Pferde

Was ist ein Pferd?

Das Pferd ist von Natur aus ein Herdentier, deshalb sollten Pferde nicht allein gehalten werden. Es ist auch ein Fluchttier, dass wegrennt wenn eine Gefahr naht. Dabei kommt ihm seine Fähigkeit zum raschen Losrennen und seine Schnelligkeit zu gute. Das Pferd ist auch mit sehr scharfen Sinnesorganen ausgestattet, vor allem der Tast-, Gesichts- und der Gehörsinn sind hoch entwickelt. Diese Fähigkeiten ermöglichen ihm, Gefahren abzuwenden und zu vermeiden, sowie frühzeitig zu flüchten. Das Pferd ist mit höchster Empfindungsfähigkeit ausgestattet. Das Erinnerungsvermögen ist enorm, wenn ein Pferd zum Beispiel auf einem Ausritt durch einen umgefallenen Baumstamm beunruhigt wurde und man nach Monaten oder sogar nach einem Jahr auf demselben Weg wieder vorbeikommt, wird sich das Pferd sicherlich wieder an die Ursache seiner damaligen Beunruhigung erinnern und das auch zum Ausdruck bringen, selbst wenn der Baumstamm inzwischen verschwunden ist!

Die Augen

Pferde sehen anders als wir Menschen. Bei den Pferden liegen die Augen auf beiden Seiten des Kopfes. Damit können sie gleichzeitig nach links und nach rechts gucken und sogar Bewegungen im hinteren Bereich wahrnehmen, ohne den Kopf zu wenden. Alle Bewegungen die sich jedoch im hinteren Bereich abspielen, nimmt ein Pferd nicht so deutlich wahr. Damit ein Pferd nicht erschreckt und ausschlägt, solltest du dich am besten seitlich von vorn nähern! Jedoch können Pferde Farben nicht gut unterscheiden und in der Ferne nicht scharf sehen.

Die Ohren

Pferde hören sehr viel besser als wir Menschen. Im Gegensatz zu uns können sie ihre Ohren sogar gleichzeitig in verschiedene Richtungen bewegen. Beim Ausritt oder auf der Weide sind Pferdeohren fast immer in Bewegung. Je nachdem wo sich die Geräuschquelle befindet, richten Pferde ihre Ohrmuscheln nach vorn, zur Seite oder nach hinten. Das Gehör der Pferde ist so empfindlich und fein, dass sie unter schrillen Geräuschen leiden. Lautes Brüllen und Schreien macht sie ängstlich und nervös. Ein Pferd sollte man deshalb nie anschreien!

Die Nase

Wenn Pferde auf eine neue Weiden kommen, beschnuppern sie gründlich den Boden. So stellen sie fest, ob vorher schon andere Pferde auf der Weide waren und wo das Gras am besten schmeckt. Auch einander fremde Pferde beschnobern sich ausgiebig. Auch alles Neue und Fremde wird zuerst vorsichtig beschnuppert. Es ist wichtig, dass wir dem Pferd, das vor einem Gegenstand scheut, genügend Zeit geben um den Gegenstand ausgiebig zu beschnuppern und die Angst zu verlieren! Strömt Pferden ein besonders starker Geruch in die Nase, strecken sie den Hals und stülpen die Oberlippe nach oben. Man nennt das flehmen. Wenn eine Stute rossig ist, also bereit für eine "Pferdehochzeit", sondert sie Duftstoffe ab, die Hengste anlocken.

Pferdige Laute und Töne

Pferde können auf verschiedene Arten wiehern, schnauben, vor Freude quieken oder ärgerlich quietschen. Wenn man genau hinhört, erkennt man die Unterschiede zwischen fröhlichen, verhaltenen oder ängstlichen Lautäusserungen. Meine Pferde zum Beispiel begrüssen mich mit einem Wiehern oder blubbern mir mit geblähten Nüstern leise und erwartungsvoll zu. Häufig sieht man auch Pferde, die mit Bocksprüngen über die Weide toben und dabei freundig quieken. Die Stuten rufen ihre Fohlen mit liebevollen Lockrufen. Hengste rufen ihre Herde indem sie heftig und laut "trompeten".

Pferdige Fellpflege

Wenn es juckt, sind Pferde erstaunlich biegsam. Zur Fellpflege brauchen Pferde nicht unbedingt uns Menschen. Sie beschäftigen sich damit auch gerne selbst oder untereinander. Dabei werden gleichzeitig Freundschaften geknüpft oder geflegt. Pferde beknabbern sich gerne gegenseitig an Stellen, die sie selbst nicht erreichen können. Besonders beliebt ist das gegenseitige Beknabbern des Widderrists und Mähnenkamms. Auch das Kinn wird gerne am Rücken eines anderen Pferdes gerieben. Auch an Bäumen wird der Juckreiz an der rauen Rinde gestillt. Das Wälzen auf der Weide ist nicht nur eine hervorragende Ganzkörpermassage, sondern lindert auch den Juckreiz und verhilft zu einer Staubschicht, die das Fell und die Haut des Pferdes schützt. Nach dem Ritt wälzen sich Pferde besonders gerne. Gib deinem Pferde also die Möglichkeit dazu, wann immer du kannst!

Pferdefreunde

Mit zärtlichen Gesten, körperlicher Nähe und gemeinsamen Spielen zeigen Pferde ihre gegenseitige Zuneigung. Pferde die sich mögen, stecken beim Dösen gerne die Köpfe zusammen. Auch das gegenseitige Beknabbern ist Ausdruck der Freundschaft und des Vertrauens. Pferde die sich gerne mögen, berühren sich auch gerne. Eine sehr grosse Liebe, ist auch die Liebe von Stuten zu ihren Fohlen, die sie von ganzem Herzen lieben. Pferde sind Herdentiere und lieben und brauchen die Gesellschaft von Artgenossen! Lebenslange Freundschaft zwischen zwei Pferden ist keine Seltenheit. In grossen Pferdeherden bilden sich oft Pferdepaare mit der gleichen oder einer ähnlichen Fellfarbe. Auch die Freundschaft von einem Pferd, zum Beispiel mit einer Katze, einem Hund oder einer Ziege, ist nicht selten. Wenn man keine Möglichkeit hat, ein zweites Pferd zu halten, kann zum Beispiel auch ein Ziegenbock ein guter Kamerad für ein Pferd sein.

Freundschaft zwischen Mensch und Pferd

Ein Mensch kann das Vertrauen eines Pferdes nur dann gewinnen, wenn es keine Angst vor ihm hat. Darum sollte man sich nie wütend oder zornig auf ein Pferd setzen. Man sollte ein Pferd auch niemals anschreien. Im Gegenteil! Pferde sind wunderbare Zuhörer, wenn wir mir ihnen mit leiser Stimme Geheimnisse anvertrauen. Allein mit unserer Tonlage können wir ein Pferd ermuntern oder ermahnen. Ab und zu ein kleiner Leckerbissen schafft Vertrauen und bewahrt die Freundschaft, die so wichtig ist! Wenn ein Pferd beim Reiten Schaum vor dem Mund hat, ist das ein Zeichen dafür, dass es voll bei der Sache ist und Spass hat.

Wie schlafen Pferde?

Wenn ein Pferd müde ist, gähnt es oft mehrmals hintereinander. Besonders Fohlen legen sich zum Ruhen gerne hin. Ihre Mütter und die Herde gibt ihnen Sicherheit. Pferde legen sich nur hin, wenn sie sich in Sicherheit fühlen. Das ist oft in einer Herde der Fall, wo dann mindestens ein Pferd stehen bleibt und so Gefahren frühzeitig erkennen kann. Pferde haben unterschiedliche Schlaftiefen. Beim Tiefschlaf stellt sich das Schweifwedeln ein und das Pferd schliesst die Augen. Beim Dösen entlastet das Pferd meistens ein Hinterbein und lässt die Unterlippe entspannt nach unten hängen. Pferde stehen bem Dösen meist in einer Gruppe und stecken die Köpfe zusammen. Beim Dösen oder Schlafen sind die Wahrnehmungen des Pferdes eingeschränkt. Nähere dich darum nie hektisch und schnell einem ruhenden Pferd, weil es erschrecken könnte! Versuche das Pferd mit sanfter Stimme auf dich aufmerksam zu machen und gib ihm doch ein Leckerli, damit das Aufwachen richtig schön wird!

Muskelspiele

Besonders junge Hengst lieben rauhe Spiele. Wenn sie ihre Kräfte messen, sieht das meistens gefährlicher aus, als es in Wirklichkeit ist. Bei diesen Spielen gehört beissen, steigen und ausschlagen dazu. Schon kleine Fohlen fordern ihre Mütter zum Spiel auf. Mit langestrecktem Hals klappern Fohlen mit den Zähnen um zu zeigen, dass sie sich einem ranghöheren Pferd unterordnen. Bei Hengsten kann man beobachten, wie sie zum Beispiel mit stolz gebogenem Hals oder imposantem Steigen, die Stuten beindrucken wollen.

Das Alter eines Pferdes

Das Alter eines Pferdes lässt sich an den Zähnen erkennen; je älter das Pferd ist, desto mehr sind die Zähne abgenutzt. Wie alt ein Pferd etwa wird, lässt sich nicht so genau sagen. Im Durchschnitt werden Pferde etwa 20- 25 Jahre alt. Sportpferde werden oft weniger alt, da sie grosse Leistungen bringen müssen, die nicht selten Verletzungen mit sich bringen...

Die Hufe und Hufeisen

Bei noch nicht ausgewachsenen Hufen ist es wichtig, dass sie regelmässig vom Hufschmied geschnitten werden, damit sie in Form bleiben. Für ausgewachsene Hufe ist ein regelmässiger Beschlag notwendig, damit man sie ständig Einsetzen kann. Ein Beschlag schützt auch vor unerwünschten Abnützungen. Hufeisen gibt es in verschiedenen Arten.

Hufeisen

Das Stockmass

Das Stockmass, also die Grösse eines Pferdes, misst man von den Hufen bis zum Widerrist. Es gibt auch Pferde unter 145 cm, die von der Grösse her eigentlich zu den Ponys gehören würden, aber dennoch zu den Pferden gezählt werden.