einheimische Arten

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Um die wichtigsten einheimischen Ameisenarten zu bestimmen, empfiehlt es sich, mehrere Arbeiterinnen aus der gleichen Kolonie zu vergleichen. Dazu genügt in der Regel eine einfache Lupe von 3 bis 5-facher Vergrösserung.

 

Bestimmungstafel und Eigenheiten unserer einheimischen Ameisen:
(Bilder entsprechen nicht der wahren Grösse der Ameisen!)

Aussehen

Unterfamilie

Merkmale / Besonderheiten

Manica rubida

Knotenameise

Wegknotenameise (Manica rubida)

5 - 9 mm. Schwärmt Mai bis Juli. Auf steinigen und sandigem, meist trockenem Boden. Nester häufig an Strassenrändern, im Gebirge unter grossen Steinen. Kraterförmiger Nestaushub. Nacktpuppen. Stich schmerzhaft (sticht Menschen allerdings nur selten). Verteidigt gegenüber anderen Ameisenarten nur im unmittelbaren Nestbereich.

Myrmica sp

Knotenameise

Rote Knotenameise (Myrmica specioides)

3,5 - 5,5 mm. Schwärmt Mai bis Juli, an warmen Nachmittagen. Erdnester meist unter Steinen. Nacktpuppen. Aggressiv, schnell stechend. Sehr stark räuberisch. Erbeutet regelmässig schwächere Lasius-Arten (besonders Lasius flavus). Kolonie besteht meist nur aus 100 bis 2500 Arbeiterinnen.

Myrmica rubra

Knotenameise Rote Gartenameise (Myrmica rubra)

4 - 6 mm. Sie ist überall, besonders in Gärten, zusammen mit Lasius niger anzutreffen. Erdnester meist unter Steinen. Je nach Art mehr oder weniger angriffig. Ideal für die Pflege im Gibsnest.

Tetramorium caespitum

Knotenameise Rasenameise (Tetramorium caespitum)

2,5 - 3 mm. Schwärmt Juni und Juli. Selbständige Koloniegründung. Verschieden gefärbte Rassen, von hellem Rötlichbraun bis Schwarz. In Wiesen und Wäldern sehr anpassungsfähig; Erndnester.

Solenopsis fugax

Knotenameise Diebsameise (Diplorhoptrum fugax)

1,5 - 2 mm. Fast blind. Baut ihre Nester meist in Nestern fremder, grösserer Ameisenarten (z.B. Waldameise). Schwärm September und Oktober. Selbständige Koloniegründung.

Cremastogaster scutellaris

Knotenameise Herzgasterameise (Cremastogaster scutellaris)

2,5 - 3,5 mm. Schwärmt August bis September. Im Süden regional weit verbreitet. Häufig an Hausmauern. Roter Kopf und glänzendschwarzer Körper. Baut Kartonnester.

Formica rufa

Schuppenameise Rote Waldameise (Formica rufa/ Formica polyctena)

3 - 9 mm. Grosse Komplexaugen. Schwärmt Juni bis September. Baut Tannennadelhügel, häufig kegelförmig. Zumeist an Rändern von Nadel- oder Mischwäldern. Steht unter Naturschutz.

Experiment zur Unterscheidung von rufa und polyctena

Formica fusca

Schuppenameise Schwarze Sklavenameise (Formica fusa)

3.5 - 6.5 mm. Etwas kleiner und schlanker als die verwandte Waldameise. Mattschwarz, grosse Komplexaugen mit zahlreichen Facetten. Bevorzugt mageren, sandigen Boden, meist unter Steinen. Erdnest weniger Volkreich. Ideal für das Gibsnest.

Formica cunicularia

Schuppenameise Rotbraune Sklavenameise (Formica cunicularia)

3.5 - 6.5 mm. Schwärmt Juni bis August. Mit grossen Komplexaugen. An lichten, trockenen Stellen mit spärlichem Graswuchs. Bis zu 70 cm tiefe, senkrecht in die Erde gegrabene stollenähnliche Nester, meist ohne Aushub.

Formica pratensis

Schuppenameise Rotbraune Wiesenameise (Formica pratensis)

3 - 9 mm. Grosse Komplexaugen. Schwärmt Juni bis September, vor allem morgens. Baut Hügel aus Tannennadeln, aber flacher als die anderen Waldameisen (rufa), häufig in Wiesen.

Coptoformica sp

Schuppenameise Herzkopfameise (Coptoformica sp.)

3.5 - 6.5 mm. Grosse Komplexaugen. Schwärmt Juni bis September. Baut aus feinem Grasmaterial Hügel in Wiesen, seltener an Waldrändern. Regional weit verbreitet.

Formica sanguinea

Schuppenameise Blutrote Raubameise (Formica sanguinea)

3.5 - 6.5 mm. Körperbau ähnlich wie Waldameise, doch Kopfschild vorne ausgebuchtet. Grosse Komplexaugen. Schwärmt Juni/ Juli. Sehr angriffige Art. Übergangsform zwischen Königin und Arbeiterin nicht selten. Vermag selber Nester zu bauen, verschafft sich aber meist "Sklaven" indem sie Puppen der Sklavenameise raubt (Formica fusca/ Formica cunicularia).

Polyergus rufescens

Schuppenameise Amazonenameise (Polyergus rufescens)

5 - 7 mm. Grosse Komplexaugen. Erdnester in sonnigen Wiesen. Nur mit Hilfsameisen angetroffen. Regional weit verbreitet.

Camponotus sp.

Schuppenameise Rossameise (Camponotus herculeanus)

5 - 14 mm. Soldaten ausgeprägt (Bild). Schwärmt Mai bis August. Selbständige Koloniegründung. Nest in lebenden oder toten Baumstrünken, seltener unter Steinen. Kokonpuppen. Kommt bis 2400m ü. M. vor. Orientiert sich dank guter Augen weitgehend nach dem Gesichtsfeld. Je nach Art und Individuum kann das vorderste Hinterleibssegment mehr oder weniger rötlich gefärbt sein. Ideal für das Gibsnest.

Lasius niger

Schuppenameise Schwarze Wegameise (Lasius niger)

3 - 5 mm. Schwärmt Juli bis September; nachmittags. Selbständige Koloniegründung. Baut bis 30cm hohe Erdhügel, die an Termitenbauten erinnern, oder unter Steinen; meistens zwischen Gräsern. Hält Blattlauszucht auf Rosen, Holunder, Johannisbeeren. Sehr häufige Art. Ideal für das Gibsnest.

Lasius bruneus

Schuppenameise Braune Holzameise (Lasius emarginatus)

2.5 - 4.5 mm. Gleicht der Wegameise, nur Brust ist rotbraun. Schwärmt Mai bis Juli. Baut meist in altes Holz, nicht selten im Gebälk von Häusern. Häufig lästig, weil oft in Häusern anzutreffen.

Lasius flavus

Schuppenameise Gelbe Wiesenameise (Lasius flavus)

2 - 5 mm. Schwärmt Mai bis Oktober. selbständige Koloniegründung. In der Standortwahl sehr anpassungsfähig. Erndnester sind mit Gras überwachsen. Züchten Wurzelläuse. Sehr häufige Art. Ideal für das Gibsnest.

Lasius fuliginosus

Schuppenameise Glänzendschwarze Holzameise (Lasius fuliginosus)

4 - 6 mm. Schwärmt Juni bis Juli; frühnachmittags, abends oder nachts. Unverwechselbarer Geruch (süsslich), der wahrscheinlich der Verteidigung dient. Holzzerstörend. Baut riesige, selbstgefertigte Kartonnester in lebende Bäume. Oft in der Nähe von kleinen Waldbächen.