borgward_logo_h60.gif (717 Byte)

Borgward Interessengemeinschaft Schweiz

borgward_logo_h60.gif (717 Byte)

Borgward-Story im "Zürcher Oberländer"

Nicht schlecht gestaunt haben wir, als wir am 16. Januar auf der sehr beachteten letzten Seite des ersten Bundes der Regionalzeitung "Der Zürcher Oberländer" folgenden Artikel entdeckten:

 

zol_schriftzug3.jpg (20090 Byte)

Die Schöne Isabella kehrt heim
Drei Bremer kaufen 44 Oldtimer und gründen ein Museum

IMKE ZIMMERMANN, AP

Wenn es um die 1961 in die Pleite gerutschte Bremer Automarke Borgward geht, bekommen Kenner noch heute feuchte Augen. Den Borgward Isabella Coupé zählen viele Autofreunde zu den schönsten Nachkriegswagen überhaupt. Nur in Bremen, wo die Borgward-Fabrik stand, erinnert nichts an die Pleite, in die auch der Bremer Senat verwickelt war. 43 Jahre nach dem Ende wollen drei Lokalpatrioten das Autoerbe der Stadt wiederbeleben. Hier soll es losgehen: In einem weitläufigen, ausgedienten Lagerschuppen im Bremer Hafen. Im weiten Halbkreis stehen sie da, die Borgwards, Lloyds, die Goliaths, die Hansas. Aufgereiht wie für eine klassische Oldtimer-Schau, 44 Stück. Gerade zehn Autos sind fahrbereit, viele andere hat der Rost im Griff, bei einigen fehlt die Innenausstattung.

Automobile Legenden

Doch Kenner schauen über Oberflächliches hinweg und entdecken manche Rarität. So stehen in der Halle nicht nur schmucke Isabellas oder die eigenwilligen, dreirädrigen Goliaths. Auch Nutzfahrzeuge sind zu finden sowie der aus Holz gebaute Lloyd LP300, als "Leukoplastbomber" in den Volksmund eingegangen, oder ein Exemplar des Hansa 1500, der ersten Borgward-Konstruktion der Nachkriegszeit. Zur Borgward-Marke Lloyd hatten die Autofahrer in den 50er Jahren eine wackelige Beziehung: 

zol_borgwardstory_c75_366.jpg (66588 Byte)
"Wer den Tod nicht scheut, fährt Lloyd" hiess es damals.

Heim nach Bremen

Ein Sammler aus Österreich hatte die Wagen zusammengetragen. Die drei Bremer konnten die Sammlung, die die grösste in Deutschland sein soll, auf Grund eines Zufalls erwerben. "Ich habe im Fernsehen einen Bericht über die Autos gesehen, so kam die Sache ins Rollen", erinnert sich Heiner Hellmann, im Hauptberuf Betreiber eines grossen Veranstaltungszentrums. Der Sammler war zehn Jahre tot, seine Witwe wollte sich von den Wagen trennen.  "Für einen kleineren sechsstelligen Betrag", erklärt Hellmann, wurden sie handelseinig und holten die Oldtimer heim.

Ein Stück Geschichte

Warum sie zum Teil vollkommen marode Autos erwarben?

Borgward-Fans seien sie nicht, sagt der frühere Lehrer, sie glaubten aber, eine solche Lokalberühmtheit müsse sich in der Stadt vermarkten lassen. Zudem seien sie als gebürtige Bremer an der Geschichte ihrer Stadt interessiert, und "dies ist ein Stück Industriegeschichte". Die Sammlung könne dazu beitragen, sich wieder mit Carl F. W. Borgward auseinander zu setzen, dessen Vermächtnis in Bremen nicht ausreichend gewürdigt werde.

In der Tat: An den grossen Autobauer, auf dessen Firmengeländen sich heute das Bremer DaimlerChrysler-Werk und ein Einkaufszentrum erheben, erinnert nur ein versteckter Gedenkstein. Allerdings war das Ende des Konzerns 1961 auch die bis dahin grösste Pleite, die die Hansestadt nach dem Zweiten Weltkrieg erlebt hatte - 23 000 Arbeitsplätze gingen damals verloren. 

Insider wissen, dass es sich bei der beschriebenen Sammlung um den Nachlass von Helmut Kröll, dem langjährigen Präsidenten des Borgward Club Austria handelt.

 

Zurück zur Homepage