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Die Beleuchtung
Blue Light Intruder1
Meines Wissens nach gibt es keinen
Bausatz für eine solche Motorblockbeleuchtung, also mit anderen Worten,
man braucht eine kleine Ahnung in der Elektrik/Elektronik. Die
Anschaffungskosten für das Material ist eigentlich noch recht gering,
belauft sich das Ganze auf ungefähr 250.- bis 300.- sFr. Bis aber der
schöne Motor so prächtig beleuchtet ist, braucht man sehr sehr viel Zeit
und Geduld. Für Leute, bei denen das Werk fertig sein soll, bevor sie
eigentlich angefangen haben, kann ich dazu nur eines raten: Finger weg und
aufhören zu träumen. Schliesslich sollte die Beleuchtung so verdrahtet
sein, dass erstens möglichst keine Kabel und LEDs sichtbar sind, zweitens
muss alles auch noch WASSERDICHT sein, drittens muss es auch nach etwas
aussehen (glaubt mir, diese Beleuchtung fällt auf, sie fällt sehr auf!!),
und viertens muss sie auch perfekt funktionieren.
Die meiste Zeit muss in die Vorbereitung investiert
werden, und die unterteilen wir mal: Der erste Teil ist die Planung, das
heisst, es muss erst mal ein Schaltplan erstellt werden. Wie muss diese
Beleuchtung gesteuert werden, mit was. Nun, bei mir war mal schnell klar,
dass diese Beleuchtung mit einem Zeitrelais ausgerüstet sein soll, sie
muss so verdahtet sein, dass sie leuchtet, wenn der "The blue Wolf" (so
heisst meine Intruder, aber das ist eine andere Geschichte) irgendwo
abgestellt ist, dass sie eine von mir festgelegte Zeit weiter brennt und
dann automatisch so abstellt, dass nirgends mehr ein Verbraucher in
Betrieb ist. Zu Beginn, als ich meine Beleuchtung angeschlossen habe, war
das noch nicht der Fall, aber ich merkte es relativ schnell, und zwar als
mein "The blue Wolf" eine Woche in der Garage stand und ich ihn starten
wollte. Die Batterie wollte einfach nicht mitmachen, sie hat mich kläglich
im Stich gelassen. Was war geschehen? Ich habe nicht daran gedacht,
respektive nicht gewusst, dass die Spule des Zeitrelais auch Strom
aufnimmt, wenn die Beleuchtung gar nicht brennt! Also musste ich diese
Schaltung so abändern, dass auch diese Spule keine Spannung mehr hat, wenn
die Beleuchtung ausschaltet. Zuerst versuchte ich es selber zu lösen,
musste aber dann doch einsehen, dass dies für mich zu hoch war (ich habe
mal vor langer Zeit Mechaniker gelernt). Also musste da eine Fachperson
her, fand einen Arbeitskollege, der Elektroniker gelernt hat. Zusammen
haben wir eine Lösung gefunden, und zwar geht es nur über eine sogenannte
Selbsterhaltung. Dies funktioniert folgendermassen: ich muss der
Relaisspule lediglich einen Impuls geben, damit das Zeitrelais die
Kontakte schliesst, dort fliesst nun die Spannung durch und so auf die
Spule. Wenn die Zeit abgelaufen ist, die Kontakte sich wieder öffnen, wird
auch die Spannung für die Relaisspule unterbrochen, es kann keine Spannung
mehr fliessen. Und siehe da, es funktioniert und mein "THe blue Wolf lässt
mich nicht mehr im Stich.
Diese Schaltung ist jetzt eigentlich schon recht
komfortabel, aber mir reichte es noch nicht, ich wollte mehr. Ich wollte,
dass die Beleuchtung sich einschaltet, wenn ich den Zündschlüssel drehe,
dass ich die Beleuchtung zu jeder Zeit ein- und ausschalten kann, spielt
keine Rolle, ob der "The blue Wolf läuft, oder ob er irgendwo steht. Um
dies zu erreichen, muss ein normales Relais und einen Minischalter her.
Jetzt wird von der Zündung Spannung abgezapft, geht via diesem Relais auf
das Zeitrelais. Das heisst, dass nun die Spule des Zeitrelais dauernd mit
Spannung versorgt wird und wir nicht mehr von einem Impuls reden können.
Das ist weiter nicht schlimm, wenn das Motorrad läuft wird ja eh die
Batterie dauernd geladen. Der erste Wunsch ist nun in Erfüllung gegangen.
Wenn ich in die Garage komme, auf meinem "Wolf" sitze und ihn anspringen
lasse, brennt die Beleuchtung wunderschön. Jetzt kommt der zweite Wunsch:
ich will die Beleuchtung zu jeder Zeit ausschalten, wenn er steht, oder
auch während der Fahrt. Ihr fragt euch jetzt bestimmt, warum auch, ist
doch gar nicht nötig! Da habt ihr auch eigentlich ganz recht, aber unsere
Götter der Strasse haben was gegen diese Art der Beleuchtung!! Ich musste
es am eigenen Leib erfahren, geriet ich doch schon in die Mühlen unserer
Gesetze. Auszug aus unserem SVG: auf öffentlichem Grund und Boden ist
jegliche Art der Zusatzbeleuchtung an Fahrzeugen, die gegen aussen
leuchten verboten. Ausnahmen sind zB. Zusatzscheinwerfer, Nebellampen, o.ä.
Also musste doch einen Schalter her. Der wollte ich aber möglichst klein
und versteckt haben, aber doch so, dass ich ihn ohne Probleme zu jeder
Zeit erreichen kann. Wir beschlossen, dass dieser Schalter in die Hupe
eingebaut wird, beim Intruder ist die Hupe zwischen den beiden Zylinder,
unter dem Tank. Gut zu sehen auf diesem Bild. Die Hupe wurde komplett
zerlegt, und im Plastikteil, das den Schnegg bildet, konnten wir den
Schalter tip top einbauen. Der Schalter ist wirklich nur sichtbar, wenn
man einen Blick in die Hupe wirft, man muss fast die Nase reinstecken,
dass man ihn sieht. Ein kleines Handycap hat das Ganze aber doch: da die
Hupe auf der rechten Seite angebracht ist, muss ich den Gasgriff loslassen
um den Schalter zu betätigen. Das bedingt, dass ich gleichzeitig auch die
Kupplung ziehen muss, damit ich während der Fahrt nicht zu schnell an
Geschwindigkeit verliere. Bis jetzt musste ich den Schalter nicht viel
betätigen, ist ja nur der Fall, wenn unsere liebe Polizei in der Nähe ist,
also kann ich mit diesem kleinen Nachteil gut leben. Soviel zur Planung
des Schaltplanes.
Jetzt kommen wir zum zweiten Teil der Planung: das
Zusammenstellen des Materials. Von Anfang an ist klar gewesen, dass hier
nur LEDs zum Einsatz kommen, und zwar aus folgenden Gründen: erstens sind
sie sehr klein, und vorallem zweitens haben sie eine fast unbegrenzte
Lebensdauer, wenn sie eine nicht zu hohe Spannung ausgesetzt werden, und
drittens, sie kommen mit sehr wenig Strom aus. Jetzt kamen zwei weitere
Fragen zum Vorschein: welche Farbe zum einen und wieviele zum anderen. Nun
die erste Frage wurde eigentlich sehr schnell beantwortet, da kam nur blau
in Frage. Für mich ist es eine sehr schöne, kräftig leuchtende Farbe. Das
wäre mal geklärt. Um heraus zufinden, wieviele ich von diesen blauen LEDs
brauche, begutachtete ich den Motorblock sehr genau. Wo und wie kann ich
diese LEDs befestigen, wie bekam die Beleuchtung die beste Wirkung. Ich
entschloss mich, dass hinter dem hinteren Zylinder oben je eine links und
rechts, das Gleiche zwischen den beiden Zylinder und auch am vorderen
Zylinder angebracht werden. Da meinen "The blue Wolf" einen Bugspoiler
besitzt, ist auch schnell klar, dass von dort unten herauf eine LED
brennen muss, ebenso beim hinteren Zylinder. Schlussendlich kam ich auf
eine stattliche Zahl von 9 Stück. Da bekanntlich die LEDs Vorwiderstände
brauchen, müssen diese berechnet werden. Die Formel: Betriebsspannung -
Durchgangsspannung : Betriebsstrom. Bei Fahrzeugen muss mit einer
Betriebsspannung von ca. 13,5Volt ausgegangen werden, wir bleiben auf der
sicheren Seite und nehmen 14Volt. Die Durchgangsspannung und der
Betriebsstrom der LED kann sehr stark varieren, dies muss vorher beim
Lieferant abgeklärt werden. Die Daten sind bei jeder LED vorhanden. Bei
meinen LEDs sind dies folgende Werte: Durchgangsspannung = 4,2Volt und der
Betriebsstrom belauft sich auf 20mA. Das ergibt nun eine Rechnung die so
aussieht: 14Volt - 4,2Volt = 9,8Volt. Diese 9,8Volt : 20mA = 490Ohm. Jetzt
brauchen wir noch Kabel, Schrumpfschläuche diversen Grössen, Schalter,
Relais, Zeitrelais, Stecker und Kabelschuhe sowie Kabelbinder. Sämtliches
Material wurden entweder bei Distrelec oder Conrad Electronics bestellt.
Selbstverständlich braucht es auch noch einiges an Werkzeug, wie zB.
diverse Zangen, Lötkolben, etc.
Wenn wir dies alles zusammen haben, kann es eigentlich
los gehen mit den Vorbereitungsarbeiten. Zuerst schnitt ich 9 zweiadriges
Kabel auf eine Länge von 1,5Meter zurecht. Danach lötete ich bei allen 9
LEDs den Vorwiderstand auf der Plusseite an, es muss darauf geachtet
werden, dass die LEDs nicht zu heiss bekommen, sie könnten ansonsten
Schaden nehmen. Wenn dies gemacht ist, trennen wir die Kabel auf einer
Seite die beiden Adern ca. 10cm auseinander. Der Schlitz muss länger sein,
wie die Länge des Anschlusses der LED mit dem angelöteten Vorwiderstand.
Nun wird der erste Schrumpfschlauch über die eine Ader, und ein zweiter
Schrumpfschlauch über die andere Ader drauf gezogen. Es ist darauf zu
achten, dass diese Schrumpfschläuche ein paar Millimeter länger sind wie
die besagten Anschlusstifte der LEDs inklusive des Vorwiderstandes. Wenn
dies geschehen ist, löten wir die erste Ader des Kabels an den Minuspol
der LEDs, verkürzen die zweite Ader um die Länge des Vorwiderstandes und
löten diesen an den Vorwiderstand. Achtet darauf, dass nun beide Adern
schön beieinander liegen. Jetzt schieben wir die beiden Schrumpfschläuche
bis zum LED vor, so dass die Lötstellen inklusive des Vorwiderstandes
abgedeckt sind. Wenn das geschehen ist, werden die beiden
Schrumpfschläuche mittels Feuerzeug erwärmt und geschrumpft. Diese MÜSSEN
satt anliegen, dass gewährleistet ist, dass keine Feuchtigkeit eindringen
kann. Diese beiden Schrumpfschläuche haben in erster Linie die Funktion,
dass kein Kurzschluss bei den Lötstellen auftreten kann. Wenn auch diese
Arbeit abgeschlossen ist, stülpen wir einen grösseren Schrumpfschlauch
über das ganze Kabel, und zwar bis zum LED. Der Schrumpfschlauch muss ca.
2 - 3mm das LED abdecken. Die Länge muss so lang sein, dass der Schlauch
vom LED bis zum Ende des Schlitzes reicht. Dieser wird jetzt ebenfalls
erwärmt und muss selbstverständlich auch satt anliegen. Er dient dazu,
dass keine Feuchtigkeit eindringen kann. Wenn diese Arbeiten korrekt und
seriös ausgeführt wurden, kann ich euch garantieren, dass auch ein
abspritzen mit Hochdruck der Beleuchtung nichts mehr anhaben kann. Ich
jedenfalls hatte bis heute noch nie irgendwelche Probleme damit. Sie
besteht jetzt doch schon ein Jahr an meinem "The blue Wolf"!
Als nächstes muss entschieden werden, wo wir beim
Motorrad das Relais, das Zeitrelais und die Schalter unterbringen können.
Wenn jemand weniger technisches Verständnis hat, dem empfehle ich, dass er
dies mit seinem Mechaniker bespricht. Wenn dies abgeklärt und klar ist,
kann mit dem verdrahten der Schalter und der Relais begonnen werden.
Motto: lieber 2cm zuviel Kabel nehmen als 1mm zuwenig. Zuviel darf es aber
auch nicht sein, bei Motorrädern ist der Platz ziemlich beschränkt! Ist
auch dies geschehen, empfiehlt es sich, eine 12Volt Stromquelle zu
besorgen und eure Arbeit zu überprüfen. Wenn wir dies alles haben, steht
dem Einbau der Beleuchtung nichts mehr im Wege. Da ich nicht genug von
einem Aufbau eines Motorrades verstehe, bin auch ich zu meinem Mechaniker
gegangen, habe mit ihm einen Termin ausgehandelt und zusammen wurde der
Töff demontiert. Mit anderen Worten, die Sitze, Abdeckungen und der Tank
durften sich auf der Werkbank ausruhen. Wenn die Beleuchtung perfekt sein
soll, dann ist es unumgänglich, dass wir gut von oben dazu kommen. Jetzt
können wir die LEDs platzieren und Mittels Kabelbinder befestigen. Es ist
von Vorteil, dass ein Kabelbinder genau nach dem Kabel bei der Lötstelle
vom Vorwiderstand angebracht wird. Nur so haben wir die Möglichkeit, die
LEDs genau auszurichten, so wie sie gebogen wurden, so werden sie auch
bleiben. Dann nehmen wir eine Batterie und schliessen sämtliche LEDs
provisorisch an, und kontrollieren, ob die LEDs wirklich am richtigen
Platz und perfekt ausgerichtet sind. Ist alles so, wie wir es wünschen,
werden die Kabel definitiv verlegt und per Kabelbinder fixiert. Fragt den
Mechaniker, wo die Kabel überall durchgezogen werden dürfen, nicht dass
später bei der Montage des Motorrades plötzlich ein Kabel im Wege ist,
oder zu nahe an einer Wärmequelle liegt. Nun kommen die beiden Schalter
zum Zug, wo diese montiert werden ist natürlich jedem selber überlassen,
jeder hat da andere Ansichten. Ich habe erstens darauf geachtet, dass sie
möglichst unsichtbar sind und zweitens dass sie möglichst vom Wasser
geschützt sind. Den ersten Schalter, dabei handelt es sich um einen
normalen "on-off" Schalter mit Einrasterung. Einmal drücken =
eingeschaltet, zweimal drücken = ausgeschaltet, ist wie weiter oben
beschrieben in der Hupe eingebaut. Der zweite Schalter, das ist auch ein "on-off"
Schalter, aber ohne Einrasterung. Das heisst, dass er nur dann Kontakt
macht, solange ich ihn drücke. Mehr braucht es ja auch nicht, dieser
Schalter gibt nur einen Impuls an die Spule des Zeitrelais (auch weiter
oben beschrieben). Der habe ich auf der linken Seite am unteren Rand der
Seitenabdeckung angebracht. Jetzt werden die beiden Relais platziert und
alles miteinander angeschlossen. Ein kleiner Tip, wenn ihr eine Leitung
fertig angeschlossen habt, macht auf dem Schaltplan bei der
dementsprechenden Leitung ein Häckchen, so bleibt ihr immer auf der
sicheren Seite und vergesst nichts. Wenn diese Arbeiten zufrieden
abgeschlossen sind, vergesst nicht, das Zeitrelais noch einzustellen,
sichert das Rädchen mit einem Klebband, so dass es nicht verstellen kann.
Dann heisst es das Ganze auszuprobieren. Wenn alles so funktioniert, wie
ihr es vorgestellt habt, dann wird das Motorrad wieder zusammen gebaut.
Nun wünsche ich euch viel Zeit, Geduld und Spass dabei.
Wer weiss, vielleicht treffe ich den einen oder anderen von euch bei einem
Bikertreff und kann euer Werk bestaunen!

Das ist noch nicht mein "The blue Wolf", es
ist noch vor dem Umbau im Jahr 2003 aufgenommen. Die Geschichte findet ihr
auf der Seite von "The blue Wolf"!
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