Im Jahr 2004 beträgt in der
Schweiz die durchschnittliche Lebenserwartung für Männer 76,9 und für
Frauen 82,6 Jahre. Medizinische und naturwissenschaftliche Fortschritte
haben dazu beigetragen, dass wir stetig älter werden. Gleichzeitig sind
die Geburtenzahlen rückläufig. Auf hundert Frauen werden nur noch 147
Kinder geboren. 210 wären nötig, um einen Bevölkerungsrückgang zu
vermeiden. Nur der Zuwanderung ist es zu verdanken, dass die absolute
Einwohnerzahl nicht absinkt. Dieser Prozess wird als demographische
Alterung bezeichnet. Er hat weit reichende Folgen und stellt unser
System der sozialen Sicherheit auf die Probe. Skeptiker vermuten sogar,
dass sich der Generationenvertrag zum Generationenkonflikt zuspitzen
könnte.
Mit unseren theoriegeleiteten
und praxisbezogenen Grundlagenforschungen und Konzeptarbeiten versuchen
wir, die Auswirkungen der demographischen Alterung aufzuzeigen und
Lösungsansätze zu skizzieren. Dabei stehen folgende Forschungsfragen im
Vordergrund:
Welche Konsequenzen sind
für die Gesellschaft mit dem Auftreten von altersbedingten
Krankheiten verbunden?
Wer wird in absehbarer
Zukunft die Pflege der Heerschar pflegebedürftiger alter Menschen
übernehmen? Wie lässt sich diese finanzieren?
Welchen Einfluss auf die
sozialen und ökonomischen Strukturen hat die Alterung der
Gesellschaft? Was bedeutet sie für den Generationenvertrag?
Welche Formen des
gesellschaftlichen Miteinanders sind in der entstehenden
Viergenerationengesellschaft denkbar?
Welche Konsequenzen hat
der soziale Wandel auf das familiäre Zusammenleben?