Weltreise
Bericht 10:
Heimreise und Ankunft
Ein wenig wehmütig aber auch voller Vorfreude machen wir uns auf die Heimreise. Nach 2h Flug landen wir wieder, und eine lärmige, chaotische, verdreckte und doch funktionierende Welt begrüsst uns. Wir sind wieder in Asien! Wie immer nehmen wir alles Andersartige in genussvollen Zügen auf.
Wir übernachten in einem familienbetriebenen Guesthouse, wo der Hausherr frühmorgendlich auf allen erdenklichen Ecken, Tablaren, Ahnenschreinen, Kanten und Gegenständen Gebetskörbchen aufstellt, dabei ist er farbig traditionell gewandet. Den ganzen Tag sehen wir noch Frauen und Männer Opfergaben auf Strassen und auf öffentlichen Plätzen verteilen.
Der Indonesier ist sehr traditionsbewusst. Die meisten Familien können sich nur zwei Kinder leisten, denn die vielen Feste und Rituale (Geburt, Geburtstage, Heirat, Beerdigung), die abgehalten werden müssen, und an die alle Verwandten und Bekannten eingeladen sind, kosten sehr viel.
Uns gefällt es hier auf Bali. Die Vulkaninsel hat noch einen aktiven Vulkan und einen erloschenen Krater, in dem sich drei kleine Kraterseen befinden, an deren Ufer alte Tempel stehen. Die Küste ist gesäumt mit mal hellerem, mal dunklerem oder sogar schwarzem Sand. Die Meeresströmung ist stark und die Wellen immer hoch, zu hoch für uns zum Baden, nicht so den vielen australischen Touristen, die nur für den Surf und dem billigen Shopping herkommen.
Bald müssen wir aber Abschied nehmen von der Inselwelt, freuen uns aber gleichzeitig wieder auf zu Hause. Wir als Transitpassagiere haben uns den Singapurer Flughafen nicht entgehen lassen, wo überall für Kurzweil gesorgt ist, sei es im Kino, im Wirl- / Swimmingpool, in den Massagesalons oder in den verschiedenen, entspannenden Gärten. Es gibt sogar eine Broschüre "Activities for Transit Passangers" (Aktivitäten für Transit Passagiere).
Am Zürcher Flughafen erwarten uns mehr Familienmitglieder und Verwandte als wir dachten! Es ist schon ein besonderes Gefühl wieder zu Hause zu sein.
Wir gewöhnen uns langsam wieder an die Schweiz. Was uns vor allem auffällt sind die vielen Menschen und Autos überall, so viel Stau und Strassenbaustellen sind wir nicht mehr gewöhnt. Alle sind sehr beschäftigt und verplant. Das Wetter ist uns im Sommer zu kalt, aber dass die Sonne in diesen Breitengraden bis zu 15h am Tag scheint haben wir ganz vergessen.
Wir erhalten endlich die Entschädigung von Thai Air hier in der Schweiz, wegen unserem für zwei Monate verschollenem Gepäck. Sogar erstattet uns die Versicherung die Haftpflichtprämie der Motorräder zurück, da wir nachweisen konnten, dass die Motorräder sich ausserhalb von Europa befunden und wir Grenzversicherungen abgeschlossen hatten.
Die DRs sollten am 23. Juli in Genua ankommen, aber anscheinend muss der Container ungeöffnet nach Mailand weitergeleitet werden. Das dauert fast zwei Wochen, kostet uns einige Telefonate nach Italien und viele Nerven. Schliesslich holen wir sie wohlbehalten am 5. August in Monza (bei Mailand) ab und führen auch sie über die Alpenpässe wieder nach Hause.
Ende August 2004
Jetzt sind wir schon zwei Monate wieder in der Schweiz, und auf die uns viel gestellte Frage, wie wir uns denn wieder eingelebt hätten, antworten wir: Uns fällt die Eingliederung in die hiesige Gesellschaft nicht schwer. Die Schweiz war und bleibt unser Heimatländli (nicht patriotisch gemeint). Unsere Familien und Verwandte schenken uns ganz natürlich Wohlbehagen und ein Gefühl der Sicherheit.
Zunächst lassen wir uns einmal wieder von der modernen Zivilisation einbetten und einlullen. Manchmal hat sie uns gefehlt, weil sie Sicherheit und Bequemlichkeit bietet. Wir spüren aber, dass eine totale Integration unser Unterbewusstsein nicht zulässt, denn unsere Reise hat in uns ein Verlangen nach "ich will mehr..." zurückgelassen. Leider fällt uns auf, dass diese moderne Zivilisation auch ungesund ist mit der wachsenden Dekadenz, der Konsumsucht und dem Egoismus. Vielen ist das in unseren Augen Unwichtige lebenswichtig geworden, z.B. musst du auch an privatesten Orten erreichbar sein (mit Handy am Ohr auf dem Klo), kleidest du dich oder deine Kinder nicht in Markenklamotten, könnte dies in unserer Gesellschaft einen Minderwertigkeitskomplex hervorrufen, möchtest du ganz PC-los einen Job ausüben, müsstest du zu der 7% körperlich hart arbeitenden Klasse gehören... dies gehört alles zur Normalität, aus der wir hin und wieder ausbrechen sollten.
Aleksa hat ihr Motorrad verkauft. Wieso sollte sie es behalten? Aus emotionalen Gründen, ist kein Argument für sie. Die Erinnerungen und Emotionen leben in uns weiter, sie sind unvergänglich und prägen uns für unsere weitere Zukunft.
So wünschen wir auch DIR eine spannende und eindrucksvolle Reise durchs Leben!
Alles Gute Aleksandra & Georg Winterberger
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