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Bauprojekt

Mail vom 6. September 2005


namaste (nepali) oder tashi delek (tibetisch)

ja, da bin ich also. am vorlaufigen ziel meiner reise, in pokhara nepal. ich
bin jetzt etwas eine halbe woche weg von zu hause und koennte wohl seiten
fuellen, so viel erlebe ich hier.
Schon die Reise war ein abenteuer der besonderen art. da ich in dubai
umsteigen musste, konnte ich noch kurz etwas arabische luft schnuppern...und
war dann auch ziemlich froh, diese welt bald wieder verlassen zu koennen.
die frauen im ihrem "schleiergefaengnissen" und die aufdringlichen
maennerblicken verunsicherten mich schon etwas.
als ich dann in dubai zum abfluggate, fuer den weiterflug nach kathmandu,
kam, staunte ich nicht schlecht. da war ich naemlich die einzige touristin -
und auch noch die einzige frau - spaeter kam dann noch eine kleine
italienische reisegruppe dazu, aber das gefuehl war schon eher seltsam.
den ersten eindruck von nepal, genauer gesagt von kathmandu, konnte ich dann
in einem taxi (marke schrott) "geniessen". hier faehrt man links, und dass
ist eigentlich auch schon die einzige verkehrsregel (und auch die wird nicht
wirklich eingehalten...wenns halt rechts grad besser geht!) ueberall waren
menschen, menschen und noch mal menschen und kuehe (die heilig sind) und
fahrende haendler und frauen in bunten saris und und und...
in kathmandu traff ich dann martina, die auch schweizerin ist und mit mir
in pokhara arbeiten wird. zusammen gings dann am naechsten morgen mit dem
bus richtung pokhara, dass zirka 200 kilometer oestlich von kathmandu liegt.
gute 6 stunden auf einer strasse die eher schlecht als recht geteert war,
zusaetzlich geschaedigt vom monsoon (regenzeit). die nepalesen scheint dass
aber nicht zu kuemmern, denn sie fahren wie die henker. da ist ganz schoen
was los auf den strassen, zum glueck gibts hier so viele goetter...die sind
bestimmt alle im strassenverkehr beschaeftigt!
Aber egal. die fahrt war sehr spannend und wir bekamen viel zu sehen vom
land und den leuten. die landschaft ist jetzt, waehrend der regenzeit
wunderschoen gruen, es wird gras und reis angepflanzt und auf den huegeln
hats so eine art regenwald.
Die nepalesen verstehen die strasse als eine art erweitertes wohnzimmer...da
werden die zaehne geputzt, mit wahre gehandelt, autos geflickt, kleider
gewaschen, ferkel geschlachtet...
Einmal in Pokhara angekommen, nah uns Nyima (der Leiter des Projektes in dem
ich arbeiten werde) auch gleich auf eine Sightseeingtour mit. Wir sahen den
nahgelegenen Fewa-Pal (See), einen Wasserfall, eine Tibetersiedlung, eine
SOS-Waisenkinderdorf, eine Teppichweberein und vieles mehr. Schliesslich
wurden wir bei seiner Mutter (er ist Tibeter) zu einem Buttertee eingeladen
(der uebrigens mehr einer Suppe gleicht und gesalzen ist). am naechsten
morgen gings auch gleich weiter auf den Mahendrapul-Markt, was bei und wohl
eher "Einkaufsviertel" heissen wuerde und sehr geschaeftig ist.
Und dann endlich konnte ich sehen, wo ich in den naechsten wochen wohnen und
arbeiten werde...naemlich in einem buddistischen kloster etwas oberhalb von
der stadt.
mittlerwilen bin ich da eingezogen. und morgen werde ich das erste mal
unterrichten. das gibts knaben in allen altersstufen denen ich englisch
beibringen werde. zusaetzlich werde ich noch einem ganz jungen knaben in
einzelunterricht englisch und math (wunderbar, hoffenlich kann der nicht
mehr als ich) lehrnen. er heisst karma lode und ist eine reinkernation eines
sehr hohen lamas...mal sehen wie das funktionieren wird.
Die bedingungen in dem kloster sind etwas gewoehnungsbeduerftig. warmes
wasser gibts nicht, eine dusche uebrigens auch nicht (aber einen eimer mit
wasser). beim wc kann ich waehlen zwischen einem stehklo oder einem normalen
wc ohne spuehlung...aber ich werd mich daran gewoehnen.

so, dass wars dann wohl fuers erste. ich muss hier mal raus...ich glaub auf
diesem stuhl hats lause oder so was...mich picksts...

machts gut und bis bald wieder mal.
gruesse aus einem verregneten, aber trotzdem sehr heissen und feuchten
nepal.

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