Weltreise
Thailandbericht:
Auf nach Tibet (Thailandueberblick)
Vielen Dank fuer die Mails, bitte nicht traurig sein, wenn wir nicht alle persoenlich beantworten konnten.
Die Besuchszeit unserer Lieben ist nun vorbei. Nach den Tempeln, den Touristenattraktionen, Krokodilshows, Elefantenreiten, Dschungeltreks und dem Inselaufenthalt sind alle Familienmitglieder auf ihre Kosten gekommen.
Vier Monate verbrachten wir schon in Thailand, so sind wir jetzt ueberreif fuer einen Tapetenwechsel.
Zu Beginn als wir nach Thailand kamen hat sich uns eine ganz andere Welt aufgetan: Endlich hatten wir keine Probleme mehr an der Grenze, wir wurden ganz routiniert abgefertigt, und wenn wir eine Pause machten, sammelte sich keine Menschenmenge mehr an und bestaunte uns und unsere Motorraeder. Wir waren verwundert. Thailand mutet einem Reisenden, der direkt aus dem Westen kommt, vielleicht wie ein Entwicklungsland an, uns aber kam es vor wie Europa. Es gibt hier wieder grosse Supermaerkte, allerlei Autos und Motorraeder, man kann in Thailand alle westlichen Gueter finden, auch gibt es wieder Lichtsignale und Parkbussen, unvorstellbar!
Landschaftlich und kulturell hat uns Thailand aber enttaeuscht, oder waren wir einfach an den falschen Orten? Auf unserem Weg von Nordosten an die Kueste und derselben entlang bis nach Malaysia hat uns landschaftlich nur Krabi beeindruckt. Natuerlich duerfen wir die Straende nicht vergessen, vor allem auf den Inseln besitzt Thailand auserlesene Naturschoenheiten. Und doch muessen wir sagen hat uns der zwar nicht so schone aber einsamere Strand auf Hailing (China) viel besser gefallen. Der Tourismus hat unserer Meinung nach viel kaputt gemacht. Wir vermissen sehr die offenen, freundlichen Einheimischen. Sie alle verschwanden und geblieben sind unfreundliche, kapitalistische Menschen. Zum Schluss haeuften sich leider zu viele unfreundliche Begebenheiten und gewisse Thais setzten ausgekluegelte und einfallsreiche Tricks ein, um Touristen abzuzocken. Ein Gefuehl fuer die Umwelt haben sie noch keines entwickelt und so sammelte Aleksa und Cornelia (Georgs Mutter) zunaechst am Strand des Nationalparks auf Ko Samet den Muell zusammen, um so das Auge vom Dorn zu befreien.
Viel besser hat uns dann die Stadt, Kota Bharu, im Nordosten Malaysias gefallen. Sie ist so farbenfroh und die zu fast 100 Prozent muslimische Bevoelkerung kann noch laecheln und freundlich sein. Auch die wunderbar kurvenreiche Fahrt durch die Berge Nordmalaysias werden wir nie vergessen.
Wir wuerden aber luegen, wenn wir behaupteten keine schoenen Erlebnisse in Thailand gemacht zu haben. Interessant waren die Begegnungen mit dem Filmdarsteller Jackie Chan aus Hong Kong, den wir in Krabi antrafen, wo er fuer seinen neuen Film 'Around the world in 80 days' dreht, und mit dem Hollaender Frank van Rijn, der in den letzten 30 Jahren ueber 440 000 km (!) mit dem Fahrrad in allen Kontinenten abgespult hatte.
Einen erlebnisreichen Einblick bekamen wir im Elefantencamp dank der Amerikanerin Margo und Thai, ihrem Mann. Hier lernten wir auch unseren Freund Paulo kennen, er hat uns schon viel geholfen. Bei ihm koennen wir auch unsere treuen Motorraeder unterbringen. Die neuen Begleiter mit Pedalen sind schon bepackt. Ein gluecklicher Zufall brachte uns zum sympathischen Hollaenderpaerchen, Yfke und Ard, die gerade von ihrer sechswoechigen Thailand-Laos-Veloreise zurueckgekommen sind. Von ihnen konnten wir die genau passenden Velos samt Ersatzteile und Taschen uebernehmen. Unser Ziel ist Tibet und Kirgistan, wie immer wollen wir ueber Land dorthin kommen. Mit den Motorraedern gibt es zu grosse Komplikationen in China und eine Abwechslung vom Toefffahren wird uns gut tun.
Viele von Euch fragen sich sicher nun, ob das nicht ein Risiko wegen SARS ist. Durch diese Gebiet, wo wir durch wollen, ist SARS kein Problem. Die SARS-Panik herrscht vor allem in Europa. Man ist immer so gut ueber alles informiert, aber leider nur immer ueber die negativen Ereignisse. Man hoert im TV immer wieder von denselben Faellen und meint dann ganz Asien sei verseucht. Auch mit dem Krieg war es so. Wir wurden hoechstens mal an der Grenze gefragt wie wir denn dazu stehen, oder einige Einheimische halten alle Weisse fuer Amerikaner. Ansonsten fand dieses Unvorstellbare zu weit weg statt.
Anstatt immer Nachrichten zu schauen und nur die schrecklichen Dinge der Welt mitzubekommen, wollen wir den Flimmerkasten mal ruhen lassen und selbst die Augen offen halten. Dabei entdecken wir so viele schoene Details und Dinge, die uns gluecklich machen. Dieser schoenen Dinge und Erlebnisse wegen reisen wir so gerne.
Wir freuen uns auf die Urspruenglichkeit und einfache Natuerlichkeit, die wir erhoffen wieder anzutreffen. Auf diesem neuen Wege werden wir auch von den Internetlokalen Abstand haben und wohl weniger von uns hoeren lassen.
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