküste: geradliniger Küstenverlauf, flache Küste, durch Strömung/Wind werden Buchten mit Sand gefüllt, Vorsprünge abgeschliffen, Italienische Adria, Ostseeküste, franz. Mittelmeer.
- Deltaküste: flache, halbinselartige Anschwemmung, ins Meer verfrachtetes Flussgeschiebe, Po-Delta (I), Rhonedelta (F), Nildelta (Aeg), Mississippi-Delta (USA).
- Wattenküste: flache Küste, bei Hochwasser überflutet, bei Niedrigwasser trocken, durch Gezeitenbewegung, Niederlande, Dt. Nordseeküste.
- Falaiseküste: Steiler Küstenabbruch (Klippen), Tektonischer Bruch und durch Erosion von Schichtstufen, Küste des Ärmelkanals (F, GB).
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Wasser
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Illgraben (VS) | Erosionstrichter: Im Anreissgebiet stürzt Verwitterungsschutt in die Runsen des Sammeltrichters (v.a. bei Schneeschmelze, Gewitter), das Material wird vom Wasser durch die Abflussrinne auf den Schwemmkegel (Pfynwald) transportiert und akkumuliert.
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Talformen und ihre Entstehung | Grundsätzlich schaffen Flüsse V-Täler und Runsen (V-Tälchen an Hängen, die nur sporadisch Wasser führen). Je nach Gefälle, Wassermenge, Untergrund entstehen verschiedene Ausprägungen: - Schlucht / Tobel / Canyon: Oberlauf, viel Gefälle, viel Wasser, viel Geschiebe è viel Tiefenerosion + hartes Gestein = stabile, steile Seitenwände: Via Mala (Hinterrhein), Schöllenen (Reuss), Aareschlucht.
- Klamm: Sehr Enge Schlucht mit senkrechten Wänden.
- Sohlental: Tal mit breiten Talboden, Seiten- und Tiefenerosion (Mittellauf): Alle grösseren Flüsse im Mittellauf (z.B. Rhein).
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V-Täler in der Schweiz | Z.B. im Napfgebiet & ZH-Oberland (weil in der letzten Eiszeit nicht glazial überprägt).
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Flussmäander | - Typische Kurvenform im Mittellauf vieler Flüsse.
- Wenig Gefälle, Erosion Tiefe und Seite gleich, Erosion und Akkumulation gleich è Sohlental.
- Prallhang und Gleithang.
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Flussabschnitte, dazugehörige Merkmale und Landschaftsformen | - Oberlauf: Viel Gefälle; viel Erosion, wenig Akkumulation; v.a. Tiefenerosion; V-Tal (Schlucht, Klamm); Murgänge (Schuttlawine).
- Mittellauf: Wenig Gefälle; gleichviel Erosion wie Akkumulation; Tiefen- und Seitenerosion; Sohlental; Mäander.
- Unterlauf: Sehr wenig Gefälle; viel Akkumulation, wenig Erosion; wenn, dann Seitenerosion; Aufschüttungsebene, Schotterdecken; Deltabildung im Mündungsgebiet.
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Aarekorrektur | - Heute: Seeland: Senke am Jurafuss und 3 Juraseen (Neuenburger-, Bieler-, Murtensee).
- Rhonegletscher hat alles vertieft, bei Solothurn: Endmoräne, staute Gewässer nach letzter Eiszeit zum Solothurnsee.
- Zuflüsse schütteten Teile zu è Neuenburger-, Bieler- und Murtensee, sowie Sumpfland in der Umgebung.
- Besiedlung vor 6'000 Jahren.
- Überschwemmungen durch Verwilderung der Aare und Schuttablagerungen (Emme im Bielersee), die den Abfluss erschweren è Überflutete Siedlungen und Krankheiten.
- 1. Juragewässerkorrektion (1. JGK, 1868-1878):
- Umleitung der Aare
- Laufverkürzung durch Streckung, Kanalisierung, Vertiefung der Broye, Zihl und Aare
- Absenkung aller drei Seespiegel um 2.5m è Absenkung des Grundwasserspiegels
- Dadurch taucht neues Land auf, das drainiert (Wasser zu den nun tiefer liegenden Seen abgeleitet) wird. Durch Wasserentzug senkte sich der Boden aber langsam weiter è Neue Hochwasserprobleme.
- 2. JGK (1962-1973):
- Absenkung der Seespiegel um 1m
- Verbesserter Wasseraustausch zwischen den Seen
- Verminderung der Seespiegelschwankungen
- Verbreiterung und Vertiefung der Kanäle
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Rhonekorrektur | Im letzten Drittel des 19. Jh.; bis dahin fing erst der Genfersee die auch heute noch periodisch auftretenden Hochwasser auf (Überschwemmung von Brig im Herbst 1993 und im Okt. 2000 im Unterwallis).
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Klus: Entstehung und wirtschaftliche Bedeutung | - Antezedenz: Der Fluss war vor dem Hügelzug, hat sich einen Weg durch das langsam sich hebende Gebirge gefressen.
- Rückwärtserosion: Der Fluss frass sich eine Halbklus vom Gipfel der bestehenden Bergkette her, ev. konnte er sich durchfressen und einen Nachbarfluss anzapfen.
- Bedeutung: Natürlicher Durchbruch durch eine Gebirgskette è günstige Verkehrslage.
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Entstehung des Napf (1408m) | - Delta-Aufschüttung der Ur-Aare (Oligo- und Miozän: 36-5 Mio. Jahre) è Nagelfluh.
- Während der letzten Eiszeit unvergletschert è rein fluvial geprägt.
- Häufige Niederschläge, stark zertalt è Graswirtschaft und Streusiedlungen.
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Gletscher
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Eiszeitliche Gletscher der Schweiz | Aare-, Reuss-, Rhone-, Rhein-, Linthgletscher
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Glaziale Formen | - Nährgebiet
- Zehrgebiet
- Gleichgewichtslinie (ca. Schneegrenze)
- Seitenmoräne
- Mittelmoräne
- Firnfeld (Gletscherfirn)
- Gletscherabbruch
- Gletscherzunge
- Querspalte
- Längsspalte
- Randspalte (seitlich)
- Radialspalte (vorne)
- Gletschertor
- Gletscherbach (Gletschermilch)
- Gletschervorfeld (Schotterfeld)
- Nunatacker (Gesteins-Insel in Inuit-Sprache)
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Formen glazialer Prägung | - Gletscher machen aus V-Tälern U- oder Trogtäler. Formen:
- Trogschulter (geht oft als Bergsturz postglazial zu Tal: Flimser Bergsturz (Vorderrhein), Pfynwald-Bergsturz (Rhonetal))
- Trogwand
- Schliffgrenze
- Karsee (durch Kargletscher: Hängegletscher)
- Zungenbeckensee
- Toteissee
- Drumlin
- Sander (fluvioglaziale Schotter, geschichtetes Material)
- Findling (Erratischer Block)
- Rundhöcker (rundgeschliffene Felsen)
- Gletschermühle
- Hängetal (einmündendes Seitental mit Stufenmündung)
- Stufenmündung (oft mit Wasserfällen: Staubbachfälle im Lauterbrunnental)
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Grimselsee-Landschaft | Oberaaregebiet (BE); zu erkennen sind: - Becken und Riegel: Gletscher kann, durch nachstossendes Eis geschoben, ein bisschen aufwärts gleiten, räumt weiches weg, lässt hartes stehen è Becken, durch Felsriegel getrennt, oft wassergefüllt
- Rundhöcker
- Trogschulter
- Trogwand
- Karsee
- Schliffgrenze
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Glaziale Serie | Charakteristische Abfolge glazial und fluvioglazial geprägter Geländeformen (Bsp. Stammheimertal): - Grundmoräne: heute oft Zungenbeckenseen, mit Grundmoränen-Material abgedichteter Boden è Feuchtlandschaften, toniger Untergrund; Anbau: Hackfrüchte, Gemüse, nach Melioration auch Ackerbau.
- Endmoräne: oft als Abschluss des Sees; hügelig, lockerer Untergrund, feucht, fruchtbar; Anbau: Wald, Weide, Gemüse, nach Melioration auch Ackerbau.
- Sander: fluvioglaziale Schotter, meist trocken, geschichtet; flacher, lockerer Untergrund; Ackerbau und Kiesabbau (+ Grundwasserspeicher).
- (Urstromtal: in der Schweiz nicht, weil hier alles so klein ist; aber in Dtl. schon.)
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Änderungen im Landschaftsbild oberhalb der Schliffgrenze | Zerklüftete Landschaftsformen v.a. wegen Frostverwitterung
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Drumlin | Langgezogenes, eiförmiges Rundhügelchen, bis zu 2 km lang, 30-100 m hoch aus Moränenmaterial (ungeschichtet), oft in Schwärmen, zu langen Zügen geordnet, zeigen Fliessrichtung des Gletschers. Entstehungstheorien: - Gletscher gräbt sich nach Hindernis etwas ein, häuft Material auf, überfliesst es.
- (Anhäufung von Schuttmaterial entlang der Längsspalten.)
(zwischen Uster und Wetzikon durch Linthgletscher, Schönenberg, Menzingen)
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Urstromtäler | - Breite Täler im Nordeuropäischen Tiefland
- Durch die Schmelzwässer der eiszeitlichen Gletscher geschaffen
- Ost-westliche Richtung (quer zur Fliessrichtung der Gletscher).
- Schmelzwässer strömten parallel zum Eisrand nach Westen, stufenweiser Rückzug der Gletscher führte zur Bildung mehrerer paralleler Urstromtäler
- Bsp.: Mittelläufe von Weser, Elbe, Oder, Weichsel.
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Rundhöckerküste | Schärenküste, z.B. im Bottnischen Meerbusen.
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Fjordküste | - Ertrunkene U-Täler
- sehr tief è gut schiffbar
- weit ins Landesinnere è Probleme bei Landverkehr (Eisenbahnlinien, Strassen)
- V.a. an Norwegens Küste.
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Entstehung der Mittellandseen | Die Mittellandseen sind Zungenbeckenseen, d.h. sie liegen dort, wo ein Gletscher ein Tal vertieft, mit Grundmoränenmaterial abgedichtet und ev. durch eine Endmoräne begrenzt hat.
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Entstehung verschiedener Seen | - Karsee: Kare sind Mulden um Hochalpengipfel, durch Kargletscher (Hängegletscher) auserodiert, später mit Wasser gefüllt.
- Zungenbeckensee: S. o.: Mittellandseen.
- Toteissee: Entsteht, wenn Gletscherteile im Grundmoränengebiet abgespalten werden und unter Schutt lange begraben liegen; wenn das Eis schliesslich schmilzt, ist der Gletscher schon weg, die Schotterdecke sinkt und die Mulde füllt sich mit Wasser (Katzensee, Nussbauerseen, grundsätzlich nur kleine Seen)
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Feuchtgebiete hinter Endmoränengebieten | Hinter Endmoränengebieten liegen Grundmoränengebiete, die durch feines Grundmoränenmaterial abgedichtet wurden è Wasser kann nicht recht versickern.
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Europa bezüglich Geomorphologie im Quartär | Eiszeiten: vor 600'000-10'000 Jahren; die Namen stammen von bayrischen Flüssen (Zuflüssen der Donau):
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Warum Eiszeiten | - Globale Abkühlung im Zusammenhang mit Klimaverschlechterung:
- Strahlungsunterschiede der Sonne: Sonnenflecken
- Häufung von Vulkanausbrüchen: Verfinsterung infolge Staubes
- Schwankungen der Erdbahn / Erdachse
- Wenn die Jahresmitteltemperaturen nur um 6° C sinken, haben wir eine Eiszeit!
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Beweise für Eiszeiten | Schotterfluren (am Unterlauf der Flüsse): - Eiszeit: Vorstoss der Gletscher è viel Wasser in Eis gebunden è Abflüsse klein, Akkumulation gross
- Zwischeneiszeit: Abschmelzen der Gletscher è viel Wasser in Flüssen è Viel Erosion in ehemaligen Schotterfluren der vergangenen Eiszeit.
usw.
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Hügelchen am Talboden im Wallis | Nacheiszeitlicher Bergsturz: Die Trogschulter stürzte ein, weil zu steil; das Material liegt wegen der Sturzgeschwindigkeit heute oft auf der Gegenseite des Tales. (Atlas s. 3)
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Folgen des nacheiszeitlichen Gletscherrückganges | - Meeresspiegel stiegen um ca. 90 m
- Küstengebiete "ertranken" (Schären, Fjorde)
- Isostatische Hebung der Skandinavischen Landmasse, nachdem das Gewicht des ca. 3km dicken Eises wegfiel (Hebung noch heute: ca. 1cm/Jahr).
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Unterschied Drumlin / Rundhöcker | Drumlin = überfahrener Schutthaufen (bis 2 km lang, 100 m hoch). Rundhöcker = abgeschliffener Fels (max. 19 m hoch, kompaktes Gestein)
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Entstehung von Gletschereis | Schneefall, Auftauen, wieder Gefrieren und zunehmender Druck neuer Schneemassen è Verdichtung zu Firnschnee, Firneis, Eis.
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Bewegungen des Gletschereises | Eisstrom gleitet auf dünnem Wasserfilm, der sich durch grossen Druck an der Gletscherunterseite bildet.
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Seitenmoränen entlange des Zürichsees | Achtung: Nur noch kleine Reste sind übrig: vereinzelt am Zimmerberg / Horgenerberg und an den Pfannenstiel angepeppt. (Albiskette, Pfannenstiel, Zürichberg sind Molasseberge!)
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Wind
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Windschliff und weitere äolische Erosionsarten | - Windschliff: Wind erodiert durch mitgeführten Sand (è Pilzfelsen, abgefressen bis 2m, Metallschutz an Telegraphenstangen in Prärie). Voraussetzungen: Trockengebiet, Winde.
- Deflation: Auswehung: Abtragung und Transport von Sand und Staub über grosse Distanzen (in Sahara, Prärien N-Amerikas, Steppen Südrusslands). Voraussetzungen: Vegetationsarme Flächen, Trockenheit, Winde, Lockermaterial è In Wüsten und Steppen, an Meeresküsten, Periglazialgebiete Europas (während der Eiszeiten unvergletschert).
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Äolische Akkumulation | - Dünenbildung: Sand und Staub wird bis 100 m zu Dünen akkumuliert, meist nicht stationär (Wanderdünen). Dünenarten: Längsdünen (einige cm hoch), Querdünen (bis 100 m hoch), Barchane (Sicheldünen, einige m hoch).
- Löss: Feiner Tonstaub, durch Wind transportiert, in geschützten Beckenlandschaften akkumuliert (ORT, ungarische Puszta, Pariser Becken, Ukraine, NE-China). Löss ist mineralreich, luftig, fruchtbar. Lössgebiete sind Kornkammern. Lössgebiete Europas entstanden in Würmeiszeit.
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Massnahmen gegen starke Erosion durch Wind und Wasser | - Mischkulturen in der Landwirtschaft (Nicht alles gleichzeitig reif è immer Wurzeln und von verschiedener Tiefe im Boden)
- Hecken und Waldstreifen zwischen den Feldern.
- Bewässerung (feuchte Erde klumpt).
- Konturpflügen (quer zur Fall-Linie).
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Karst
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Karst, allgemein | - In Kalkgebieten schafft Regenwasser besondere Formen (besonders häufig im Karst, Gebirge zwischen Triest und Ljubljana, Slowenien).
- Wasser löst dabei Kalk, Dolomit, Marmor (chemische Verwitterung): H2O + CO2 à H2CO3 ; CaCO3 (Kalk, unlöslich) + H2CO3 à Ca(HCO3)2 (Calciumhydrogencarbonat, leicht löslich)
- Der Prozess ist umkehrbar, wenn dem Wasser CO2 entzogen wird.
- Auf der Karte sieht man oft Flüsse, die aus dem Nichts auftauchen (= Stromquelle) und nach einiger Zeit wieder ins Nichts verschwinden (= Schwundloch).
- In der Schweiz: Jura, Alpennordrand (Kalkalpen)
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Karsterscheinungen und ihre Entstehung | - Karren/Schratten: Regen fliesst in Rinnsalen ab, entlang der Rinnen wird Kalk aufgelöst è Parallele Karren (Karrenfelder, in Richtung grösstes Gefälle)
- Schwundlöcher: Riesige Sickerstellen, die ganze Flüsse aufnehmen
- Karsthöhlen: Höhlensysteme, die sich das Wasser in den Kalk frisst (Höhlen von Postajna im Karst: 14 km; Hölloch SZ: 130 km, Mammoth Cave USA: 250 km)
- Karstquellen/Stromquellen: Gewaltige Quellen, wo vorher verschwundene Flüsse wieder heraustreten.
- Dolinen: Beim Einsturz von Höhlen: Trichterförmige Einsenkung mit steiler Böschung (10 m - 1 km Durchmesser, bis 300 m tief) am Grund oft fruchtbares Material: eingeschwemmte Verwitterungserde (z.T. Löss).
- Poljen: Einbruch eines ganzen Talzuges, wie Doline, aber bis 100 km2.
- Tropfsteinhöhlen: Stalaktit (von oben), Stalagmit (von unten), Sintersäule (durchgehend); wachsen bis 4 cm/Jahr durch Abgabe von CO2 beim Tropfen wird Kalk ausgefällt.
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Bodengeographie
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Bodentyp der Tundra und seine Entstehung | - Strukturböden, Frostschuttböden (Tundrengley, Permafrostböden).
- Niedrige Vegetation aus Gräsern und Sträuchern.
- Dünner humoser A-Horizont.
- Wasserüberschuss wegen Permafrost (kein Versickern) è Schlamm, Morast.
- Wechsel von Gefrieren und Auftauen è Steinringe mit Materialsortierung, aussen grob, innen fein.
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Klima und Boden bei Nadelwald | - Podsol (Grauerde, Bleicherde), Rendzina
- Borealer Nadelwald (Taiga) è Verrottung von Tannennadeln è Bodenversauerung è Auswaschung von Fe- und Mn-Ionen in die Tiefe è aschgrauer A-Horizont, rostfarbener B-Horizont è relativ unfruchtbar.
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Fruchtbarkeit und konstanter Nährstoffreichtum von Steppenböden | - Schwarzerden winterkalter Steppen sind die fruchtbarsten und leistungsfähigsten Böden überhaupt.
- Vegetation produziert milden, stickstoffreichen Humus
- Reiches Bodenleben transportiert abgestorbenes organisches Material in grosse Tiefen è A-Horizont über 1m mächtig.
- Wechsel von trockener und feuchter Jahreszeit bringt Nährstoffe in Tiefe (feucht) und wieder hoch (trocken).
- Weil keine Auswaschung fehlt B-Horizont (Verwitterungs- und Einwaschungshorizont)
- Muttergestein (C-Horizont) ist Löss
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Bodentyp im Mittelmeergebiet | - In trockeneren Bereichen und auf Kalkstandorten: Terra rossa: Dünner A-Horizont, intensiv rot gefärbter B-Horizont (trocken-heisses Klima è Wassermangel è Oxidation von Eisen).
- (In feuchten mediterranen Bereichen: Braunerde, ähnlich Braunerde der Laubwaldregionen.)
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Unfruchtbarkeit tropischer Böden | - Tropische Roterde (Rotlehm, Laterit):
- Chemische Verwitterung (infolge Feuchtigkeit) hat Gesteine des Untergrundes bis in grosse Tiefe zersetzt.
- Regengüsse haben die Böden ausgelaugt, Mineralien fortgespült.
- Es bleibt eine dünne, ausgewaschene Humusschicht (A-Horizont) und unfruchtbarer Verwitterungslehm, mehrere m dick (B-Horizont) durch verwitterungsresistente Fe- und Al-Oxide rot oder gelblich gefärbt (Bauxit!).
- Regenwald ist dennoch üppig wegen "Selbstversorgung" mit Nährstoffen: Geschlossener Kreislauf, dünne Moderschicht. Alle Nährstoffe sind in Pflanzen und werden beim Absterben direkt von anderen aufgenommen.
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