| Viele Ameisenarten Mitteleuropas haben sich ausschliesslich auf die Jagd anderer Ameisenarten spezialisiert. Die Fähigkeit zur Ausführung von Arbeiten wie Brutpflege, Nahrungssuche und Nestbau ist bei ihnen verkümmert. Ihre Kiefer haben sich im Laufe der Evolution zu gewaltigen Waffen umgebildet und nicht selten haben sie einen besonders wirksamen Giftstachel. |
Eine Gruppe des Sklavenjägers Epimyrma ravouxi beim Anmarsch zu einem Raubzug
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Die Nester werden durch Kundschafter (Scouts) ausfindig gemacht. Hat der Scout ein Nest ausfindig gemacht, läuft er zu seinem Mutternest zurück. Dabei markiert er den Weg. Sofort folgt eine Rekrutierung von Nestgenossen. Sind die Sklavenjäger beim Zielnest angelangt, wird dieses unverzüglich gestürmt und die Brut der Sklavenameisen wird geraubt. Sklavenarbeiter, die Widerstand leisten, werden getötet. |
Blutrote Raubameise mit einer Puppe der Sklavenameise auf ihrem Rückzug |
Der Sklavenjäger Polerygus rufens tötet
während des |
| Die Brut wird im eigenen Nest aufgezogen. Bald schlüpfen die ersten Sklaven, welche den Nestgeruch der überlegenen Art annehmen und für sie Fütterung, Brutpflege und Nestbau übernehmen. | Die Sklavenameise (schwarz) füttert einen Sklavenjäger
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Friedliches Zusammenleben vor dem Nesteingang der Amazonenameisen (Sklavenameisen Formica cunicularia, rechts) |
Die Amazonenameisen Polyergus rufescens haben keinerlei Interesse, die überfallenen Sklavenameisen mehr als nötig zu schwächen, weil sie nach dem Regenerieren der Brut wiederholt ausgebeutet werden können. Die Blutrote Raubameise Formica sanguinea hingegen veranstalten regelmässige Massaker, die bis zur vollständigen Auslöschung des überfallenen Nestes führen. Sie sind nicht abhängig von den Sklavenameisen und ihre Raubzüge haben folgende Funktionen:
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