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Dr Aentlibuecher i dr Ebigkeit
Carl Robert Enzmann (1888 - 1931)

Es Gschichtli will i brichte, wie's so geit:
En Aentlibuecher chunnt i d'Ebigkeit.
Aer dänkt: "I bi ne rächte, brave Ma,
Es chamer däne nid so übu ga!"
Und zueversichtlech trampet är dürue,
Däm goldig-schwäre Himmeltöri zue,
Und het no gmeint, är chönn grad-ume-n-ie.
"He z'Donner!" het er gseit und: "Sakerdie!",
Wo da das Töri fescht isch bschlosse gsi.
Druf het er pöpperlet: "'sisch nume mi:
Es eifachs Manndli und es ehrlechs Tuech,
Brav und katholisch us em Aentlibuech!"
Chuum het-er vor em Tor sis Sprüchli gseit,
Uf einisch, wie ne Blitz, grad vor ihm steit
Dr Aengel Michael im Strahlegwand,
E mächtig grossi Waag i siner Hand.
Das Chleid vom Aengel het wie d'Sunne g'schimmeret,
Die Waag isch gsi us dicke Balke zimmeret,
A jedem Aend si grossi Schale plampet
Und hei so äbehöch drinabe glampet.

Dr Aentlibuecher mit verschrocknem Gsicht
Seit druf: "He z'Donner nei! Jetz geit's zum Gricht!
Ha gmeint, sie nähme's näume nid so sträng!
Jetz wird's mer afe doch chli bang und äng!"
Aer het no welle-n-öppis reklamiere,
Doch het's ne dunkt, er müess si hie schiniere.
Wenn eine no so redt und ufbegährt:
Mer luegt hie nume uf e-n-innere Wärt,
Kes Gält, kes Guet, nid Amt, no Protäktion
Hei Ifluss uf das Gricht und uf e Lohn,
Und stramm und grad, so wie dr Aengel steit,
Geit's da nach Rächt und nach Gerächtigkeit!

Z'erst si d'Waagschale bedi gliichhöch gstande.
Uf einisch chunt e schwarzi Tüüfelsbande
Und het agfange mit diwärse Stücke
Die linggi Schale teuffer abe z'drücke:
E Chiste, gfüllt mit mängem Tanz und Jass,
Vo schwarzem Kaffe voll es mächtigs Fass,
Es Fessli Brönnts, en Sack voll z'chlini Stüüre,
's Paar Grotzli us em Wald zum billig Füüre,
Es Pack voll heilige Näme und voll böse Gspäss,
Und äxtra packt, e chline-n-Erbprozäss.
Die linggi Schale het sich gsänkt und gsänkt;
Dr Aentlibuecher seit: "Wär hätt's au dänkt?
Mier si doch süsch bekannt as flingg und schlau,
Doch i dr Ebigkeit geit's näume gnau!
He Tüüfle! Hörit jetzt, süsch chönnt's no fähle!
Herrschaft, wie würde d'Frau und d'Chinder schmähle!"
As wie ne Chräieschwarm, grad uf d'Sekunde,
Si plötzlech druf di Tüüfili verschwunde,
Und Aengili si cho mit Gschänk und Gnade,
Die Schale rächts allmählech au chli z'blade:

E schöne Bund mit heilige Sundigsmässe,
Die het er i sim Läbe nie vergässe.
E grosse Glaube, starch und zueverlässig,
E Frömmigkeit, nid öppe-n-übermässig.
Es Seckli Batze für e-n-Opfergang,
's Paar Hosechnöpf derbi, nid vo Belang.
's Paar gueti Wärch, wo-n-är im Nachbar ta,
's isch mängisch chommli, gueti Fründe z'ha.
Und dass's am Aend no ender länge wurd:
Abläss vo Näisele und Rom und Lourd.
Und über alles ue, Aends aller Aends,
E grosse Bund vo bättet Rosechränz.

Die rächti Schale sänkt sich na-dis-na
Und blibt so äbehöch im Gliichgwicht sta.
Dr Aentlibuecher seit mit schwärem Schnuuf:
"Das isch e schöni Gschicht! Jetz geit's wett-uf!"
Vo witem ghört mer ds Höllefüür scho lädere -
Uf einisch gseht me-n-obedüre chlädere
E Huuffe Chindli us em Amtsasyl.
Das rächti Balke-n-Aend ist ihres Ziel.
Dert hange si verwäge-n-Arm in Arm,
Grad as wie ds Fälder Söppis Bieneschwarm.

Die Schale sänkt sich langsam, fiirlech, schwär,
Als öb si gfüllt mit Zäntnersteine wär.
Die Tüüfle mache drob es gruusigs Gschrei,
Wil si ne-n-armi Seel verlore hei.
Das Aentlibuechermandli aber geit
Demüetig i i d'sälig Ebigkeit.

Das wär die Gschicht! Am Schluss nur no di Frag:
Wie steit's ächt au mit Diner Läbeswaag?

                                                                                                                                                                                                                       Quellen 21-26