5.137  Der "Blonde" wird einen Feind vertreiben, Verbannte begnadigen und an einer Küste die Stärksten versammeln.
 

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Zusammenfassung
 
Der in der ersten Zeile erwähnte "Blonde" taucht schon in 5.116 auf. Es könnte sich bei ihm vielleicht um einen deutschen Kaiser handeln, der einem der römischen Kaiser aus dem Haus der Flavier ähneln wird. Nostradamus beschreibt ihn als jemanden mit einer "gegabelten Nase" (vgl. aber Anmerkung 1). Im Mittelfranzösischen steht die Nase, ähnlich wie das lat. "nasus", u.a. für Verstand oder Scharfsinn ("avoir bon nez"). Da es sich aber um eine "gegabelte" (also zweigeteilte) Nase handelt, könnte der "Blonde" das Problem haben, dass sein Verstand - oder hier wohl besser: sein Urteilsvermögen - gespalten ist. Er könnte zwar einen guten Riecher besitzen, der ihn aber hin und wieder völlig im Stich lässt. Das würde auch zu 5.116 passen, wo er offensichtlich wegen seiner Passivität unvorbereitet ermordet werden kann. In 2/67 scheint der "Blonde" jedoch einen Kampf erfolgreich zu bestehen und einen Gegner vertreiben zu können. Des weiteren wird er an einer Meeresküste die "Stärksten" versammeln und diejenigen, die einst dorthin verbannt worden sind, begnadigen (dritte und vierte Zeile). Wer diese "Stärksten" sind und was sie an dieser Küste sollen, ist im Moment aber ebenso unklar wie etwa die Identität des vertriebenen Feindes.
 

Quellen
 

2/67
 
Le blonde au nez forche1) viendra cõmetre
Der Blonde mit gegabelter Nase1) wird dazu kommen, [sich]
Par le duelle2) & chassera dehors:
in den Zweikampf2) [zu begeben]. Und [er] wird [den Feind] hinaustreiben.
Les exiles dedans fera remetre
Die Verbannten [dort] drin wird [er] begnadigen lassen,
Aux lieux marins commetãt les plus forts.
[wenn er] in den Orten am Meer die Stärksten zusammenführt.
1) Oder auch möglich: "Der Blonde wird zur gegabelten Nase kommen". Falls Nostradamus hier eine Ortsbezeichnung umschrieben hat, kämen dafür vielleicht die Furculae Caudinae in Frage (heute Monteforchio, etwa 40 km nordöstlich von Neapel), wo die Römer im zweiten Samniterkrieg 321 v. Chr. unter entwürdigenden Bedingungen kapitulieren mussten. Man müsste dann allerdings das "Monte" des modernen Namens mit "nez" (u.a. auch "Vorsprung") in Einklang bringen. Es gäbe im Übrigen aber sicher noch viele andere Deutungsmöglichkeiten.
2) Oder vielleicht auch: "Krieg", vgl. lat. "duellum" (u.a. Krieg).

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