5.26  Der neo-osmanische "Narses" hat in Italien erst mit den eingedrungenen SŸdslawen zu kŠmpfen und dann auch noch mit den Deutschen, Franzosen und Spaniern, die ihm in den RŸcken fallen.

 

Ein Jahr bevor es in Italien zum Krieg kommt, werden die Deutschen, Franzosen und Spanier noch auf der Seite des neo-osmanischen Feldherrn oder Machthabers "Narses" stehen. Ein chronologischer Querverweis: Zu dieser Zeit geschieht eine Katastrophe, bei der die meisten Opfer aus Erstickten oder Ertrunkenen bestehen werden und ein Staatswesen in Schwierigkeiten gerŠt. Ein sŸdslawischer Staat wird durch KriegsglŸck sehr mŠchtig werden. Dort gelangt ein neuer Herrscher an die Spitze, der dem mittelalterlichen Simeon Uros Palaiologos und dem antiken Pyrrhus Šhneln wird. Dieser neue Herrscher Ÿberquert das Dinarische Gebirge und die Adria Richtung Italien. Nahe Istrien wird "Simeon/Pyrrhus" die "Normannen" (SŸditaliener? Franzosen?) zur See schlagen und sŸdwŠrts bis Neapel vorsto§en. Ein weiterer chronologischer Querverweis: Zu dieser Zeit kšnnte ein Vulkan ausbrechen. Die SŸdslawen werden Neapel verwŸsten, und "Narses" wird nicht wissen, wie er sie besiegen kann. "Narses" verschanzt sich in einer Festung oder Stadt, da fallen ihm die Deutschen, Franzosen und Spanier heimtŸckisch in den RŸcken. Ausnahmen sind dabei LŸbeck (die "Hanse") und Mei§en ("Sachsen"). Diese bleiben "Narses" treu, was den tschechischen Herrscher "Vratislav" in gro§e Angst versetzt. Schwache "Galeeren" werden zu dieser Zeit angegriffen. Der Pakt aus Deutschen, Franzosen und Spaniern wird Ÿber Rom Richtung Capua vorsto§en. Dann, wenn zwei BrŸder aus dem Hause Bourbon volljŠhrig sein werden, wird einer der beiden SŸditalien besitzen. Da "Narses" durch den Angriff des "Simeon/Pyrrhus" schon zur GenŸge herausgefordert ist, lŠsst er sich auf einen gekauften Waffenstillstand mit den Deutschen, Franzosen und Spaniern ein. Der Neo-Osmane verzichtet gegen Geld auf einen Gegenschlag. Eine Entscheidung, die von den Leuten nicht verstanden und noch lange diskutiert werden wird. "Narses" tritt sogar Gebiete in Belgien und Nordfrankreich an das ršmisch-deutsche Reich ab. Doch der falsche Waffenstillstand wird nicht Bestand haben, und "Narses" wird das Reich spŠter bei Wien und Kšln angreifen.

 

 

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2/39 - 5/26 - 6/97 - 4/82 - 9/94 - 5/50 - 7/19 - 5/94

 

 

2/39                                

 

[1] Vn an deuant le conflit Italique,

[2] Germains1), Gaulois2), Hespagnols pour le fort3):

[3] Cherra4) lÕescolle maison5) de republique6),

[4] Ou7), hors mis peu, seront suffoquŽs8) morts.

 

[1] Ein Jahr vor dem italischen Konflikt

[2] [werden die] Germanen1), [die] Gallier2) [und die] Spanier fŸr den Starken3) [sein].

[3] Zusammenfallen4) wird das "Schulhaus5) der Republik6)",

[4] wo7), au§er Wenigen, [die] Toten Erstickte8) [sind].

 

1) Die 1557er-Ausgabe aus Utrecht und alle 1568er schreiben hier sinngemŠ§ passend den Plural.

2) Auch hier mŸsste die Mehrzahl gemeint sein.

3) Das Wort "fort" taucht in den Zenturien naturgemŠ§ hŠufig auf. Es kann als Adjektiv oder Adverb u. a. mit "stark; sehr, heftig" Ÿbersetzt werden. Als Substantiv bedeutet es entweder "Festung" (1/75/2, 2/25/3?, 2/37/2, 2/39/2, 2/58/2, 2/61/3, 3/6/2, 4/59/3, 4/66/4, 7/27/4, 8/37/4, 9/77/4, 9/89/4, 9/93/1?) oder "der Starke, MŠchtige" (4/82/3, 6/72/2?, 7/19/1?, 7/24/2, 8/44/4, 9/93/1?, 9/94/2). In Zusammenhang mit Italien wird der neue "Narses" - der Starke von Armenien - in 5/50 und 4/82 genannt.

4) Oder u. a. auch: "fallen, stŸrzen; einstŸrzen; zu einem Ende gelangen".

5) Dieses "Schulhaus der Republik" kšnnte wortwšrtlich verstanden werden und dann mšglicherweise die ršmische Republik meinen, vgl. Anmerkung 6. Oder Nostradamus betreibt hier wieder eines seiner Wortspiele. †bertragen wir nŠmlich "Schulhaus" bzw. "Schule" ins Griechische, erhalten wir u. a. "schole". "Schole" bedeutet aber als Substantiv auch "Mu§e, freie Zeit, Rast, Ruhe, MŸ§iggang, Verzšgerung, Langsamkeit", als Adverb "langsam, mit MŸhe, kaum". Somit lie§e sich Zeile drei etwa auch folgenderma§en verstehen: "An ein Ende gelangen wird die Ruhe der Republik".

6) Im Mittelfranzšsischen auch: "Gemeinwohl". Mit Blick auf das lat. "res publica" kšnnte aber einfach "Staat" oder "Gemeinwesen" gemeint sein, ohne das politische System genauer zu charakterisieren. Eine "Republik" taucht wšrtlich in 1/3/3, 1/61/1, 2/39/3, 3/50/1 und 5/29/4 auf. In 3/50 ist damit ein franzšsisches (Pariser) Staatswesen gemeint. Da in 2/39 aber von einem kommenden Konflikt in Italien die Rede ist, kšnnte mit diesem "Schulhaus der Republik" ein ršmisch-(mittel-)italienischer Staat gemeint sein. Bis zur Neuzeit galt das alte Rom nŠmlich als eines der bedeutendsten Beispiele fŸr ein Gemeinwesen mit dieser Staatsform.

7) Das mittelfranzšsische "ou" bedeutet allerdings neben "wo, wohin, von wo" u. a. auch noch "dann, wenn".

8) Oder: "ErwŸrgte". Anzumerken gilt es noch, dass mit "Erstickten" ("suffoquŽs") im Mittelfranzšsischen auch Ertrunkene gemeint sein kšnnen, vgl. ebenfalls griech. "pnigein/pnigesthai" (erwŸrgen, ersticken, ertrinken).

Ein Jahr vor einem Konflikt in Italien werden die Deutschen, Franzosen und Spanier noch auf der Seite des neo-osmanischen (vgl. 9/94) "Narses" stehen. Dann, wenn (bei einer Katastrophe) die meisten der Opfer Erstickte oder Ertrunkene sein werden, wird ein Staat in Schwierigkeiten geraten.

 

In der zweiten Zeile erfahren wir, dass die Germanen (Deutsche), Gallier (Franzosen) und Spanier auf der Seite des "Starken" stehen werden. Mit diesem "Starken" kšnnte hier der neue "Narses" - der "Starke von Armenien" - gemeint sein, der in 5/50 und 4/82 in Zusammenhang mit Italien genannt wird.

 

Von Italien ist auch in 2/39/1 die Rede. Der Zeile ist zu entnehmen, dass es ein Jahr nach oben erwŠhnter Parteinahme zum Konflikt auf der Halbinsel kommen wird. Wie sich dieser Konflikt in Italien auf die Position der Germanen, Gallier und Spanier hinsichtlich des "Starken" auswirken wird, erfahren wir hier allerdings nicht.

 

Im zweiten Teil der Strophe liefert Nostradamus einen chronologischen Querverweis. Zu dieser Zeit wird es irgendwo (etliche) Tote geben, von denen die allermeisten Erstickte oder Ertrunkene sein werden, vgl. Anmerkung 8. Und dort wird auch ein "Schulhaus der Republik" zusammenfallen.

 

Mit diesem "Schulhaus" kšnnte unser Seher tatsŠchlich ein einzelnes, spezielles GebŠude meinen. Oder wir mŸssen die Stelle "Schulhaus der Republik" einmal mehr sinnbildlich bzw. im sprachlich Ÿbertragenen Sinne verstehen. Wie in Anmerkung 5 ausgefŸhrt, kšnnte mit Blick auf das griech. "schole" die Zeile so verstanden werden, dass die Ruhephase einer "Republik" zu Ende geht, d. h. fŸr sie schwere Zeiten anbrechen. "Republik" wiederum kann einen Staat meinen, der eine republikanische Staatsform besitzt oder einen Staat im Allgemeinen, vgl. Anmerkung 6. Von einer Republik in BedrŠngnis lesen wir in 1/3/3, 1/61/1 und 5/29/4 (alle 5.271), von einer Pariser Republik, die von ihren Feinden angegriffen wird in 3/50 (5.146). Verheerende Dezember-†berschwemmungen tauchen in 5.18 (2/33 - 3/12 - 9/37) auf, gerade auch in Frankreich (Garonne, Rhone, Genfer See, Marne).

 

 

5/26

 

[1] La gent2) esclaue1) par vn heur martial,

[2] Viendra en hault degrŽ tant esleuee:

[3] Changeront prince, naistre4) vn prouincial3)

[4] Passer la mer copie5) aux monts leuee.

 

[1] Das slawische1) Volk2) [wird] durch KriegsglŸck

[2] zu gro§er MachtfŸlle kommen [und] sehr hoch empor gehoben werden.

[3] [Sie] werden [den] FŸrsten auswechseln, [und] ein Mann aus der Provinz3) wird erscheinen4).

[4] [Um] das Meer zu Ÿberqueren, [wird die] Armee5) in die Berge hinaufgefŸhrt [werden].

 

1) Oder auch: "Sklavenvolk". Die "Esclavonie" taucht in 2/32/3 und 4/82/1 auf und bezeichnete frŸher etwa den Raum Ostkroatien-SŸdungarn. Wie aber 10/62/3 ("Sclauonie") nahelegt, kšnnen damit wohl auch andere Siedlungsgebiete der Slawen gemeint sein (vgl. griech. "sklabos/sklabenos" = Slawe und Sklave). Siehe ebenfalls GRUBER, S. 430, Anmerkung 56.

2) Auch im Sinne von "Kriegsvolk, Truppen".

3) Ein Bewohner einer Provinz oder auch ein Provinzstatthalter.

4) Alle Ausgaben von 1557 und 1568 schreiben "naistre". Nur die 1568er von Dresden, Paris und Gregorio das passendere "naistra".

5) Das mittelfranzšsische "copie" bedeutet u. a. auch "Truppe, StreitkrŠfte", vgl. lat. "copiae" (u. a. Truppen, Mannschaften).

Die SŸdslawen werden durch KriegsglŸck sehr mŠchtig werden. Sie werden ihren Herrscher auswechseln, und jemand aus der Provinz - ein neuer "Simeon/Pyrrhus" (vgl. 4/82) - betritt die Szene. Er wird mit seiner Armee das Dinarische Gebirge und die Adria Richtung Italien Ÿberqueren.

 

In den ersten beiden Zeilen wird ein Slawenvolk erwŠhnt, das durch KriegsglŸck gro§e Macht erringen wird. Das wŸrde gut zum unaufhaltsamen Vormarsch des SŸdslawenherrschers "Simeon/Pyrrhus" aus 4/82 passen. Ein Vormarsch, der mit einer gro§en Armee vonstatten gehen und so machtvoll sein wird, dass "Narses" nicht wissen wird, wie er den Angreifer bezwingen soll.

 

Falls obige Zuordnung stimmt, mŸsste der neue "Simeon/Pyrrhus" jemand sein, der aus einer Provinz dieses SŸdslawenstaates stammt oder dort als Provinzstatthalter fungiert (dritte Zeile). Der historische Simeon war tatsŠchlich als Herrscher von Epirus und Acarnania seinem Halbbruder Stefan Uros IV. Dusan untergeordnet und somit ein derartiger Statthalter (vgl. den Kommentar zu 4/82). Anders als das historische Vorbild gelangt der neue "Simeon/Pyrrhus" in seinem Staat allerdings an die Macht (man wechselt den FŸrsten aus und der Mann aus der Provinz erscheint).

 

"Simeon/Pyrrhus", der neue starke Mann in diesem SŸdslawenstaat, wird laut Zeile vier die (= seine) Armee in die Berge hinauffŸhren, um dann mit ihr das Meer zu Ÿberqueren. Mit Blick auf 6/97 (und 5.106: 9/30) ist mit den Bergen wohl das von Albanien bis Slowenien reichende Dinarische Gebirge gemeint und mit dem Meer die Adria.

 

 

6/97

 

[1] Cinq & quarante degrŽs1) ciel bruslera,

[2] Feu approucher de2) la grand3) citŽ neufue4),

[3] Instant5) grand flamme7) esparse6) saultera,

[4] Quant8) on vouldra des Normans9) faire preuue.

 

[1] [Bei] 45 Grad [nšrdlicher Breite]1) wird [der] Himmel brennen.

[2] [Das] Feuer [wird sich] der2) gro§en3) neuen Stadt4) nŠhern.

[3] Unmittelbar darauf5) wird [eine] gro§e, ausgedehnte6) Flamme7) hochspringen,

[4] wenn8) man die Normannen9) wird prŸfen wollen.

 

1) Bei ungefŠhr 45 Grad nšrdlicher Breite liegen Orte wie Bordeaux, Aurillac, Le Puy, Valence an der Rhone, Turin, Piacenza, Pula (Istrien), Belgrad, Simferopol (Halbinsel Krim).

2) Oder im Gegenteil auch mšglich: "von ... her".

3) Im heutigen Franzšsisch: "grande".

4) Damit ist Neapel gemeint (griech. "nea polis" = [die] neue Stadt). Neapel taucht in 1/11/2, 1/24/1, 1/69/4 (?), 1/87/2, 2/16/1, 3/25/2, 3/74/1, 5/43/2, 6/97/2, 7/6/1, 8/9/3, 9/92/1 und 10/49/1 auf, wobei es in 1/24/1, 1/87/2, 6/97/2, 9/92/1 und 10/49/1 "neue Stadt" genannt wird.

5) Oder: "sofort, plštzlich".

6) "Esparse" bedeutet u. a. "umherliegend, ausgebreitet, ausgedehnt, zerstreut, aufgelšst".

7) Der Begriff "Flamme" taucht in den Zenturien nur selten auf. Wir finden ihn in 1/1/3, 1/97/1, 4/24/2, 4/82/4, 6/19/1 und 6/97/3. Im Lateinischen bedeutet "flamma" (Flamme) im Ÿbertragenen Sinne u. a. "hšchste Gefahr, Verderben, Zerstšrung". Dabei ist auch eine Personalisierung mšglich, so dass ebenfalls von einem Verderber oder Zerstšrer die Rede sein kann. Von einer als "Flamme" bezeichneten Person ("humaine flamme" = menschliche Flamme) spricht Nostradamus in 4/24/2 - und meines Erachtens auch in 6/19/1.

8) Lies: "quand". Vgl. dazu die 1568er-Ausgaben von Arbau, Dresden, Paris und Gregorio.

9) Normannen tauchen namentlich in 6/16/2, 6/97/4, 7/10/3, 9/30/2 und 10/51/3 auf. Vom normannischen Kšnig ist in 9/7/4 die Rede. Die Normannen (Wikinger) stammten ursprŸnglich aus Skandinavien. 911 erhielten sie vom westfrŠnkischen Kšnig die nach ihnen benannte Normandie als Lehen. Kurzzeitig beherrschten sie auch die benachbarte Bretagne. 1066 eroberten die Normannen unter ihrem Herzog Wilhelm dem Eroberer England, der zum englischen Kšnig gekršnt wurde. Ein weiterer normannischer Staat entstand in SŸditalien, wo die NordmŠnner seit der zweiten HŠlfte des 11. Jahrhunderts Apulien, Kalabrien und Sizilien kontrollierten. Herzog Roger II. vereinigte 1130 Sizilien und die Besitzungen auf dem italienischen Festland und residierte als Kšnig des neuen Gesamtstaates in Palermo. In den folgenden Jahren eroberte er Amalfi, Neapel und Gaeta fŸr sein sŸditalienisches Normannenreich.

Bei 45 Grad Nord - wohl in oder bei Istrien - wird Krieg herrschen. Die "Normannen" (SŸditaliener? Franzosen?) werden dabei besiegt und der sŸdslawische "Simeon/Pyrrhus" (vgl. 4/82) stš§t weiter nach SŸden, nach Neapel vor. Kurz nach der Niederlage der "Normannen" wird eine "gro§e, ausgedehnte Flamme" hochspringen - vielleicht ein Vulkan ausbrechen?

 

In 6/97/3 taucht wie in 4/82/4 eine "Flamme" auf. Zudem nŠhert sich in 6/97/2 ein "Feuer" Neapel. Einer Stadt, die zu Gro§griechenland - wahrscheinlich der "Romanie" aus 4/82/3 - gehšrte.

 

Wie wir in der ersten Zeile von 6/97 erfahren, wird der "Himmel" bei 45 Grad nšrdlicher Breite "brennen". Das kšnnte auf eine astronomische Erscheinung wie einen Kometen hindeuten. GemŠ§ Zeile zwei wird sich allerdings ein "Feuer" der Stadt Neapel nŠhern. Falls dieses mit dem Himmelsbrand aus der ersten Zeile identisch sein sollte, ist damit womšglich etwas Anderes, Weltlicheres gemeint.

 

Das Feuer wird in der Astrologie den Tierkreiszeichen Widder, Lšwe und SchŸtze sowie der Sonne und dem Mars zugeordnet. Und ich vermute, Nostradamus hat hier den Kriegsgott Mars bzw. den Krieg gemeint, der sich von 45 Grad Nord her Neapel nŠhert.

 

Interessant ist in diesem Zusammenhang 9/30 (5.106). Dort lesen wir, dass die normannische Flotte bei Pula und Sveti Nikola (beide Istrien) liegen wird, um dann in der Kvarner-Bucht unterzugehen. Der erwŠhnte 45ste Breitengrad verlŠuft nun sowohl durch Istrien als auch diese Bucht.

 

Laut 6/97/4 wird man die Normannen prŸfen wollen. Mit dieser "PrŸfung" kšnnte deren militŠrische Niederlage šstlich von Istrien gemeint sein. Doch von wem werden sie besiegt? Mit Blick auf 4/82 kommt dafŸr der neue "Simeon/Pyrrhus" infrage, der anders als der historische Pyrrhus im nšrdlichen Adriaraum nach Italien vorstš§t. Sein Ziel wird dabei SŸditalien sein - wohin er das "Feuer" (den Kriegsgott Mars) bringen wird.

 

In der dritten Zeile ist davon die Rede, dass kurz nachdem man die Normannen wird prŸfen wollen, eine "gro§e, ausgedehnte (zerstreute?) Flamme" hochspringen wird. Das sieht nach einem Zeichen, einer Naturerscheinung aus, die die VorgŠnge in der Welt der Menschen zeitlich begleitet. Ein feuriges Himmelszeichen wie etwa ein Meteor oder eine Sternschnuppe wŠre denkbar. Doch solche fallen eher von oben nach unten als dass sie "hochspringen". Sollte einer der sŸditalienischen Vulkane spektakulŠr ausbrechen, - vielleicht der Vesuv bei Neapel? Von einem Ausbruch dieses Feuerberges lesen wir in 5.287 (1/69-1/87).

 

Bleibt noch die Frage, wen Nostradamus in 6/97/4 mit seinen "Normannen" meint. In 6/16 ist von den "Normannen Frankreichs" die Rede. Auch in 7/10 und 10/51 sind die Normannen mit grš§ter Wahrscheinlichkeit Franzosen. Interessant ist 9/7. Jener Strophe ist zu entnehmen, dass jemand nicht wird erfahren kšnnen, ob es besser ist, bretonischer oder normannischer Kšnig zu sein. In der Bretagne gab es ab dem 5. und 6. Jahrhundert mehrere Kšnigreiche. Im 9. Jahrhundert kam es zur Bildung eines instabilen Kšnigreichs Bretagne, bevor die Normannen das Land beherrschten. Seit 937 war die Bretagne ein Herzogtum, das 1532 endgŸltig mit Frankreich vereinigt wurde. Die Normandie jedoch war nie ein Kšnigreich sondern seit Rollo (911) ein Herzogtum. Allerdings stellten die Normannen von 1066-1154 sechs Kšnige von England. In SŸditalien etablierten die NordmŠnner das Kšnigreich Sizilien, das das normannische Haus Hauteville von 1130-1194 beherrschte. Damit ist natŸrlich nicht ausgeschlossen, dass die Normandie in Zukunft einmal zu einem eigenen Kšnigreich aufsteigen wird. Interessanterweise wird aber gemŠ§ 5/50/1f. ein (wohl franzšsischer) Bourbone SŸditalien beherrschen, Šhnlich wie die das Haus Anjou 1266-1282 und Anjou-Valois 1435-1442.

 

Die bei Istrien besiegten Normannen dŸrften also entweder aus der franzšsischen Normandie kommen oder aus einem neuen Kšnigreich Sizilien, wobei die zweite Lšsung geografisch naheliegender wŠre.

 

 

4/82

 

[1] Amas sÕapproche venant dÕEsclauonie1),

[2] LÕOlestant2) vieulx citŽ ruynera:

[3] Fort3) desolee verra la4) Romanie5).

[4] Puis la grand flamme6) estaindre ne scaura.

 

[1] Aus [dem] Slawenland1) kommend, nŠhert sich [eine] gro§e Armee.

[2] Das alte Verderben2) wird [die] Stadt verwŸsten.

[3] [Der] Starke3) wird die4) "Romanie"5) zerstšrt sehen

[4] [aber] dann nicht wissen, [wie er] die gro§e Flamme6) lšschen [soll].

 

1) Die "Esclavonie" taucht in 2/32/3 und 4/82/1 auf und bezeichnete frŸher etwa den Raum Ostkroatien-SŸdungarn. Wie aber 10/62/3 ("Sclauonie") nahelegt, kšnnen damit wohl auch andere Siedlungsgebiete der Slawen gemeint sein (vgl. griech. "sklabos/sklabenos" = Slawe und Sklave). Siehe ebenfalls GRUBER, S. 430, Anmerkung 56.

2) Verbreitet und vom Kontext her einleuchtend ist die RŸckfŸhrung dieser Wortschšpfung auf das griech. Verb "ollyo" (u. a. zugrunde richten, verderben, zerstšren; verlieren), vgl. LE PELLETIER, Band II, S. 344: "olesthai" (Zerstšrer); LEONI, 244f.: "ollyo/oles" (Zerstšrer); CLƒBERT, S. 553: "olesthai" (Zerstšrer). Bei "olestant" handelt es sich um eine substantivierte Verbform (Partizip PrŠsens), die mit Blick auf das naheliegende griech. "olesthai" (ebenfalls eine Verbform) hier als "das alte Verderben" widergegeben wurde, weil ich konkret eine Anspielung auf den Eigennamen Palaiologos vermute, vgl. Kommentar.

          Im Lateinischen bšte sich das Verb "olere" (duften, stinken) an. Dann hŠtten wir wohl einen "alten Stinker" vor uns. Oder sollte beim Druck etwas schiefgelaufen sein? "LÕOleſtant" kšnnte dann mšglicherweise "lÕOlefant" meinen. Das mittelfranzšsische "olifant" bedeutet sowohl "Elefant" wie auch "(Signal)horn aus Elfenbein". Einen Elefanten finden wir in den Sechszeilern der zusŠtzlichen Prophezeiungen, deren Urheberschaft aber noch ungeklŠrt ist (+S/29/4, +S/39/4, +S/56/1). Ein Olifant wŸrde uns dagegen auf Markgraf Roland verweisen, der ein solches Signalhorn besa§, einsetzte und der an anderer Stelle in den Zenturienstrophen auftaucht (5.14: v. a. 7/10). Ein weiterer bekannter Olifantenbesitzer war Gaston IV. von BŽarn (vor 1074-1131), genannt "der Kreuzfahrer". Sein Olifant befindet sich mit seinem Grab in Saragossa (Kathedrale Basilica del Pilar).

3) Das Wort "fort" taucht in den Zenturien naturgemŠ§ hŠufig auf. Es kann als Adjektiv oder Adverb u. a. mit "stark; sehr, heftig" Ÿbersetzt werden. Als Substantiv bedeutet es entweder "Festung" (1/75/2, 2/25/3?, 2/37/2, 2/39/2, 2/58/2, 2/61/3, 3/6/2, 4/59/3, 4/66/4, 7/27/4, 8/37/4, 9/77/4, 9/89/4, 9/93/1?) oder "der Starke, MŠchtige" (4/82/3, 6/72/2?, 7/19/1?, 7/24/2, 8/44/4, 9/93/1?, 9/94/2). Als VerstŠrkung von "desolee" verstanden wŸrde die Zeile etwa "[Man/Er] wird seine Romanie stark zerstšrt sehen" bedeuten.

4) In fast allen Ausgaben von 1557 und 1568 steht hier "sa" (seine). Die Ausnahmen bilden Budapest/Moskau 1557 und Paris 1568, wo wir "la" (die) finden. Um beide Deutungen zu ermšglichen, wurde hier der zweiten Variante der Vorzug gegeben.

5) Die 1568er-Ausgaben von Dresden, Paris und Gregorio schreiben "Romainie". Die "Romanie" wird in 4/82/3, 5/50/2 und 8/60/1 erwŠhnt. Mit der "Romanie" ist im Alt- und Mittelfranzšsischen das Byzantinische Reich ("Ostrom") gemeint, im Besonderen Griechenland. Fassen wir "Romanie" als Synonym fŸr Griechenland auf, erhalten wir in 5/50/2 "Gro§griechenland" ("grande Romanie") - bzw. Magna Graecia (lat.) oder Megale Hellas (griech.). Als Gro§griechenland wurden das von Griechen besiedelte SŸditalien und Sizilien bezeichnet. In Italien gibt es jedoch noch ein anderes Gebiet, das ein aussichtsreicher Kandidat fŸr die "Romanie" ist: die Romagna (der sŸdšstliche Teil der Emilia-Romagna zwischen Apennin und Adria mit Ravenna und Rimini als wichtigsten StŠdten). Die germanischen Langobarden fielen 568-69 in Italien ein und begrŸndeten dort ihr Reich (u. a. mit der "Lombardei"). Jene Regionen in Norditalien, die jedoch von den Ostršmern (Byzantinern) gehalten werden konnten, erhielten den Namen Romania - u. a. die heutige Romagna (frŸher auch: "Romanei"). Zur Zeit des Nostradamus gehšrte die Romagna zum Kirchenstaat. Allerdings sollte bis auf Weiteres die Mšglichkeit nicht au§er Acht gelassen werden, dass hier ein nostradamischer Neologismus vorliegen kšnnte. In diesem Fall kŠmen als Kandidaten v. a. das Latium (die "Ršmer Region") oder der Kirchenstaat als Ganzes infrage, vgl. CLƒBERT, S. 625.

6) Der Begriff "Flamme" taucht in den Zenturien nur selten auf. Wir finden ihn in 1/1/3, 1/97/1, 4/24/2, 4/82/4, 6/19/1 und 6/97/3. Im Lateinischen bedeutet "flamma" (Flamme) im Ÿbertragenen Sinne u. a. "hšchste Gefahr, Verderben, Zerstšrung". Dabei ist auch eine Personalisierung mšglich, so dass ebenfalls von einem Verderber oder Zerstšrer die Rede sein kann. Von einer als "Flamme" bezeichneten Person ("humaine flamme" = menschliche Flamme) spricht Nostradamus in 4/24/2 - und meines Erachtens auch in 6/19/1.

Aus den slawisch besiedelten Gebieten des Balkans marschiert eine gro§e Armee nach Italien. Ihr Oberbefehlshaber ist jemand, der an den serbisch-byzantinischen Simeon Uros Palaiologos (14. Jh.) und den antiken Pyrrhus (3. Jh. v. Chr.) erinnert. Dieser "Simeon/Pyrrhus" wird nach SŸditalien ziehen und Neapel verwŸsten. "Narses" wird nicht wissen, wie er ihn besiegen soll.

 

In der dritten Zeile taucht ein "Starker" auf, mit dem wieder der - muslimische -neue "Narses" gemeint sein kšnnte (vgl. die AusfŸhrungen zu 5/50 und 9/94). Zu dieser Annahme wŸrde passen, dass in derselben Zeile von der "Romanie" die Rede ist. In 5/50/2 taucht nŠmlich die "Romanie" ebenfalls auf. Dort erfahren wir, dass ein Bourbonenspršssling die "gro§e Romanie" (SŸditalien?) besitzen wird.

 

In 4/82/3 erfahren wir, dass der "Starke" die "Romanie" in zerstšrtem Zustand sehen wird. Doch wer ist fŸr deren VerwŸstung verantwortlich?

 

Als aussichtsreicher Kandidat kommt hierfŸr wohl die "gro§e Flamme" aus der vierten Zeile infrage. Damit ist meines Erachtens ein gro§er Zerstšrer - ein Feldherr oder Machthaber - gemeint, vgl. Anmerkung 6. Und anders als der historische Narses bei den Ostgoten Totila und Teja, wird der neue "Narses" nicht wissen, wie er diese "Flamme" besiegen ("lšschen") kann.

 

In den ersten beiden Zeilen dŸrften wir NŠheres Ÿber die "Flamme", den Zerstšrer der "Romanie" erfahren. Nostradamus nennt ihn in 4/82/2 das "alte Verderben". †bertragen wir "altes Verderben" ins Griechische, erhalten wir "palaios loigos" ("palaios" = alt, "loigos" = Verderben, Unheil, Untergang, Vernichtung, Tod). Die fast gleich hei§enden Palaiologen (griech. "Palaiologoi") waren die letzte Dynastie, die das Byzantinische Reich von 1259-1453 regierten - also dessen Untergang ("Verderben", "Zerstšrung") durch die Osmanen miterlebten.

 

Neben den letzten byzantinischen Kaisern ist hier aber auch ein serbischer Machthaber interessant, der Ÿber seine Mutter mit dieser Dynastie verbunden war: Simeon Uros Palaiologos (?-1370/71). Simeon war der Halbbruder des gro§en serbischen Herrschers Stefan Uros IV. Dusan (1331-1355). Er beherrschte unter Stefan Epirus und Acarnania (westl. Griechenland). Nach dem Tod von Stefan versuchte Simeon u. a. auch militŠrisch, die Herrschaft Ÿber Serbien zu erlangen, scheiterte 1358 damit aber endgŸltig. Als "Kaiser der Ršmer [= Griechen] und Serben" regierte Simeon schlie§lich von 1359-1366 Epirus und von 1356-1371 Thessalien.

 

Simeon wŸrde die Verbindung zum slawischen Bereich herstellen, aus dem gemŠ§ 4/82/1 eine gro§e Armee kommen wird, um "die Stadt" - und SŸditalien (4/82/4) - zu verwŸsten. Der serbisch-byzantinische "Kaiser" ist nie in Italien einmarschiert. Doch einer seiner VorgŠnger als Herrscher von Epirus durchaus. Es handelt sich dabei um Pyrrhus I. (306-302 und 297-272 v. Chr.), dessen Name "Feuerkopf" (= Rotschopf) bedeutet, was wiederum gut zur "gro§en Flamme" bei Nostradamus passen wŸrde. Pyrrhus fŸhrte von 280-275 v. Chr. griechische StreitkrŠfte aus verschiedenen Staaten Ÿber das Meer nach SŸditalien und Sizilien, um dort gegen das sich ausbreitende Rom (und das verbŸndete Karthago) zu kŠmpfen. Pyrrhus errang dabei zwar bedeutende Siege, die aber mit so schweren Verlusten erkŠmpft wurden, dass er sich nach Epirus zurŸckziehen musste. In den drei Folgejahren konnten die Ršmer so das ganze griechische SŸditalien erobern.

 

NostradamusÕ neuer "Simeon/Pyrrhus" dŸrfte vom slawisch besiedelten Westbalkan militŠrisch nach Italien vorsto§en. Dort wird er eine Stadt und SŸditalien verwŸsten. Und der muslimische "Narses" wird nicht wissen, wie er ihn besiegen kann. Doch wie bzw. wo dringen die SŸdslawen auf die Apeninenhalbinsel vor? Und welche Stadt zerstšren sie? Die Antworten kšnnten wir in 6/97 finden, vgl. dort.

 

 

 

 

 

 

 

9/94

 

[1] Foibles1) galleres2) seront vnies3) ensemble,

[2] Ennemis faux4) le plus fort5) en rampart6):

[3] Faible7) assaillies Vratislaue8) tremble,

[4] Lubecq9) & Mysne10) tiendront barbare11) part.

 

[1] Schwache1) Galeeren2) werden zusammen vereint3) sein.

[2] [Die] Feinde [werden] falsch4) [und] der StŠrkste5) hinter [der] Festungsmauer6) [sein].

[3] [Die] Schwachen7) [werden] angegriffen [und] "Vratislav"8) zittert.

[4] LŸbeck9) und Mei§en10) werden [fŸr die] barbarische11) [Seite] Partei ergreifen.

 

1) Oder u. a. auch: "unbedeutend, unwichtig; elend".

2) Zur Zeit des Nostradamus war eine Galeere ein gro§es Kriegsschiff, das sowohl von einem Segel wie auch von Ruderern angetrieben wurde. Als Ruderer wurden dabei oft StrŠflinge oder Kriegsgefangene eingesetzt. Von Galeeren ist auch in 7/26/1, 9/43/4, 9/79/2 und 10/2/1 die Rede.

3) Die 1568er-Ausgaben von Dresden, Paris und Gregorio schreiben fŠlschlicherweise "vnis".

4) Auch im Sinne von "hinterhŠltig, betrŸgerisch".

5) Das Wort "fort" taucht in den Zenturien naturgemŠ§ hŠufig auf. Es kann als Adjektiv oder Adverb u. a. mit "stark; sehr, heftig" Ÿbersetzt werden. Als Substantiv bedeutet es entweder "Festung" (1/75/2, 2/25/3?, 2/37/2, 2/39/2, 2/58/2, 2/61/3, 3/6/2, 4/59/3, 4/66/4, 7/27/4, 8/37/4, 9/77/4, 9/89/4, 9/93/1?) oder "der Starke, MŠchtige" (4/82/3, 6/72/2?, 7/19/1?, 7/24/2, 8/44/4, 9/93/1?, 9/94/2).

6) Oder: "Festungswall".

7) Obwohl in allen 1568ern im Singular, sollte es hier wohl "faibles" hei§en.

8) "Vratislavia" ist der lateinische Name von Breslau, dem heutigen Wroclaw. Die Hauptstadt der Slowakei, Bratislava, trŠgt ihren jetzigen Namen erst seit 1919, zuvor hie§ sie Pressburg (franz. Presbourg). Im Lateinischen lautet ihre Bezeichnung Posonium, Pisonum u. Š. Das lat. "Bratislavia" wŸrde hingegen das wei§russische Braslau (Braslaw) nahe der lettischen Grenze meinen. Denkbar wŠre aber auch, dass Nostradamus hier an einen neuen Herrscher Vratislav bzw. dessen LŠnder Bšhmen und MŠhren (= "Vratislavien", d. h. das heutige Tschechien) gedacht hat. Der mŠhrische FŸrst Vratislav soll zu Beginn des 9. Jh. Pressburg (Bratislava) gegrŸndet haben. Herzog Vratislav I. (915-921) herrschte in Bšhmen und grŸndete das schlesische Breslau. Vratislav II. (1061-1092) war zunŠchst Herzog von Bšhmen, wurde aber 1086 von Kaiser Heinrich IV. zum Kšnig des Landes erhoben.

9) LŸbeck, das 1226 Freie Reichsstadt wurde, entwickelte sich bereits im 13. Jh. zur bedeutenden Handelsmacht in Nordeuropa. Nach der Eroberung des gotlŠndischen Visby durch den Kšnig von DŠnemark 1361 wurde die Stadt zum Hauptort, zur "Kšnigin der Hanse", die im 12. Jh. entstanden war. Den Hšhepunkt ihrer Macht im Ostseeraum erreichten LŸbeck und die Hanse nach dem militŠrischen Sieg Ÿber den alten Gegner DŠnemark im Jahr 1369. Eine Stellung, die trotz innerer Unruhen und einem neuen Krieg gegen die DŠnen verteidigt werden konnte. Allerdings musste die Hanse in der ersten HŠlfte des 15. Jh. das Aufkommen der niederlŠndischen Handelskonkurrenz in der Ostsee nach einem Krieg gegen die HollŠnder 1441 hinnehmen. DafŸr konnte die Hanse 1474 einen Sieg gegen England verzeichnen. 1531 wurde in LŸbeck die Reformation eingefŸhrt. Nach der Niederlage LŸbecks im Rahmen der innerdŠnischen Grafenfehde gegen DŠnen, Schweden und Preu§en im Jahr 1535 sowie der Gefangennahme und Hinrichtung des LŸbecker BŸrgermeisters durch den Erzbischof von Bremen 1537 war LŸbecks Zeit als "Kšnigin der Hanse" vorbei. Die Hanse existierte zwar weiter, doch auch sie befand sich - abgesehen von einer ZwischenblŸte zu Beginn des 17. Jh. - langfristig auf dem absteigenden Ast.

10) Vgl. lat. "Misna, Misena" (Mei§en). Damit kann die Stadt, die Markgrafschaft (bis 1423) oder das Bistum gemeint sein, das bis zur Reformation 1539 existierte. Die Stadt Mei§en begann sich im 10. Jh. nahe der gleichnamigen Burg ("Misnia") zu entwickeln. 968 ist der erste Markgraf von Mei§en bezeugt, und im selben Jahr wurde auch das Bistum Mei§en gegrŸndet. Die Markgrafschaft umfasste ab dem 11. Jh. gro§e Teile des heutigen Sachsens zwischen Erzgebirge und Nei§e. 1423 wurde der Wettiner Markgraf von Mei§en zum Herzog und KurfŸrsten von Sachsen-Wittenberg (vgl. 6/15/4), womit die Markgrafschaft Teil des  KurfŸrstentums Sachsen wurde, das aus Sachsen-Wittenberg 1356 entstand. 1485 wurde Sachsen jedoch unter den Wettiner BrŸdern Ernst und Albrecht aufgeteilt. Wittenberg und Mei§en gehšrten dabei zum albertinischen (šstlichen) Teil. Die KurwŸrde blieb bis 1547 beim ernestischen (westlichen) Sachsen. Nach der Niederlage des protestantischen Schmalkaldischen Bundes - dem das ernestische Sachsen angehšrte - gegen Kaiser Karl V. gingen jedoch die KurwŸrde und gro§e Gebiete an den albertinischen Teil Ÿber, der auf der Seite des Kaisers kŠmpfte (obwohl dessen Oberhaupt Moritz von Sachsen ebenfalls Protestant war).

11) Nach antikem VerstŠndnis sind "Barbaren" Nichtgriechen bzw. Nichtršmer. Nostradamus meint damit allem Anschein nach Orientalen, besonders Nichtchristen (namentlich Muslime). Dabei schwingt sicher auch ein abwertender Gedanke mit, vgl. CLƒBERT, S. 784. Doch hinter der Wortwahl unseres Sehers stehen wohl auch rein sprachliche GrŸnde, etwa die Anspielung auf die Barbareskenstaaten, die vom 16. bis zum 19. Jahrhundert zwischen Marokko und €gypten existierten. Oder das Anagramm "barbare"-"arabe" (Barbar-Araber), das allerdings etwa auch Muslime anderer Ethnien umfassen dŸrfte. In den Zenturien tauchen "Barbaren" etliche Male auf. Die orientalische Spur scheint mir dabei v. a. in folgenden Strophen sichtbar zu sein: 5/13 (5.47), 5/78 (5.23), 5/80 (5.187), 6/21 (5.16) und 9/60 (5.8).

"Narses" wird sich hinter einer Festungs- oder Stadtmauer verschanzen. Seine Feinde werden sich ihm gegenŸber hinterhŠltig verhalten - das sind vermutlich die Deutschen, Franzosen und Spanier, die noch ein Jahr vor dem Italienkrieg des "Simeon/Pyrrhus" auf der Seite des Neo-Osmanen standen, vgl. 2/39. Jetzt fallen sie ihm in den RŸcken. Doch "Narses" steht nicht ganz alleine da. LŸbeck (bzw. eine neue "Hanse") und Mei§en ("Sachsen") ergreifen fŸr die Neo-Osmanen Partei. Dies fŸhrt dazu, dass der benachbarte tschechische Herrscher "Vratislav" vor Angst zittert. Schwache Kriegsschiffe ("Galeeren"), die sich zusammengeschlossen haben, werden dann angegriffen.

 

In der zweiten Zeile taucht der "StŠrkste" auf, mit dem wieder der neue "Narses" gemeint sein kšnnte. Ein Indiz fŸr diese Zuordnung kšnnte der Bezug zu Deutschland bzw. dem ršmisch-deutschen Reich sein (Vratislav/Tschechien, LŸbeck bzw. die Hanse und Mei§en). Vgl. dazu 2/39/2 und 5/94.

 

Laut 9/94/2 wird sich der von mir vermutete "Narses" hinter einer Festungsmauer befinden bzw. verschanzen. Doch hinter der Mauer welcher Festung oder Stadt? Der Grund dafŸr scheinen jedenfalls "falschen Feinde" zu sein. In 5/50/4 erfahren wir, dass ein Pakt gegen "Narses" marschiert, der wohl aus den erwŠhnten Feinden bestehen wird. Doch um wen handelt es sich dabei? Laut 9/94/2 werden es "falsche", d. h. in diesem Zusammenhang wohl hinterhŠltige, betrŸgerische Feinde sein. Interessant ist in diesem Zusammenhang die Angabe aus 2/39, dass ein Jahr vor dem Konflikt in Italien die Deutschen, Franzosen und Spanier fŸr den Starken (wohl "Narses") sein werden. Es wŠre nun denkbar, dass diese drei MŠchte ihre Haltung zu "Narses" plštzlich Šndern und ihm gemeinsam hinterhŠltig in den RŸcken fallen.

 

Wie schon zu 5/50 ausgefŸhrt, ist es aus AnalogiegrŸnden denkbar, dass der neue "Narses" ein muslimischer Feldherr sein wird, der fŸr ein neues Osmanisches Reich in den Krieg zieht. In diesem Fall wŠre er bei Nostradamus wohl ein "Barbar", d. h. ein Orientale islamischen Glaubens, oder mindestens jemand, der fŸr eine solche "barbarische" Macht kŠmpft, vgl. Anmerkung 11.

 

Von einer "barbarischen Seite" ist in 9/94/4 die Rede. Wir erfahre hier, dass LŸbeck (oder die Hanse) und Mei§en fŸr die "Barbaren" Partei ergreifen werden. Diese "Barbaren" wŠren wohl mit den Neo-Osmanen unter FŸhrung von "Narses" zu identifizieren. LŸbeck bzw. die Hanse mŸsste eine kŸnftige Macht im Ostseeraum sein, Mei§en ein sŠchsisches Staatsgebilde.

 

Laut Zeile drei wird wohl ein neuer "Vratislav" (oder ein - sein - tschechisches Staatsgebilde) zittern. Doch warum? Mšglicherweise wegen des benachbarten Sachsens (Mei§en), das sich auf die Seite von "Narses" stellt - und dabei in Richtung Bšhmen feindliche Absichten verfolgt.

 

In der dritten Zeile ist zudem von "Schwachen" die Rede, die angegriffen werden. Damit sind mutma§lich die "schwachen Galeeren" aus der ersten Zeile gemeint.

 

Zeile eins berichtet, dass "schwache Galeeren" vereint sein werden. Mit Blick auf den geografischen Rahmen von 9/94 (zentrales und šstliches Mitteleuropa) kann es verlockend sein, hier eine Anspielung auf die Union von Polen und Litauen (seit 1386) zu vermuten. Polen bzw. das lat. "Polonia" lie§e sich aus den griech. "ploion" (Schiff) und "ploia" (Schiffe) konstruieren. Litauen bzw. das lat. "Lituania" aus dem griech. "naytilia" (Schifffahrt), wobei das griech. "y" dem lat. "u" entsprŠche. Das Adjektiv "Schwach" wŸrde dabei v. a. zur politisch eher schwachen polnischen Adelsrepublik passen. Doch rŸcken wir besser wieder die Zenturientexte in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit und fragen wir uns, in welchem Zusammenhang "Galeeren" sonst noch erwŠhnt werden.

 

Galeeren finden sich au§er in 9/94/1 auch in 7/26/1 (5.270), 9/43/4 sowie 10/2/1 (beide 5.8) und 9/79/2. Interessant sind dabei v. a. 9/43/4 und 10/2/1 (beide 5.8), da sie in Zusammenhang mit einem arabisch-iranischen Angriff auf Europa stehen. Hier sei daran erinnert, dass es sich beim historischen Narses um einen Armenier aus dem iranischen Teil des Landes gehandelt hat, der fŸr das Ostršmische Reich, dessen strategischer Nachfolger das ("barbarische") Osmanische Reich war, in Italien Krieg gefŸhrt hat.

 

In 9/79 wird der AnfŸhrer einer Flotte oder Armee "Angstliche" mit einem Trick dazu bringen, ihre Galeeren zu verlassen, um sie anschlie§end zu tšten. Dieser listenreiche AnfŸhrer kšnnte dabei ein Protestant sein, denn Nostradamus nennt ihn einen "Verleugner des Salbšls". Protestantische MŠchte - die notabene Alliierte der "Barbaren" sind - finden wir wohl auch in 9/94/4: LŸbeck und Mei§en. Schwerer zuzuordnen ist 7/26. Dort lesen wir von einem tšdlichen Krieg, bei dem Segelschiffe und Galeeren um sieben Schiffe herum positioniert sein werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

5/50

 

[1] LÕan que les freres du lys1) seront en aage2)

[2] LÕvn dÕeulx tiendra la grande Romanie3): 

[3] Trembler les monts, ouuert Latin passage4)

[4] Pache5) marcher7), contre fort dÕArmenie6). 

 

[1] [Im] Jahr, in dem die BrŸder der Lilie1) im Alter2) sein werden,

[2] [wird] der eine von ihnen die gro§e "Romanie"3) besitzen.

[3] Die Berge [werden] zittern, [der] latinische Durchgang4) [ist] gešffnet.

[4] [Der] Pakt5) [wird] gegen [den] Starken von Armenien6) marschieren7).

 

1) Die Lilie steht seit dem SpŠtmittelalter fŸr die franzšsische Monarchie und das Haus Bourbon. Hier ist also wohl von zwei mŠnnlichen Bourbonenspršsslingen die Rede.

2) D. h. erwachsen sein werden, vgl. CLƒBERT, S. 625.

3) Die "Romanie" wird in 4/82/3, 5/50/2 und 8/60/1 erwŠhnt. Mit der "Romanie" ist im Alt- und Mittelfranzšsischen das Byzantinische Reich ("Ostrom") gemeint, im Besonderen Griechenland. Fassen wir "Romanie" als Synonym fŸr Griechenland auf, erhalten wir in 5/50/2 "Gro§griechenland" ("grande Romanie") - bzw. Magna Graecia (lat.) oder Megale Hellas (griech.). Als Gro§griechenland wurden das von Griechen besiedelte SŸditalien und Sizilien bezeichnet. In Italien gibt es jedoch noch ein anderes Gebiet, das ein aussichtsreicher Kandidat fŸr die "Romanie" ist: die Romagna (der sŸdšstliche Teil der Emilia-Romagna zwischen Apennin und Adria mit Ravenna und Rimini als wichtigsten StŠdten). Was dieser Lšsung Gewicht verleiht, ist der Umstand, dass der Name der Region auf VorgŠnge zur Zeit des Narses verweist, vgl. Anmerkung 6. Die germanischen Langobarden fielen 568-69 in Italien ein und begrŸndeten dort ihr Reich (u. a. mit der "Lombardei"). Jene Regionen in Norditalien, die jedoch von den Ostršmern (Byzantinern) gehalten werden konnten, erhielten den Namen Romania - u. a. die heutige Romagna (frŸher auch: "Romanei"). Zur Zeit des Nostradamus gehšrte die Romagna zum Kirchenstaat. Allerdings sollte bis auf Weiteres die Mšglichkeit nicht au§er Acht gelassen werden, dass hier ein nostradamischer Neologismus vorliegen kšnnte. In diesem Fall kŠmen als Kandidaten v. a. das Latium (die "Ršmer Region") oder der Kirchenstaat als Ganzes infrage, vgl. CLƒBERT, S. 625.

4) Mit diesem "latinischen Durchgang" kšnnte die Via Latina gemeint sein (lat. "via" = Weg, Pfad, Bahn usw.). Die Via Latina ist eine der Šltesten Ršmerstra§en und fŸhrt von Rom aus 218 km Richtung SŸdosten bis nach Capua. Dort gab es den Anschluss an die Via Appia, die bis nach Brindisi fŸhrte.

5) Oder: "Vereinbarung, Abkommen; Versprechen".

6) Das Wort "fort" taucht in den Zenturien naturgemŠ§ hŠufig auf. Es kann als Adjektiv oder Adverb u. a. mit "stark; sehr, heftig" Ÿbersetzt werden. Als Substantiv bedeutet es entweder "Festung" (1/75/2, 2/25/3?, 2/37/2, 2/39/2, 2/58/2, 2/61/3, 3/6/2, 4/59/3, 4/66/4, 7/27/4, 8/37/4, 9/77/4, 9/89/4, 9/93/1?) oder "der Starke, MŠchtige" (4/82/3, 6/72/2?, 7/19/1?, 7/24/2, 8/44/4, 9/93/1?, 9/94/2).

          Armenien wird in 3/31/1, 5/50/4, 5/54/3 und 5/94/3 genannt. Es umfasste in frŸherer Zeit weit grš§ere Gebiete als heute, darunter gro§e Teile der šstlichen TŸrkei, des Transkaukasus und Gebiete im nordwestlichen Iran.

          In 5/94 ist von einem gro§en Feldherren aus Armenien die Rede, der in Europa aktiv werden und sowohl Wien als auch Kšln angreifen wird. In 5/50 geht es zudem mit gro§er Wahrscheinlichkeit um VorgŠnge in Italien. In diesem Kontext bietet sich der ostršmische Feldherr Narses (ca. 478-ca. 574) als historisches Vorbild fŸr den Armenier an:

          Der Eunuch Narses stammte aus dem von den persischen Sassaniden besetzten Teil Armeniens. Er diente dem ostršmischen Kaiser Justinian I. (527-565) erst als Verwalter der kaiserlichen Finanzen. Den gewalttŠtigen Nika-Aufstand in Konstantinopel konnte er durch geschicktes Manipulieren und Bestechen der Rebellen 532 beenden, wodurch er sich das besondere Vertrauen des Kaisers erwarb. Der Zivilist Narses wurde 538 mit einem Heer nach Italien gesandt, um dort seinem Rivalen, dem ostršmischen Feldherrn Belisar zu helfen, der seit 535 die Ostgoten unter Kšnig Totila bekŠmpfte. Da sich die beiden HeerfŸhrer durch ihr Handeln in Italien aber gegenseitig blockierten, wurde Narses bald wieder nach Konstantinopel zurŸckgerufen. Weil Belisar in Italien aber in den folgenden Jahren scheiterte, wurde der armenische Feldherr Narses 551 nun als Oberbefehlshaber nach Italien geschickt. Er drang auf dem Landweg nach Nordtalien ein und schlug im Sommer 552 die Ostgoten in Umbrien, wobei deren Kšnig Totila fiel. Im Herbst desselben Jahres besiegte er die Ostgoten erneut - diesmal am Mons Lactarius zwischen Neapel und Salerno. In dieser Schlacht fiel der letzte Ostgotenkšnig Teja. Im FrŸhjahr 554 schlie§lich schlug Narses ein in Italien eingefallenes frŠnkisch-alamannisches Heer in der Schlacht am Casilinus nahe Capua. Der Armenier widmete sich nach seinen militŠrischen Siegen dem Wiederaufbau Italiens, bis er 568 beim neuen ostršmischen Kaiser Justin II. (565-578) in Ungnade fiel und von seinem Posten in Italien (Statthalter) abberufen wurde. Narses blieb allerdings in Italien und wurde Zeuge der langobardischen Invasion von 568/69, der er mit nur mŠ§igem Erfolg begegnen konnte. Er starb ca. 574 in Rom.

7) Die beiden 1557er-Ausgaben sowie die 1568er-Ausgaben von Dresden, Paris und Gregorio schreiben "marcher" (marschieren, angreifen), die restlichen 1568er "macher" (kauen; zermalmen, zerquetschen).

Ein Pakt wird gegen den neuen "Narses" ins Feld ziehen. Die BŸndnispartner dŸrften dabei die Deutschen, Franzosen und Spanier aus 2/39 und 9/94 sein. Sie werden Ÿber Rom nach SŸden, Richtung Capua marschieren. Zum Zeitpunkt, wenn zwei BrŸder aus dem Hause Bourbon beide volljŠhrig sind, wird einer der beiden SŸditalien besitzen.

 

In der vierten Zeile taucht ein "Starker von Armenien" auf, in dem ich einen neuen "Narses" sehe, vgl. Anmerkung 6. D. h. es dŸrfte sich um einen Feldherren handeln, der im Dienst eines neuen Byzanz steht. Zur Zeit des Nostradamus war dies das islamische Osmanische Reich. Somit mŸsste der neue "Narses" aus AnalogiegrŸnden fŸr ein Neo-Osmanisches Reich kŠmpfen und dŸrfte wohl auch selbst Muslim sein.

 

Laut Zeile vier wird ein BŸndnis gegen den neuen "Narses" in den Krieg ziehen. Doch wer sind die BŸndnispartner? Mit Blick auf 9/94 dŸrften dies wohl die Deutschen, Franzosen und Spanier sein. Allerdings nicht alle Deutschen, denn LŸbeck und Mei§en stehen auf der Seite des neuen "Narses".

 

Zeile drei ist zu entnehmen, dass die "Berge" zittern und der "latinische Durchgang" gešffnet sein wird. Letzterer kšnnte dabei die Via Latina meinen, die von Rom nach Capua fŸhrt. Die Berge wŠren dementsprechend wohl die Apenninen. Der Vormarsch des Paktes dŸrfte also in Italien, vermutlich entlang der Via Latina von Nord nach SŸd vonstatten gehen.

 

In der ersten HŠlfte der Strophe ist von zwei (Lilien-) BrŸdern aus dem Hause Bourbon die Rede. Dann, wenn beide erwachsen sein werden, wird einer von ihnen die "gro§e Romanie" besitzen. Damit kšnnte die Herrschaft Ÿber das sŸdliche Italien gemeint sein, das alte Gro§griechenland, vgl. Anmerkung 3. Hier sei darauf hingewiesen, dass das Haus Anjou (ein Seitenzweig der Kapetinger), welches im Wappen auch die Lilienblume trŠgt, von 1266-1382 das Kšnigreich Neapel beherrschte und von 1266-1282 ebenfalls die Kšnige von Sizilien stellte. In Neapel regierten ab 1382 die Anjou-Durazzo, bis mit RenŽ dem Guten Kšnig (1435-1442) noch ein Angehšriger von Anjou-Valois den Thron bestieg. Die Bourbonen kamen in Neapel und Sizilien erst 1700 an die Macht.

 

Leider ist in 5/50 aber nicht ersichtlich, in welchem VerhŠltnis die LilienbrŸder zu "Narses" und den VorgŠngen in Italien stehen werden. Frankreich jedenfalls dŸrfte dem "Armenier" in den RŸcken fallen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

7/19

 

[1] Le fort2) Nicene1) ne sera combatu,

[2] Vaincu sera par rutilant3) metal

[3] Son faict sera vn long temps debatu4),

[4] Aux citadins5) estrange espouuantal7).

 

[1] Der nikanische1) Starke2) wird nicht bekŠmpft werden.

[2] Besiegt werden wird [er] durch glŠnzendes3) Metall.

[3] Seine Tat wird [noch] eine lange Zeit diskutiert4) werden.

[4] Den Stadtbewohnern5) [wird sie6)] befremdlich [und] schrecklich7) [erscheinen].

 

1) "Nicene" ist ein (substantiviertes) Adjektiv oder Substantiv, dass sich auf den ersten Blick auf Nizza (franz. Nice) zu beziehen scheint. Das Ÿbliche zur Stadt Nizza gehšrende franzšsische Adjektiv wŠre allerdings "niois(e)". Nizza taucht in den Zenturien in 3/82/1, 5/64/3, 7/30/3, 9/26/1, 10/60/1 und 10/87/1 auf. Als Provenzale hŠtte Nostradamus dabei wohl v. a. an das sŸdfranzšsische Nizza gedacht. Allerdings gŠbe es daneben noch ein Nizza Monferrato in Piemont, rund 20 km sŸdšstlich von Asti, ein lombardisches Ponte Nizza, etwa 40 km sŸdlich von Pavia, und Nizza di Sicilia, etwa 40 km sŸdwestlich von Messina. Der Name "Nizza" geht auf das griech. "(thea) Nikaia" (die siegverleihende [Gšttin]) zurŸck. Lateinische Bezeichnungen der Stadt sind etwa Nicaea oder Nic(ae)ensis Urbs.

          Die Stelle "le fort Nicene" lŠsst sich ganz unterschiedlich Ÿbersetzen. Erstens bedeutet "fort" neben "stark, der Starke" auch "Festung", was uns z. B. "die Festung von Nizza" liefern kšnnte. Mit Blick auf das griech. Adjektiv "nikaia" bzw. die Siegesgšttin Nike wŠre u. a. aber auch die †bertragung als "siegreicher Starker" denkbar.

          In der Antike gab es neben Nizza noch einige andere Siedlungen mit Namen Nikaia (lat. Nicaea). Die historisch bedeutendste war dabei wohl die Stadt des ersten Konzils von NicŠa, das heute tŸrkische Isnik. Der "Starke", der dieses Konzil 325 einberufen lie§, war Kaiser Konstantin (I.) der Gro§e (306-337).

          Ich vermute hier aber ein historisches Vorbild gemeint, das wir aus anderen Stellen kennen: den ostršmischen Feldherren Narses (vgl. 5/50/4 und 5/94/3). Der erste gro§e Erfolg des Armeniers Narses bestand nŠmlich in der Beendigung des gewalttŠtigen Nika-Aufstandes in Konstantinopel (532) gegen Kaiser Justinian I. (527-565). Dabei bestach (vgl. 7/19/2!) der HofkŠmmerer Narses offen einen Teil der AufstŠndischen, was zu deren Spaltung fŸhrte und die militŠrische Niederschlagung der Erhebung ermšglichte, an der sich Narses allerdings nicht selbst beteiligte.

           Der Aufstand erhielt seinen Namen vom Losungswort der Rebellen: "nika" (griech.: siege!). Nika ist aber auch eine Nebenform von Nike, dem Eigennamen der griech. Siegesgšttin (in lat. Schreibweise: "Nice"). Es ist nun denkbar, dass Nostradamus fŸr Narses bzw. dessen kŸnftiges Pendant ein Agnomen geschaffen hat (Šhnlich wie "Selin" fŸr "CHYREN"), wobei statt "nika" "Nice" Verwendung gefunden hat. Aus diesem hypothetischen Beinamen "Nicenus" kšnnte dann das mittelfranzšsische "Nicene" (Niceen?) abgeleitet worden sein.

2) Das Wort "fort" taucht in den Zenturien naturgemŠ§ hŠufig auf. Es kann als Adjektiv oder Adverb u. a. mit "stark; sehr, heftig" Ÿbersetzt werden. Als Substantiv bedeutet es entweder "Festung" (1/75/2, 2/25/3?, 2/37/2, 2/39/2, 2/58/2, 2/61/3, 3/6/2, 4/59/3, 4/66/4, 7/27/4, 8/37/4, 9/77/4, 9/89/4, 9/93/1?) oder "der Starke, MŠchtige" (4/82/3, 6/72/2?, 7/19/1?, 7/24/2, 8/44/4, 9/93/1?, 9/94/2). In 5/50/4 ist von einem "Starken von Armenien" die Rede - wohl einem neuen "Narses".

3) Vgl. auch lat. "rutilare" (u. a. rštlich schimmern, wie Gold glŠnzen).

4) Auch: "abgelehnt".

5) Oder: "BŸrgern".

6) Oder auch: "er".

7) Oder auch im Gegenteil: "schrecklich schšn (= wunderbar)", was hier vom Kontext her aber eher auszuschlie§en ist.

Der neue "Narses" wird nicht durch Waffengewalt sondern durch Geld besiegt werden. Doch von wem? "Simeon/Pyrrhus" wird sich militŠrisch kraftvoll durchsetzen, vgl. oben, 4/82. Somit dŸrften es die Deutschen, Franzosen und Spanier sein, die sich ihren Sieg mit Geld erkaufen. "Narses" dŸrfte wohl deshalb gegen Geld klein beigeben, weil er sich Angesichts der Bedrohung durch "Simeon/Pyrrhus" keine zweite Front leisten kann. Den Leuten - einer bestimmten Stadt? - wird das seltsam und furchtbar erscheinen, und man wird seine Handlungsweise noch lange kontrovers diskutieren.

 

In 7/19/1 ist von einem "Starken" die Rede. Nostradamus gesellt ihm dabei das Attribut "nikanisch" oder "nikenisch" hinzu. Die Einordung der Strophe hŠngt nun nicht unwesentlich von der Deutung dieses RŠtselwortes ab. Wie in Anmerkung 1 ausgefŸhrt, ist dieser Begriff meines Erachtens vom griech. "nika" (bzw. "Nike") abgeleitet und bezieht sich auf den den Nika-Aufstand im Konstantinopel des Jahres 532. Ein Aufstand, der von Narses (ca. 478-ca. 574) mittels Bestechung beendet werden konnte und am Anfang von dessen gro§er Karriere stand. Von einem neuen "Narses" ist meines Erachtens auch andernorts die Rede, vgl. 5/50/4.

 

Interessanterweise taucht in Zusammenhang mit dem "Starken" wiederum eine Bestechung bzw. Geldzahlung auf. In 7/19/1f. erfahren wir nŠmlich, dass er nicht durch Kampf sondern durch "glŠnzendes Metall" - wohl Gold und Silber - besiegt werden wird.

 

Diese Tat oder Handlungsweise des neuen "Narses" - er lŠsst sich kaufen und sucht die Entscheidung nicht auf dem Schlachtfeld - wird laut Zeile drei noch lange (kritisch) diskutiert werden.

 

Den Stadtbewohnern oder BŸrgern wird dieses Verhalten seltsam und schrecklich erscheinen (Zeile 4). Doch von welchen Stadtbewohnern oder BŸrgern ist hier die Rede? Von den Ršmern, den Bewohnern der Ewigen Stadt? Jedenfalls scheinen diese BŸrger auf "Narses" gesetzt zu haben. Hatten sie sich von ihm vielleicht die Befreiung erhofft?

 

 

 

 

 

5/94                                                                             

 

[1] Translatera1) en la grand Germanie3),

[2] Brabant4) & Flandres5), Gand6), Bruges7), & Bologne8):

[3] La trefue9) fainte, le grand duc10) dÕArmenie11),

[4] Assaillira Vienne12) & la Cologne13).

 

[1] †bergeben1) wird [er2)] ans gro§e Germanien3)

[2] Brabant4) und Flandern5), Gent6), BrŸgge7) und Boulogne-sur-Mer8).

[3] Der Waffenstillstand9) [wird nur] vorgetŠuscht [sein]. Der gro§e Feldherr10) aus Armenien11)

[4] wird Wien12) und Kšln13) angreifen.

 

1) Oder u. a.: "abgeben, Ÿbertragen".

2) Oder: "man".

3) Das "gro§e Germanien" meint die lat. "Germania magna", womit die Ršmer das nur zeitweise von ihnen beherrschte Germanien šstlich des Rheins (und nšrdlich der Donau) bezeichneten.

4) Brabant wird in 5/94/2 und 6/30/4 namentlich erwŠhnt. Es umfasste zur Zeit des Nostradamus wesentliche Gebiete des zentralen Belgiens und der sŸdlichen Niederlande. Das Herzogtum Brabant (1182-1548) gehšrte ab 1477 den Habsburgern.

5) Die 1568er-Ausgaben von Dresden, Paris und Gregorio schreiben "blandres", was aber keinen Sinn ergibt. Flandern wird in 3/17/2, 4/19/3, 5/94/2 und 9/18/2 erwŠhnt. Die Grafschaft Flandern (1119-1795) lag an der NordseekŸste und umfasste den westlichsten Teil des heutigen Belgiens und Gebiete in Nordfrankreich sowie den sŸdwestlichen Niederlanden. Ab 1477 gehšrte sie den Habsburgern. Dabei war allerdings nur der kleinere Teil rechts der Schelde Bestandteil des Heiligen Ršmischen Reiches Deutscher Nation ("Reichsflandern"), die Grafschaft links der Schelde gehšrte zum Kšnigreich Frankreich.

6) Gent wird in 2/16/3, 2/50/1, 4/19/3, 5/94/2, 9/49/1, 10/52/1 und 10/83/3 erwŠhnt. Gent war eines der Zentren der Grafschaft Flandern.

7) BrŸgge wird in 5/94/2 und vielleicht auch in 8/49/3 erwŠhnt. BrŸgge war eines der Zentren der Grafschaft Flandern.

8) Aufgrund des geografischen Kontexts ist hier wohl von Boulogne-sur-Mer an der nordfranzšsischen KanalkŸste die Rede, vgl. auch CLƒBERT, S. 670. Ein "Bolo(n)gne" taucht in 5/94/2, 8/53/1 und 9/13/3 auf. Neben obigem Boulogne-sur-Mer kommt dabei als Lšsung v. a. das italienische Bologna infrage (in 9/13/3 und vielleicht auch 8/53/1). In Nordostfrankreich gŠbe es daneben noch ein Bologne etwa 80 km sŸdšstlich von Troyes. Das nordwestbulgarische Widin hie§e auf Franzšsisch ebenfalls Bologne. In Frankreich gibt es zudem noch einige geografische Namen, die den Bestandteil "Boulogne" enthalten. Im Raum Nordfrankreich ist dabei v. a. der Ort Boulogne-sur-Helpe nahe der belgischen Grenze, etwa 116 km nordšstlich von Amiens, zu erwŠhnen.           

9) Oder auch: "Reisefreiheit, Atempause".

10) Neben "Herzog" kann "duc" im Mittelfranzšsischen auch "AnfŸhrer, Feldherr" bedeuten, vgl. lat. "dux".

11) Armenien wird in 3/31/1, 5/50/4, 5/54/3 und 5/94/3 genannt. Es umfasste in frŸherer Zeit weit grš§ere Gebiete als heute, darunter gro§e Teile der šstlichen TŸrkei, des Transkaukasus und Gebiete im nordwestlichen Iran.

          In 5/94 ist von einem gro§en Feldherren aus Armenien die Rede, der in Europa aktiv werden und sowohl Wien als auch Kšln angreifen wird. In 5/50 geht es zudem mit gro§er Wahrscheinlichkeit um VorgŠnge in Italien. In diesem Kontext bietet sich der ostršmische Feldherr Narses (ca. 478-ca. 574) als historisches Vorbild fŸr den Armenier an:

          Der Eunuch Narses stammte aus dem von den persischen Sassaniden besetzten Teil Armeniens. Er diente dem ostršmischen Kaiser Justinian I. (527-565) erst als Verwalter der kaiserlichen Finanzen. Den gewalttŠtigen Nika-Aufstand in Konstantinopel konnte er durch geschicktes Manipulieren und Bestechen der Rebellen 532 beenden, wodurch er sich das besondere Vertrauen des Kaisers erwarb. Der Zivilist Narses wurde 538 mit einem Heer nach Italien gesandt, um dort seinem Rivalen, dem ostršmischen Feldherrn Belisar zu helfen, der seit 535 die Ostgoten unter Kšnig Totila bekŠmpfte. Da sich die beiden HeerfŸhrer durch ihr Handeln in Italien aber gegenseitig blockierten, wurde Narses bald wieder nach Konstantinopel zurŸckgerufen. Weil Belisar in Italien aber in den folgenden Jahren scheiterte, wurde der armenische Feldherr Narses 551 nun als Oberbefehlshaber nach Italien geschickt. Er drang auf dem Landweg nach Nordtalien ein und schlug im Sommer 552 die Ostgoten in Umbrien, wobei deren Kšnig Totila fiel. Im Herbst desselben Jahres besiegte er die Ostgoten erneut - diesmal am Mons Lactarius zwischen Neapel und Salerno. In dieser Schlacht fiel der letzte Ostgotenkšnig Teja. Im FrŸhjahr 554 schlie§lich schlug Narses ein in Italien eingefallenes frŠnkisch-alamannisches Heer in der Schlacht am Casilinus nahe Capua. Der Armenier widmete sich nach seinen militŠrischen Siegen dem Wiederaufbau Italiens, bis er 568 beim neuen ostršmischen Kaiser Justin II. (565-578) in Ungnade fiel und von seinem Posten in Italien (Statthalter) abberufen wurde. Narses blieb allerdings in Italien und wurde Zeuge der langobardischen Invasion von 568/69, der er mit nur mŠ§igem Erfolg begegnen konnte. Er starb ca. 574 in Rom.

12) "Vienne" wird in 1/82/4, 5/94/4, 9/70/3, 10/61/1 und 10/94/1 genannt. In Frankreich gibt es einige …rtlichkeiten, die den Namen Vienne tragen: Vienne an der Rhone, etwa 26 km sŸdlich von Lyon; Vienne-en-Arthies, 50 km nordwestlich von Paris; Vienne-en-Bessin, 21 km nordwestlich von Caen (Normandie); Vienne-en-Val, 20 km sŸdšstlich von OrlŽans; Vienne-la-Ville, 61 km šstlich von Reims mit Vienne-le-Ch‰teau, noch einmal etwa 3 km šstlich davon; ein Stadtteil von Blois an der Loire. Daneben ist Vienne auch die franzšsische Bezeichnung von Wien. In Frankreich gibt es des Weiteren zwei FlŸsse dieses Namens, v. a. die Vienne, die im Zentralmassiv entspringt und westlich von Tours in die Loire mŸndet, sowie die kleinere Vienne zwischen Rouen und Dieppe nahe des €rmelkanals (Normandie). An historischen Persšnlichkeiten mit Namen Vienne gŠbe es v. a. Jean de Vienne (1321/41-1396) und Guillaume III. von Vienne (ca. 1360-1434) zu nennen. Der erste war franzšsischer (Kreuz-) Ritter und Admiral wŠhrend des HundertjŠhrigen Krieges, der zweite ein bedeutender burgundischer und franzšsischer Berater und Politiker. In 1/82/4, 9/70/3 und 10/61/1 ist anscheindend Wien gemeint, in 10/94/1 wahrscheinlich Vienne an der Rhone. Was in 5/94/4 fŸr Wien spricht, ist der Umstand, dass gleichzeitig von Kšln die Rede ist - beides StŠdte im ršmisch-deutschen Reich, die an den Au§engrenzen des antiken Ršmischen Reiches lagen. Wien wurde 1438 Residenzstadt des Heiligen Ršmischen Reiches Deutscher Nation, 1556 Kaisersitz.

13) Die 1557er-Ausgabe aus Budapest/Moskau schreibt "Cologne", alle anderen von 1557 und 1568 "Coloigne". "Cologne" wird in 5/43/3, 5/94/4 und 6/40/3 genannt. In allen drei FŠllen dŸrfte dabei Kšln gemeint sein. Ansonsten gŠbe es noch die sŸdwestfranzšsische Ortschaft Cologne (ca. 40 km nordwestlich von Toulouse) oder das norditalienische Cologne (ca. 25 km westlich von Brescia).

"Narses" und das ršmisch-deutsche Reich werden einen falschen Waffenstillstand schlie§en. Im Rahmen dessen wird "Narses" dem Reich Gebiete in Belgien und Nordfrankreich Ÿberlassen - und dafŸr wohl Geld erhalten (vgl. 7/19). Doch dieser falsche Waffenstillstand wird nicht von Dauer sein. "Narses" wird spŠter das Reich bei Wien und Kšln angreifen.

 

In der dritten Zeile wird der neue "Narses", der "gro§e Feldherr aus Armenien" erwŠhnt. Ebenso erfahren wir, dass es einen - vorgetŠuschten - Waffenstillstand geben wird. Das bedeutet, dass mindestens eine Seite in Wahrheit plant, die Feindseligkeiten fortzufŸhren.

 

Der dritten und vierten Zeile ist zu entnehmen, dass "Narses" Wien und Kšln angreifen wird. Somit liegt die Vermutung nahe, dass einer der Waffenstillstandspartner der neue "Narses" sein wird. Doch wer ist der andere? Da zwei StŠdte des ršmisch-deutschen Reiches attackiert werden, mŸsste dies das Reich sein.

 

In der ersten Zeile ist wahrscheinlich wieder vom ršmisch-deutschen Reich die Rede, da das "gro§e Germanien" erwŠhnt wird, das geografisch den Kern des Reiches bildete.

 

GemŠ§ Zeilen eins und zwei wird jemand diesem "gro§en Germanien" Gebiete in Belgien (Flandern) und Nordfrankreich Ÿbergeben. Dies wird vermutlich "Narses" im Rahmen des vorgetŠuschten Waffenstillstandes sein. Doch was erhŠlt er dafŸr als Gegenleistung? Hier lohnt sich der Blick auf 7/19. Dort dŸrften wir nŠmlich erfahren, dass der neue "Narses" durch Geldzahlung gestoppt ("besiegt") werden wird. Doch das - ršmisch-deutsche Geld - wird ihn eben nur scheinbar und fŸr begrenzte Zeit aufhalten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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(Letzte €nderung dieser Seite: 05.12.2015)